GlenTinto kommt nicht: Rio Tinto und Glencore blasen Merger ab

GlenTinto kommt nicht: Rio Tinto und Glencore blasen Merger ab picture alliance / Newscom / Rafael Ben-Ari

Der Deal hätte das weltweit führende Bergbauunternehmen mit einem Wert von über 200 Mrd. USD geschaffen: Rio Tinto GB0007188757 852147 und Glencore JE00B4T3BW64 A1JAGV haben die Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss beendet. In der Mitteilung von Rio Tinto heißt es, das Unternehmen sei zu dem Schluss gekommen, dass keine Vereinbarung erzielt werden kann, die den Aktionären einen Mehrwert bieten würde.

Glencore sah sich unterbewertet

Glencore lieferte in der eigenen Mitteilung etwas mehr Details. "Die wichtigsten Bedingungen des potenziellen Angebots waren, dass Rio Tinto sowohl den Vorsitz als auch die Position des Chief Executive Officer beibehält und eine Pro-forma-Beteiligung an dem fusionierten Unternehmen übernimmt, was unserer Ansicht nach den zugrunde liegenden relativen Wertbeitrag von Glencore zum fusionierten Konzern deutlich unterbewertete, selbst vor Berücksichtigung einer angemessenen Akquisitionsprämie", heißt es bei den Schweizern.

Soll heißen: Glencore sieht sich selbst und insbesondere das Kupfergeschäft in den diskutierten Bedingungen unterbewertet. Bloomberg berichtete unter Berufung auf Insider, dass Glencore eine Bewertungsprämie angestrebt habe, die den eigenen Aktionären einen Anteil von rund 40 % des fusionierten Unternehmens eingebracht hätte.

Das Kupfergeschäft war ein wesentlicher Grund für die im vergangenen Monat gestarteten Gespräche. Der Kupferpreis an der LME war zeitweise über 14.000 USD pro Tonne gestiegen, da die Märkte ein langanhaltendes Angebotsdefizit fürchten.

Da die Projektpipeline leer ist und insbesondere Greenfield-Projekte sehr lange Vorlaufzeiten aufweisen, versuchen Unternehmen durch Akquisitionen ihr Kupferportfolio auszuweiten.

Glencore, als weltweit sechstgrößter Kupferproduzent, kündigte im Dezember an, die Kupferproduktion deutlich ausweiten und zum größten Produzenten der Welt werden zu wollen. Rio Tinto setzt bei der Ausweitung des Kupferanteils im bislang durch Eisenherz dominierten Portfolio maßgeblich auf Großprojekte wie die Resolution-Mine in Arizona.

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Bergbau-Deals auf 13-Jahres-Hoch

Das Wettrennen um ausreichende Kupferkapazitäten hat nach jahrelanger Zurückhaltung im M&A Bereich zu großen Übernahmen – und entsprechenden Versuchen – geführt. Zu den größten Transaktionen zählt der Anglo Tech Deal. BHP versuchte in den vergangenen Jahren zuvor mehrfach, Anglo American zu übernehmen, was jedoch scheiterte.

Laut der Anwaltskanzlei White & Case erreichte der Wert von Bergbaudeals im Jahr 2025 einen 13-Jahres-Höchststand.  Die lange Zurückhaltung ist auf zu teure Übernahmen im Zuge des Rohstoffbooms der Nullerjahre zurückzuführen, der um 2011 endete. Viele Rohstoffunternehmen wurden mit zu teuer übernommenen Assets in einen jahrelangen Abwärtstrend entlassen, was bis heute nachwirkt.

Rio Tinto und Glencore hatten bereits 2024 Gespräche über einen Zusammenschluss geführt, die jedoch ebenso wie der jüngste Versuch im Sande verliefen. Dass die Märkte diesem Anlauf eine Chance gegeben hatten, lag auch an wesentlichen personellen Wechseln.

So hatte Rio Tinto  CEO Jakob Stausholm ausgewechselt und den früheren Chef der Eisenerzsparte, Simon Trott, an die Spitze beordert. Kritiker hatten jedoch von Beginn an geargwöhnt, dass es sich um zwei Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Kulturen handelt und ein Zusammenschluss deshalb mit langfristigen Nachwehen einhergehen könnte.

Nachdem das Scheitern der Gespräche bekannt wurde, gaben insbesondere die Aktien von Glencore zeitweise um bis zu 10 % nach. Die Rio Tinto-Aktie verlor rund 2,5 %. Der 5. Februar war die Deadline. Bis zu diesem Datum wollten die Unternehmen entweder ein verbindliches Angebot abgeben, vom Deal zurücktreten oder einvernehmlich beschließen, die Gespräche zu verlängern. Gemäß den Übernahmeregeln der Börse liegen die Gespräche nun für sechs Monate auf Eis.

"Ein Deal dieser Größenordnung und mit den beteiligten Egos war von vornherein eine große Herausforderung", sagte Ben Davis, Analyst bei RBC.