Mongolei drängt auf fairere Konditionen bei Oyu Tolgoi

Mongolei drängt auf fairere Konditionen bei Oyu Tolgoi picture alliance / dpa / Adrian Bradshaw

Die mongolische Regierung hat den Druck auf den Bergbaukonzern Rio Tinto GB0007188757 852147 deutlich erhöht. Premierminister Gombojavyn Zandanshatar forderte laut einem Bericht der Financial Times eine Neuverhandlung der Konditionen rund um das Kupferprojekt Oyu Tolgoi. Der Politiker kritisierte in einem Gespräch mit Unternehmensvertretern, die bisherige Vereinbarung sei "unfair" und suggeriere eine Täuschung des Volkes und des Parlaments.

Mongolei stellt klare Forderungen an Rio Tinto

Zentraler Streitpunkt ist ein Milliardenkredit, den die Mongolei aufgenommen hat, um ihren Anteil von 34 % an dem Projekt zu finanzieren. Der Zinssatz liegt derzeit bei über 11 %, da es sich um ein Darlehen mit variablem Zins handelt. Die Regierung schlägt vor, diesen Satz auf unter 6 % zu senken. Auch die jährlich fällige Managementgebühr von Rio Tinto soll gestrichen oder zumindest reduziert werden. Sollte keine Einigung erzielt werden, droht laut Financial Times eine Erhöhung der Exportabgaben für das Projekt.

Ein Sprecher von Rio Tinto erklärte gegenüber Reuters, man befinde sich in aktiven Verhandlungen mit der Regierung in Ulaanbaatar. Beide Seiten seien weiterhin bestrebt, das volle Potenzial von Oyu Tolgoi gemeinsam zu erschließen.

Strategisch wichtiges Projekt für beide Seiten

Oyu Tolgoi gilt als eine der größten bekannten Kupfer- und Goldlagerstätten weltweit. Seit dem Start der Tagebauförderung im Jahr 2011 wurde das Projekt schrittweise um eine unterirdische Produktion erweitert, in die Rio Tinto Milliarden investierte. Laut Unternehmensangaben soll Oyu Tolgoi bis 2030 zur viertgrößten Kupfermine der Welt aufsteigen. Bereits 2025 wird mit einer Jahresproduktion von rund 500.000 Tonnen gerechnet.

Für Rio Tinto, dessen Gewinn bisher stark vom Eisenerzgeschäft in Australien geprägt ist, stellt Oyu Tolgoi ein zentrales Wachstumsprojekt dar. Auch für die Mongolei ist das Vorhaben von großer Bedeutung: Es sichert Exporterlöse, Arbeitsplätze und Beteiligungserträge über den Staatskonzern Erdenes Mongol, der die Anteile der Regierung hält.

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Vergangenes Schuldenmoratorium wirkt nach

Die jetzige Debatte kommt nicht aus dem Nichts. Bereits 2022 hatte Rio Tinto einem Schuldenerlass in Höhe von 2,4 Mrd. USD zugestimmt, um die Beziehungen zur mongolischen Seite zu entspannen. Beide Seiten einigten sich damals darauf, das Verhältnis "neu zu starten". Der neue Vorstoß zeigt, dass grundlegende Differenzen offenbar weiter bestehen.

Ein möglicher Kurswechsel könnte auch geopolitische Auswirkungen haben. Die Mongolei liegt wirtschaftlich zwischen Russland und China und sucht zunehmend nach internationalen Partnern, um ihre Abhängigkeiten zu reduzieren. Ein transparentes und als fair empfundenes Investitionsklima gilt als Voraussetzung dafür.