Kanada setzt Milliardenimpulse für Bergbau und kritische Rohstoffe

Kanada setzt Milliardenimpulse für Bergbau und kritische Rohstoffe picture alliance / ZUMAPRESS.com / Darryl Dyck

Kanada will Bergbauunternehmen die schnellsten Genehmigungsverfahren aller G20-Staaten bieten. Das Major Projects Office (MPO) der Regierung will Projekte innerhalb von zwei Jahren zulassen, sagte Energieminister Tim Hodgson in einem Interview auf der PDAC (Prospectors and Developers Association of Canada) in Toronto.

Das MPO war im vergangenen Jahr zur Koordinierung von Genehmigungsverfahren auf Provinz- und Bundesebene angekündigt worden. Derzeit werden fünf Projekte vorangetrieben.

"Sobald das Projekt der MPO vorgelegt wird, erhalten Sie innerhalb von zwei Jahren ein Dokument mit den Projektbedingungen", erklärte Hodgson am Dienstag auf der Bergbaukonferenz. Das sei der beste Wert unter den G-20-Ländern. Zur Beschleunigung werden Doppelvorgänge auf Provinz- und Bundesebene reduziert.

1,5 Mrd. CAD Fonds soll Metalle von der Mine zum Markt bringen

Der im November verabschiedete kanadische Bundeshaushalt sieht die höchsten Ausgaben für den Bergbau seit Jahrzehnten vor. Dienstag wurde ein 1,5 Milliarden CAD schwerer Infrastrukturfonds gegründet, der im Rahmen der Haushaltsverabschiedung im November angekündigt worden war. Der Fonds soll Metalle "von Minen zu Märkten" bringen.

Die Mittel des Fonds sollen für Projekte zur Entwicklung des Minengeländes verwendet werden, wie Straßen und Stromleitungen, Infrastruktur für die Weiterverarbeitung und Arbeiten an Transportwegen zu den Märkten, so Hodgson. 372 Mio. CAD für den Fonds "First and Last Mile" über vier Jahre ab 2026/27 ersetzen den ehemaligen Infrastrukturfonds für kritische Mineralien.

Ein weiterer, 2 Milliarden CAD schwerer Fonds soll dem Minister zufolge noch in diesem Frühjahr anlaufen. Dieser Fonds soll Eigenkapitalinvestitionen tätigen, Kreditgarantien übernehmen und Abnahmeverträge für förderfähige Projekte und Unternehmen abschließen, wie aus dem Haushaltsplan hervorgeht.

"Die Welt wünscht sich mehr Kanada"

Kanada sei aktuell noch wichtiger als vor dem Wochenende, sagte der Minister mit Blick auf den Kriegsausbruch im Iran. "Die Welt wünscht sich mehr Kanada. Daher bietet sich uns hier die Gelegenheit, all unseren Verbündeten unmissverständlich klarzumachen: Wenn Sie einen stabilen, sicheren und zuverlässigen, werteorientierten Produzenten von Energie und kritischen Mineralien suchen, einen Produzenten, der diese Energie oder kritischen Mineralien nicht für wirtschaftlichen Zwang einsetzt, dann ist Kanada der richtige Investitionsstandort."

Sowohl auf Bundes- als auch auf Provinzebene herrscht weitgehende Einigkeit darüber, dass der Bergbau im aktuellen geo- und handelspolitischen Kontext an Bedeutung gewonnen hat und dass es Strategien braucht, um auf diesen Bedeutungszuwachs zu reagieren.

Ontario kündigte auf der PDAC einen Strategiewechsel an. In Zukunft wird es weniger um den Bau von Batteriefabriken und stärker um Sektoren wie Verteidigung und Luft- und Raumfahrt gehen.

Ontarios Energieminister Stephen Lecce sagt am Dienstag, geopolitische Spannungen, Unterbrechungen der Lieferketten, US-Zölle und zunehmender Handelsprotektionismus erforderten eine schärfere und flexiblere Reaktion. "Unsere Strategie zielt darauf ab, unseren wirtschaftlichen Fokus zu erweitern und Sektoren wie Verteidigung und Luft- und Raumfahrt einzubeziehen, die in der fortgeschrittenen Fertigung tätig sind und für unsere Provinz von großer Bedeutung sind", so Lecce.

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Ontario will Heimat für multilaterale Verteidigungsbank werden

Im Batteriebereich hatte es zuletzt einige Verzögerungen gegeben. Honda etwa hatte einen 15 Milliarden US-Dollar teuren Komplex in Ontario um zwei Jahre verschoben. Bei einem 5 Milliarden Dollar teuren Werk von Stellantis und LG Energy Solutions kam es 2023 zunächst zu Verzögerungen und dann zu einer Umstrukturierung. Auch Ford und Genaral Motors haben EV-bezogene Pläne in Ontario eingestellt oder zurückgefahren.

Der Hauptgrund für die Erweiterung der Strategie dürfte jedoch das Bestreben sein, das Rennen um den Standort einer internationalen "Verteidigungsbank" zu gewinnen. Ontario wolle die geplante, von der NATO unterstützte Finanzinstitution in eine umfassendere Initiative zur Ansiedlung sicherheitsrelevanter Investitionen einbinden, erklärte Lecce auf der PDAC.

Die Bank wird von der Defence, Security and Resilience Bank Development Group vorgeschlagen und hat zum Ziel, Finanzmittel für Verteidigungs-, Sicherheits- und Infrastrukturprojekte für NATO-Mitglieder und verbündete Nationen bereitzustellen.

"Die NATO-Staaten investieren zunehmend, und wir sehen, dass sich Investitionen in Höhe von 5 % positiv auf unseren Rohstoffsektor auswirken", sagte er. "Deshalb wollen wir proaktiv und gezielt vorgehen, um diese Arbeitsplätze und Investitionen in der Provinz zu sichern."