Die Rohstoffwoche: Rio Tinto, Nemaska Lithium, Glencore, Capstone Copper, Genesis Minerals, Magnetic Resources, BHP, Wheaton Precious Metals, Lundin Mining, Dryden Gold
Rio Tinto steigert das EBITDA 2025 deutlich und übernimmt eine Mehrheit an Nemaska Lithium. Glencore musste dagegen einen Rückgang des EBITDA vermelden, was vor allem auf sinkende Preise für Energie und Stahlkohle zurückzuführen war. Capstone Copper kassiert die Produktionsziele für das laufende Jahr aufgrund sinkender Erzgehalte und Streiks. Genesis Minerals übernimmt Magnetic Resources für 449 Mio. USD und sichert sich damit das benachbarte Lady Julie Gold Projekt in Laverton. BHP steigert das EBITDA um 25 % und verkauft seinen Silberanteil aus Antamina an Wheaton Precious Metals. Lundin Mining legt eine PEA für Vicuna vor, die das Projekt auf 9,5 Mrd. USD taxiert. Und Couloir Capital hebt das Kursziel für Dryden Gold auf 1 CAD an und sieht damit 185 % Kurspotenzial. Die Rohstoffwoche im Überblick.
Rio Tinto legt Ergebnisse für 2025 vor und übernimmt Mehrheit bei Nemaska Lithium
Rio Tinto GB0007188757 852147 legte am Donnerstag Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Geschäftsjahr bis Dezember um 9 % auf 25,4 Mrd. USD. Treiber dieses Wachstums waren ein Produktionsanstieg von 11 % bei Kupfer, Rekordmengen an Eisenerz sowie ein Gewinnanstieg von 29 % bei Aluminium und Lithium. Das operative Ergebnis lag bei 10,87 Mrd. USD und damit im Rahmen der Markterwartungen. Der Nettogewinn sank jedoch aufgrund höherer Abschreibungen, Steuern und Finanzierungskosten um 14 % auf 10 Mrd. USD, den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. CEO Simon Trott erklärte Kupfer zum Zentrum der Wachstumspläne des Konzerns. 85 % des Explorationsbudgets sollen in diesen Bereich fließen.
Am Mittwoch hatte das Unternehmen die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung und Managementverantwortung bei Nemaska Lithium bekanntgegeben. Rio Tinto hat nun einen Anteil von 53,9 %, 46,1 % entfallen auf die Regierung von Québec. Der Hintergrund: Durch die Übernahme von Arcadium im März 2025 erwarb Rio Tinto eine 50-%ige Beteiligung an Nemaska Lithium, zu der das Lithiumhydroxidwerk in Bécancour, Québec, und die Spodumenmine Whabouchi in der Region Eeyou Istchee James Bay in Québec gehören.
Glencore legt Ergebnisse für 2025 vor
Glencore JE00B4T3BW64 A1JAGV legte am Mittwoch Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf 247,5 Mrd. USD vor. Das bereinigte EBITDA sank dagegen trotz der gestiegenen Rohstoffpreise um 6 % auf 13,5 Mrd. USD. Der Rückgang ist vor allem auf gesunkene Preise für Energie und Stahlkohle zurückzuführen.
"Unser Marketinggeschäft erzielte erneut starke Ergebnisse und stellte damit seine Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Marktbedingungen unter Beweis. Nach Abschluss des Verkaufs von Viterra an Bunge im Juli 2025 haben wir unsere langfristige Prognose für das bereinigte EBIT im Marketingbereich auf 2,3 bis 3,5 Mrd. USD pro Jahr angehoben", kommentierte CEO Gary Nagle.
Capstone Copper kassiert Produktionsziele für 2026
Capstone Copper CA14071L1085 A3DH8D musste am Dienstag eine schwächer als erwartet ausfallende Produktionsprognose für 2026 vorlegen, was den Aktienkurs auf Talfahrt schickte. Aufgrund niedrigerer Erzgehalte im Bergwerk Mantos Blancos und der anhaltenden Auswirkungen eines Streiks in der chilenischen Mine Mantoverde wird die konsolidierte Kupferproduktion in diesem Jahr zwischen 200.000 und 230.000 Tonnen und damit unter der durchschnittlichen Prognose von 244.000 Tonnen liegen.
Die Produktionskosten sollen laut Capstone zwischen 2,45 und 2,75 USD pro Pfund Kupfer und damit über der durchschnittlichen Analystenprognose von 2,33 USD liegen. Ursächlich dafür sind Inflation, höhere Schwefelsäurekosten und die Auswirkungen des Abbaus von Erz in minderwertigen Zonen sowohl in Mantos Blancos als auch in der Pinto Valley Mine (Arizona).
Genesis Minerals übernimmt Magnetic Resources für 449 Mio. USD
Genesis Minerals AU000000GMD9 A0MXC6 übernimmt Magnetic Resources AU000000MAU6 A0MLRJ für umgerechnet 449 Mio. USD. Wie die Unternehmen am Montag mitteilten, wird Genesis 1,40 AUD Cash und 0,0873 eigene Aktien pro Magnetic Aktie auf den Tisch legen. Dies entspricht einer Prämie von 35 % gegenüber dem 30-Tage-VWAP.
Das Flaggschiffprojekt von Magnetic, das Lady Julie Gold Projekt in Laverton in Westaustralien, verfügt über eine Mineralressource von ca. 2,2 Mio. Unzen mit einem Gehalt von 1,8 g/t Au und ermöglicht künftig die Lieferung von zusätzlichem Tagebau- und Untertageerz an die etwa 20 km entfernte, von Genesis betriebene 3-Mtpa-Mühle in Laverton. Die nördliche Grenze von Lady Julie grenzt an das Gebiet, das Genesis durch die kürzliche Übernahme des Laverton Gold Project von Focus Minerals erworben hat. Das Unternehmen verspricht sich durch die Integration von Lady Julie in einen viel größeren Tagebaubetrieb Synergien und Kosteneinsparungen.
Raleigh Finlayson, Executive Chair von Genesis, kommentierte: "Das Lady Julie Gold-Projekt von Magnetic wird das Laverton-Vorkommen von Genesis um mehr als 2 Mio. Unzen mit einem attraktiv hohen Gehalt erweitern und damit die Lebensdauer der Mine und die Produktionsaussichten weiter verbessern. Die Aktionäre beider Unternehmen werden von der Nutzung der bestehenden Infrastruktur von Genesis, einschließlich der 3-Mtpa-Mühle in Laverton, und von den Einsparungen profitieren, die sich aus einer einzigen Tagebauentwicklung ergeben würden."
BHP schließt 4,3 Mrd. USD schweren Streaming-Deal mit Wheaton Precious Metals
BHP AU000000BHP4 850524 gab am Dienstag den Abschluss einer Silber-Streaming-Vereinbarung über seinen Anteil von 33,75 % an der Silberproduktion in Antamina mit Wheaton Precious Metals CA9628791027 A2DRBP bekannt. Für die Lieferung des Silbers erhält BHP eine Vorauszahlung in Höhe von 4,3 Mrd. USD. Wheaton wird BHP außerdem 20 % des Silber-Spotpreises
zum Zeitpunkt der Lieferung für jede Unze Silber zahlen. Nach Lieferung von 100 Millionen Unzen Silber an Wheaton reduziert sich der Streaming-Vertrag, und BHP liefert über die verbleibende Minenlaufzeit das Äquivalent von 22,5 % des von Antamina geförderten Silbers.
"Gestützt auf die starke Silbermarktlage maximiert die Vereinbarung den Shareholder Value, indem sie Kapital aus einem Randrohstoff freisetzt, das gemäß unserer Kapitalallokationsstrategie in wachstumsstarke Projekte von BHP und in die Aktionärsrendite reinvestiert werden kann", heißt es in der Mitteilung. Die Vereinbarung stellt, gemessen an der erhaltenen Vorauszahlung, die bisher wertvollste Streaming-Transaktion von BHP dar.
Zudem wurden am Dienstag Zahlen für das abgelaufene Geschäftshalbjahr vorgelegt. Das bereinigte EBITDA stieg um 25 % auf 15,5 Mrd. USD bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 58 %. Der bereinigte zurechenbare Gewinn erhöhte sich ebenfalls um mehr als 20 % auf 6,2 Mrd. USD. Die bereinigte Kapitalrendite (ROCE) stieg um rund 3 Prozentpunkte auf etwa 24 %. Der operative Cashflow lag bei 9,4 Mrd. USD.
CEO Mike Henry hob das Kupfergeschäft des Konzerns hervor. So habe Kupfer mit 51 % des bereinigten EBITDA den größten Anteil am Gesamtergebnis gehabt. "In den letzten vier Jahren haben wir ein Wachstum der Kupferproduktion von rund 30 % erzielt und uns damit, wie von uns erwartet, einen Vorsprung vor dem sich verstärkenden Kupfermarkt verschafft", so der CEO.
Die Kupferprognose für das Geschäftsjahr 2026 wurde auf 1,9 bis 2,0 Mio. Tonnen angehoben.
PEA sieht NPV von Lundin Mining/BHP-Projekt Vicuna bei 9,5 Mrd. USD
Lundin Mining CA5503721063 A0B7XJ legte am Montag die Ergebnisse einer PEA für das Projekt Vicuna in Argentinien vor. Vicuña umfasst die Lagerstätten Filo del Sol und Josemaria und wird durch ein 50/50-Joint-Venture zwischen Lundin Mining und BHP gehalten.
Die Studie sieht eine durchschnittliche Jahresproduktion von 400.000 Tonnen Kupfer, 700.000 Unzen Gold und 22 Millionen Unzen Silber in den ersten 25 vollen Betriebsjahren vor In den ersten zehn Jahren wird eine durchschnittliche Produktion von über 500.000 Tonnen Kupfer, 800.000 Unzen Gold und 20 Moz Silber oder 800.000 Tonnen Kupferäquivalent erwartet. Die anfängliche Lebensdauer der Mine wird auf mehr als 70 Jahre geschätzt, mit einer Gesamtproduktion von ca. 22,3 Millionen Tonnen Kupfer, 37,2 Moz Gold und 763 Moz Silber.
Die PEA sieht bezogen auf die ersten 25 Jahre netto nach Abzug der Gutschriften für Nebenprodukte negative Cash-Kosten von –0,20 USD pro Pfund Kupfer und AISC von 0,47 USD vor.
Daraus ergibt sich ein Nettobarwert (NPV 8 %) von 9,5 Mrd. USD nach Steuern bei im Basisszenario angenommenen Preisen von 4,60 USD/lb Kupfer, 3.300 USD/oz Gold und 40 USD/oz Silber. Die Investitionskosten (Stufe 1) in Höhe von 7,1 Mrd. USD sollen nach 8,4 Jahren amortisiert werden.
Zu aktuellen Spotpreisen für Kupfer, Gold und Silber (6,00 USD/lb Kupfer, 5.000 USD/oz Gold und 80 USD/oz Silber) steigt der Kapitalwert (NPV) bei einem Zinssatz von 8 % auf 28,8 Mrd. USD und der interne Zinsfuß (IRR) auf 25,5 % bei einer Amortisationszeit von 5,4 Jahren.
Jack Lundin, Präsident und CEO von Lundin Mining, kommentierte: "Die Studie skizziert ein Projekt, das zu den fünf größten Kupfer-, Gold- und Silberminen weltweit zählen würde. Ein stufenweiser Entwicklungsansatz bietet einen strukturierten Weg, um das volle Potenzial des Gebiets auszuschöpfen. Dies ermöglicht einen sequenziellen Kapitaleinsatz, ein effektives Risikomanagement und eine kontinuierliche Optimierung."
Couloir Capital hebt Kursziel für Dryden Gold auf 1 CAD an: 185 % Kurspotenzial
Die Analysten von Coulour Capital haben das Kursziel für Dryden Gold CA26245V1013 A3E1GE auf 1 CAD angehoben, woraus sich beim aktuellen Kurs von 0,35 CAD ein Kurspotenzial von 185 % ableitet.
Der Hintergrund: Jüngste Bohrungen in der Pearl-Zone bestätigen eine gestapelte Multi-Zonen-Mineralisierung, einschließlich neu identifizierter hochgradiger "Footwall"-Strukturen parallel zur Elora-Scherzone, was den Fußabdruck von Gold Rock erheblich erweitert. Zu den stärksten Abschnitten gehören 6,4 g/t Gold über 3,3 m (einschließlich 15,1 g/t Gold über 1,0 m) und 77,9 g/t Gold über 0,5 m. Folgebohrungen bei der Sherridon-Entdeckung dehnen die Mineralisierung zudem weiter aus, mit Ergebnissen wie 1,10 g/t Gold über 15,5 m (einschließlich 25,2 g/t Gold über 0,5 m). Ein voll finanziertes Explorationsbudget für 2026 in Höhe von 11,0 Mio. USD unterstützt ein erweitertes Bohrprogramm von ca. 32.000 m. "Diese Entwicklungen positionieren Dryden Gold für eine anhaltende Explorationsdynamik und kontinuierliches Ressourcenwachstum", heißt es im Bericht der Analysten.

