Argentinien erwartet nach Bergbaureform Exportboom

Argentinien erwartet nach Bergbaureform Exportboom picture alliance / Construction Photography/Photosh / Oliver Llaneza Hesse

Argentiniens Kongress hat ein Gesetz verabschiedet, dass Schutzmaßnahmen im Bereich von Gletscherformationen in die Verantwortlichkeit der Regionalregierungen verschiebt. Die mit 137 zu 111 Stimmen getroffene Entscheidung könnte den Weg freimachen für Großinvestitionen in den Bergbau des Landes.

Die zentrale Reform gibt den Provinzgouverneuren die Entscheidungshoheit darüber, ob ein Gletscher oder eine Permafrostformation als wichtig eingestuft wird. Wo die Gouverneure dies verneinen, können Bergbauprojekte realisiert werden. Bislang waren tausende von Gletscherformationen durch ein auf Bundesebene erstelltes Register geschützt. Es geht um fast 17.000 Eiskörper auf einer Fläche von 8.484 Quadratkilometern in den Anden.

Gouverneure entscheiden über Bergbauprojekte in Gletschergebieten

Betroffen sind laut Bloomberg z.B. das Vicuna-JV von BHP AU000000BHP4 850524 und El Pachon von Glencore JE00B4T3BW64 A1JAGV. Insgesamt wird das Volumen der betroffenen Projekte auf 28 Mrd. USD geschätzt. Die Projekte erfüllen typischerweise die Anforderungen des ebenfalls unter dem regierenden Präsidenten Milei eingeführten RIGI-Programms, das Steuervergünstigungen und Rechtsgarantien bietet und die Attraktivität von Bergbauprojekten im Land deutlich erhöht hat.

Bergbauvertreter argumentieren, dass einige Gesteinsformationen auf ihren Grundstücken keine wichtigen Wasserquellen für Bevölkerungszentren und Landwirte seien, aber dennoch unter Bundesschutz stünden. Gegner argumentieren, dass die Provinzen, in denen sich der Großteil der argentinischen Kupfervorkommen befindet, überwiegend bergbaufreundlich eingestellt seien und daher auf breiter Front mit Genehmigungen zu rechnen sei.

Die Opposition behauptet, dass lediglich 0,3 % der mehr als 100.000 Antragsteller während der Anhörungen die Möglichkeit hatten, sich gegen den Vorschlag auszusprechen. Präsident Milei hält dagegen: "Die Versuche ausländischer Organisationen, sich einzumischen, sind gescheitert, und die Umweltschützer, die entschlossen waren, den Fortschritt der argentinischen Republik zu blockieren, wurden erneut besiegt." Milei zufolge würden Kritiker "lieber zusehen, wie wir verhungern, als dass irgendetwas angetastet wird".

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Bedingungen verbessert: "Argentinien hat sich verändert"

Provinzpolitiker in bergbauintensiven Regionen wie Mendoza, San Juan, Catamarca und Salta haben die Reform unterstützt und argumentiert, dass sie die Regeln klärt und die Bedingungen für Investitionen in kritische Mineralien im Zusammenhang mit der Energiewende verbessert.

Die Entscheidung in Buenos Aires ist vor allem für den globalen Kupfermarkt von höchster Bedeutung. Argentinien verfügt über Vorkommen des Metalls, dem in den kommenden Jahren eine deutliche Unterversorgung attestiert wird. Bergbauinvestor Christopher Ecclestone sieht eine "enorme" Verlagerung des Fokus auf Argentinien. "Die erstklassigen Kupfervorkommen gehen zur Neige; jetzt kommt es auf die zweitklassigen Vorkommen an, und Argentinien hat diesen Markt fest im Griff."

Die Erwartungen an die Reform sind auch im Land groß. Wirtschaftsminister Luis Caputo postete auf X: "165 Milliarden Dollar an Exporten bis 2035. Tausende von Arbeitsplätzen. Provinzen, die sich für immer verändern werden." Die argentinische Zentralbank geht auf Basis von Branchenprognosen von einer Verdreifachung der argentinischen Bergbauexporte bis 2030 aus.

Rob McEwen, Vorsitzender von McEwen Mining, US58039P3055 A3DMEX beurteilt die Politik Mileis aus Sicht des Bergbaus im Land positiv. Der Präsident habe "Maßnahmen und Gesetze eingeführt, die Investitionen fördern und die Inflation senken sollen", sagte McEwen und verwies auf Steuersenkungen und die Aufhebung der Devisenkontrollen. "Argentinien hat sich verändert."