Alte Kupferminen in Arizona rücken mit Bioleaching wieder in den Fokus

Alte Kupferminen in Arizona rücken mit Bioleaching wieder in den Fokus Johnson Camp Mine, Gunnison Copper

Arizona erlebt eine Kupfer-Renaissance. Gleich mehrere Unternehmen versuchen dort, alte Minen und Lagerstätten mit neuer Technik wirtschaftlich zu machen. Im Fokus steht die Frage, ob sich Kupfer aus Erzen gewinnen lässt, die bislang als zu unergiebig, zu komplex oder zu teuer galten. Was das konkret bedeutet, lässt sich an der Johnson Camp Mine östlich von Tucson beobachten.

Kupfer wird für Stromnetze, Rechenzentren, Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien in immer größeren Mengen benötigt. Gleichzeitig reicht die heimische Produktion in den USA nicht aus. Ungefähr 50 % des amerikanischen Verbrauchs werden importiert. Das ist ein Auslöser für die Welle von Projekten in Arizona.

Neue Technik macht alte Lagerstätten wieder interessant

Im Zentrum des neuen Anlaufs steht das Bioleaching. Dabei werden Mikroorganismen und Säure eingesetzt, um, Kupfer aus Sulfiderzen zu lösen, die mit herkömmlichen Verfahren nur schwer wirtschaftlich zu verarbeiten sind. Das Nuton-Venture von Rio Tinto GB0007188757 852147 setzt diese Technik im von Gunnison Copper CA4028801088 A40TP4 betriebenen Johnson Camp ein. Weil die verbliebenen Erze dort nicht mehr profitabel erschienen, war die Mine 2010 stillgelegt worden. Mit dem Leaching-Verfahren soll das Material verwertbar werden.

Die Betreiber vieler neuer Arizona-Projekte setzen auf diese Strategie. Statt große Aufbereitungsanlagen, Schmelzen und Raffinerien zu errichten, kommen Haufenlaugung und SX/EW zum Einsatz, also Lösungsextraktion und Elektrolyse. So lassen sich fertige Kupferkathoden direkt am Standort herstellen und Kapital, Energie und in manchen Fällen auch Zeit sparen. Die Johnson Camp Mine ist ein anschauliches Beispiel für eine breitere technische und wirtschaftliche Verschiebung.

Arizona wird zum Zentrum dieser neuen Kupferwelle

Dass diese Entwicklung gerade in Arizona stattfindet, ist kein Zufall. Laut Wall Street Journal lieferte der Bundesstaat im vergangenen Jahr rund 70 % der US-Kupferproduktion. Viele der neuen Projekte liegen in historischen Bergbauregionen, in denen Infrastruktur, geologisches Wissen und bestehende Anlagen bereits vorhanden sind. Das verkürzt den Weg zurück in die Produktion, auch wenn Genehmigungen und Testprogramme weiterhin Jahre dauern können.

Neben Johnson Camp gibt es weitere ähnliche Vorhaben im Bundesstaat. So will Taseko CA8765111064 885333 mit seinem Florence-Projekt Kupfer per In-situ-Verfahren gewinnen, also direkt im Untergrund durch Einbringen von Säure in Bohrlöcher. Das Resolution-Copper-Projekt von Rio Tinto und BHP AU000000BHP4 850524 wiederum zeigt die andere Seite der Geschichte. Dort bremsten langwierige Rechts- und Genehmigungsverfahren die Entwicklung eines der größten unerschlossenen Kupfervorkommen der Welt aus. Arizona steht damit zugleich für Tempo und für die Grenzen des Sektors.

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Gunnison zeigt, wie ein kleinerer Produzent davon profitiert

Gunnison Copper erscheint in diesem größeren Bild vor allem als praktisches Vorzeigerpojekt. Das Unternehmen setzt vollständig auf Kupfer in Arizona und kontrolliert im Cochise Mining District zwölf bekannte Lagerstätten innerhalb eines Radius von 8 km. Johnson Camp ist darin nur ein Teil des Portfolios, wenn auch der aktuell sichtbarste. Die Mine soll laut Unternehmen im Hochlauf auf 25 Mio. Pfund Kupfer pro Jahr kommen und dient zugleich als Einsatzort für Nutons Technologie.

Um Kupfer geht es auch beim deutlich größere Gunnison-Hauptprojekt, das im PEA-Stadium steht und langfristig fertige Kathoden für US-Lieferketten produzieren soll. Beziffert werden ein Kapitalwert von 1,26 Mrd. USD auf Basis der damaligen Studie, geplante 167 Mio. Pfund Jahresproduktion in den ersten 16 Jahren und mögliche Verbesserungen durch geringeren Säureverbrauch sowie zusätzliche Erlöse aus Kalkstein.

In Arizona geht es nicht nur um die Wiederinbetriebnahme einer Mine, sondern um einen Strukturversuch der amerikanischen Rohstoffindustrie. Wenn Bioleaching und ähnliche Verfahren im großen Maßstab funktionieren, könnten nicht nur alte Halden und stillgelegte Gruben wieder interessant werden. Ein größerer Teil der in den USA vorhandenen Kupferbasis würde wirtschaftlich nutzbar. Arizona ist dafür derzeit der sichtbarste Schauplatz, Gunnison mit dem Johnson Camp ein anschauliches Beispiel.