Batteriemetalle mit fundamental getriebener Preiserholung

Batteriemetalle mit fundamental getriebener Preiserholung picture alliance / Westend61 / Gerasimovi

Viele Batteriemetalle konnten, diese gemessen an ihren Tiefs, zuletzt erheblich zulegen. Für Lithiumcarbonat etwa wurde im vergangenen Juni noch rund 60.000 CNY gezahlt. Aktuell liegt der Preis trotz der jüngsten Korrektur bei rund 144.000 CNY: Ein Plus von 140 %.  Der Manganpreis ist seit seinem Tief Ende Dezember 2024 um knapp 10 % gestiegen. Nickel erreichte das Tief erst im vergangenen Dezember und konnte seitdem um 15,9 % zulegen. Auf nicht weniger als 161 % beläuft sich der Zugewinn beim Kobaltpreis auf Sicht von ziemlich genau einem Jahr. Die Graphitpreise sind in den vergangenen Jahren relativ kontinuierlich gestiegen.

Batteriemetalle profitieren von steigender Nachfrage

Auch wenn ein spekulativer Anteil an den Kursgewinnen nicht auszuschließen ist, gibt es fundamentale Gründe für die steigenden Preise. So stieg die gesamte in Elektroautos eingesetzte Batteriekapazität im vergangenen Jahr um 25 % und knackte damit laut Daten des in Toronto ansässigen Beratungsunternehmens Adamas Intelligence erstmals die Marke von einer Terawattstunde.

Im Vergleich dazu lag der Wert im Jahr 2021 bei 286 Gigawattstunden. Damit hat sich der globale EV-Batteriemarkt, gemessen an der Kapazität, innerhalb von 4 Jahren fast vervierfacht. Der Markt ist zudem zehnmal so groß wie 2019.

Die Preiswende macht sich mit Verzögerung in den Lieferketten bemerkbar. Die Rohstoffkosten für das in den Batterien von Elektrofahrzeugen enthaltene Lithium, Graphit, Nickel, Kobalt und Mangan, die im Laufe des Jahres 2025 verkauft wurden, stiegen auf 15,8 Mrd. USD, ein Anstieg von fast 13 % gegenüber dem Vorjahr.  

Die meisten Autohersteller kaufen Batteriemetalle nicht zu Spotpreisen, sondern beziehen Rohstoffe und weiterverarbeitete Produkte über Off-Take-Agreements mit Produzenten.

Dennoch zeigt ein Blick auf die Vergangenheit, wie weit die Kosten für Batteriemetalle noch von ihren Hochs entfernt sind. 2022 beliefen sich die in EVs verbauten Batteriemetalle auf 31 Mrd. USD. Die Kosten lagen also doppelt so hoch wie heute – bei einem, gemessen an der Batteriekapazität, deutlich kleineren Markt.

EV-Ausgaben für Batteriemetalle waren 2022 doppelt so hoch wie 2025

Der Trend hält an. Im Dezember erreichten die monatlichen Ausgaben erstmals seit 27 Monaten wieder mehr als 2 Mrd. USD. Aufgrund der zuletzt gestiegenen Preise und deren leicht verzögerter Auswirkung auf viele reale Abnahmepreise dürfte dieser Wert noch deutlich steigen.

Die einzelnen Batteriemetalle unterliegen dabei, werden Angebot und Nachfrage gemeinsam betrachtet, sehr unterschiedlichen Einflüssen. Der Markt für Kobalt etwa wird stark durch die DR Kongo kontrolliert, deren Weltmarktanteil bei ca. 70 % liegt. Das Land hat ein strenges Quotensystem eingeführt, um die Preise zu stützen und die Kontrolle über das Angebot zu behalten. Der Preisanstieg geht deshalb maßgeblich darauf zurück, dass die Ausfuhrmengen halbiert wurden.

Im Hinblick auf die Nachfrage nach Kobalt sind die anhaltenden Einsparungen von Kobalt durch die Automobilhersteller bei NCM- (Nickel-Kobalt-Mangan) und NCA-Batterien (Nickel-Kobalt-Aluminium) sowie die immer schnellere Verbreitung von LFP-Kathoden (Lithium-Eisenphosphat) zu berücksichtigen. Im Jahr 2025 machten LFP-Akkus, gemessen an der gesamten installierten Batteriekapazität, fast die Hälfte aus. Der Anteil dürfte aufgrund der nun beginnenden Ausbreitung über China hinaus noch weiter steigen.

Durch LFP-Akkus erhöht sich die Nachfrage nach Lithiumcarbonat, während die Nachfrage nach Nickel abnimmt. Der Wert des in EV-Batterien eingesetzten Nickels stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr dennoch um 7 % und erreichte damit einen neuen Höchststand. Erstmals überstieg der Wert des enthaltenen Nickels damit jährlich 6 Mrd. USD.  Der starke Preisanstieg der jüngeren Vergangenheit ist allerdings vor allem auf die Angebotsverknappung durch den Weltmarktführer Indonesien zurückzuführen.

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Optimistische Prognosen für Lithium

Speziell für Lithium sind die Prognosen optimistisch, was allerdings nicht nur auf das Wachstum des EV-Marktes zurückgeführt wird. Laut dem Brancheninformationsdienst Argus Media wird ein anhaltender Zyklus steigender Preise erwartet, "angetrieben durch den verstärkten Ausbau von Batteriespeichersystemen (BESS), deren Nachfrage nach Lithium die der Elektrofahrzeuge voraussichtlich bis Ende der 2020er-Jahre übertreffen wird."

Der Einsatz von Mangan in EVs stieg im Jahresvergleich um 7 %, doch der Wert des Metalls im Bereich der Elektrofahrzeugbatterien bleibt gering. Die kommerzielle Produktion und der Einsatz neuerer Batterietechnologien wie LMFP (Lithium-Mangan-Eisenphosphat) haben bislang nicht zu einer deutlichen Belebung der Nachfrage geführt.