Handelsvolumen bei Metall Futures steigt drastisch - China gibt den Takt vor

Handelsvolumen bei Metall Futures steigt drastisch - China gibt den Takt vor picture alliance / NurPhoto / Ying Tang

Die Handelsvolumina und das Open Interest an chinesischen Metallbörsen erreichten im Januar Rekordwerte. Massive Aktivität wurde sowohl im Bereich der Edel- als auch im Bereich der Industriemetalle registriert. Das Open Interest in den Basismetallen Kupfer, Zink, Nickel, Zinn, Blei und Aluminium an der Shanghai Futures Exchange erreichte Rekordwerte. Bei Lithium lag das Open Interest an der Guangzhou Futures Exchange nahe früherer Rekordhochs.

Ein Großteil der oft spekulativen Long-Positionen entfällt auf Privatanleger, die Ende Januar offenbar mit weiteren Preisanstiegen rechneten. Chinesische Behörden haben auf die Entwicklung reagiert und versucht, die Spekulation einzudämmen. Sowohl an der Shanghai Futures Exchange als auch an der Guangzhou Futures Exchange wurden die Marginanforderungen verschärft.

Chinas Metallbörsen passen Marginanforderungen an

So passte die Guangzhou Futures Exchange zum 21. Januar die tägliche Preisspanne für Lithiumcarbonat-Futures auf 11 % an. Die Margin für spekulatives Trading wurde auf 13 % und die Hedging-Margin auf 12 % angehoben. Diese Anpassung war alles andere als ein Einzelfall: Shanghai Futures Exchange und Guangzhou Futures Exchange haben zusammen 38 Mal die Margen erhöht und die Handelsregeln verschärft, hat Reuters-Analyst Andy Home gezählt.

Home sieht in der Entwicklung von Memecoin ähnliche Manien, wie sie auf den chinesischen Metallmärkten immer wieder vorkamen. Diesmal aber erstreckt sich die Spekulation auf den gesamten Metallbereich und hat auch den Rest der Welt erfasst.

"In China munkelt man, dass Metalle der nächste große Trend sind. Um an diesem Aufwärtstrend teilzuhaben, braucht man lediglich ein Online-Handelskonto, etwas Startkapital und Zugang zum passenden WeChat-Chatroom, um Gleichgesinnte zu treffen", so Home in einem Bericht Anfang Februar.

Auch das Handelsvolumen an der CME ist angestiegen. So verzeichnete der Comex Gold Future im Januar einen Anstieg des Handelsvolumens um 46,7 % auf gut 7,8 Millionen Kontrakte. Noch deutlich stärker fiel der Anstieg des Volumens beim E-Mini Gold Future mit geringerer Kontaktgröße aus: Plus 924,1 % auf gut 224.000 Kontakte. Im Comex Kupferkontrakt stieg das Volumen um 14,4 %, im Comex Mini Kupferkontakt um 358,9 %. Das Handelsvolumen im Comex Silber-Kontrakt stieg um 230,4 %.   

Starke Zunahme des Volumens auch an der CME/Comex

Auch im Optionshandel stieg das Volumen deutlich an. Optionen auf Comex Kupfer wurden 34,5 % mehr gehandelt. Bei Optionen auf Comex Gold gab es laut Bericht der Börse einen Anstieg um 53,6%, bei Comex Silber um 93,3 %.  Erwerben viele Marktteilnehmer Kaufoptionen, treibt dies die Kurse. Die Verkäufer der Optionen sichern sich am Markt durch die Eröffnung von Long-Positionen in Futures ab.

ING Rohstoff Analystin Eva Manthey sieht eine Verlagerung der Preisfindung an den Metallmärkten in Richtung Osten. "Obwohl die Märkte weiterhin global agieren, deutet die Abfolge der Kursbewegungen zunehmend darauf hin, dass China das Zentrum der kurzfristigen Preisbildung ist. Fundamentale Faktoren spielen nach wie vor eine wichtige Rolle, doch diese Verlagerung führt dazu, dass Positionierung und Momentum an Bedeutung gewinnen und somit die Volatilität steigt", notierte sie Anfang Februar in einem Bericht.

Die asiatischen Märkte und insbesondere China geben Manthey zufolge den Takt vor. "Bemerkenswert ist, dass wichtige Kursausbrüche bei Gold und Silber zunehmend während der asiatischen Handelszeiten erfolgten, wobei Europa und die USA eher folgten als die Führung übernahmen."

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Spekulation treibt die Kurse – Epizentrum in China

Manthey sieht ebenfalls vor allem Spekulation als Ursache für die starken Preisbewegungen. So ließen sich einige der jüngsten Kursgewinne allein mit den Fundamentdaten kaum erklären. "Der Anstieg der SHFE-Aktivität ist breit gefächert und betrifft sowohl Basis- als auch Edelmetalle. Dies deutet eher auf eine allgemeine Zunahme spekulativer Beteiligung als auf metallspezifische Schocks hin."

Die kollektive Spekulation an den asiatischen Metallmärkten ist kein Novum. 2017 trieben Spekulanten den Preis von Ferrosilizium nach oben. An einem einzigen Handelstag (dem 23. August 2017) wurde in Zhengzhou Ferrosilicium im Gegenwert von 3,3 Millionen Tonnen gehandelt, was fast der Hälfte des jährlichen Weltmarktvolumens entspricht.