BMO Capital Markets fürchtet wegen volatiler Metallpreise um M&A Geschäft
Das M&A-Geschäft bei BMO Capital Markets läuft gut: "Mitte letzten Jahres hatten wir als Gruppe das Gefühl, dass unsere M&A-Aktivitäten so hoch waren wie nie zuvor – und heute sieht es nicht viel anders aus", sagte Ilan Bahar, Co-Leiter des Bereichs Global Metals and Mining, in einem Interview.
Er fürchtet jedoch, dass die hohe Volatilität an den Rohstoffmärkten und auch bei Aktien aus dem Rohstoffsektor die Aktivität bremsen könnte. So seien "entweder die Erwartungen der Verkäufer sehr hoch, weil ihre Aktienkurse weiter steigen, oder es gibt einfach so große Schwankungen von Tag zu Tag und von Woche zu Woche, dass man sich einfach nicht einigen kann."
BMO Capital bei Bergbau-M&A weit vorn
BMO Capital Markets, die Investmentbanking-Abteilung der Bank of Montreal, war im vergangenen Jahr gemessen an der Anzahl der Transaktionen das führende Beratungsinstitut der Branche. Laut von Bloomberg zusammengestellten Daten betreute das Unternehmen 16 angekündigte Übernahmen mit einem Wert von 38,6 Mrd. USD. BMO war den Daten zufolge in den letzten vier Jahren gemessen am gesamten Transaktionsvolumen und Marktanteil eine der Top-3-Investmentbanken.
Dennoch ist Bahar ebenso wie sein Kollege Jamie Rogers im Hinblick auf die weiteren Aussichten optimistisch – ganz besonders für Kupfer und Edelmetalle. Es gebe nur wenige Akteure mit produzierenden Anlagen in ausreichender Größe. Gerade solche Projekte jedoch würden im aktuellen Marktumfeld immer interessanter – zumal viele Unternehmen infolge der hohen Metallpreise über hohe Cashflows verfügen und die Risiken in ihren Bilanzen bereits reduzieren konnten.
Derzeit fließt viel Geld in den Sektor, wie etwa Daten der kanadischen Börse TSX und TSXV zu Privatplatzierungen zeigen. Rogers verweist darauf, dass im vergangenen Jahr vor allem die Themen KI und Bergbau eine starke Performance hingelegt hätten. "Viele Kapitalgeber haben erkannt, dass sie im Bergbausektor investieren müssen, weil sie gesehen haben, wie ein Portfoliomanager-Kollege letztes Jahr sein erfolgreichstes Jahr seiner Karriere hatte."
China sucht nach Projekten ohne westlichen Einfluss
Neben dem Anglo-Teck-Deal, der mittlerweile bestehende regulatorische Hürden weitgehend überwunden hat, gab es in den letzten Quartalen eine ganze Reihe weiterer größerer Übernahmen und Zusammenschlüsse.
Zijin Mining kaufte im Januar Allied Gold für 5,5 Mrd. CAD. Damit sicherte sich das chinesische Unternehmen den Zugriff auf die Gold-Tagebauminen Sadiola in Mali und einen Komplex in der Elfenbeinküste sowie auf das in Entwicklung befindliche Projekt Kurmuk in Äthiopien.
Im Dezember hatte Jiangxi Copper ein 1,2 Mrd. USD schweres Angebot für SolGold vorgelegt, das durch die Aktionäre mittlerweile abgesegnet wurde. SolGold kontrolliert das Cascabel-Projekt in Ecuador, eines der bedeutendsten unerschlossenen Kupfer-Gold-Vorkommen der Welt.
Aus chinesischer Sicht weisen diese Deals eine geostrategische Komponente auf: Peking sichert sich damit direkten Zugriff auf Kupferreserven außerhalb des Einflusses der "Big Four" (BHP, Rio Tinto, Vale, Glencore).
2025 war für M&A im Bergbau das stärkste Jahr seit 2012: Laut Daten der Anwaltskanzlei White & Case erreichte der Gesamtwert der Aktivitäten 93,7 Mrd. USD. Der Vergleich mit 2012 suggeriert noch weiteres Aufwärtspotenzial: Damals lag der Wert der Deals nominal bei 129,3 Mrd. USD.
Laut der Metals Survey 2026 von White & Case stehen in diesem Jahr strategische Partnerschaften weit oben auf der Prioritätenliste. "Im Jahr 2026 dürften strategische Partnerschaften zwischen Regierungen, Regierungsbehörden und dem Privatsektor das Rückgrat des Wachstums im Bereich Fusionen und Übernahmen bilden", heißt es im zur Umfrage gehörenden Bericht.

