Silberpreis 2026: Was kommt nach der Feiertagsrallye?

Silberpreis 2026: Was kommt nach der Feiertagsrallye? bigstockphoto

Wer bereits am 01. Januar 2025, also vor ziemlich genau einem Jahr, größere Mengen Silber im Portfolio hatte, darf sich zu den Gewinnern des abgelaufenen Kapitalmarktjahres zählen. Rund 30 USD wurden um den vorvergangenen Jahreswechsel herum pro Feinunze gezahlt. Am Jahresende notierte der Silberpreis bei 72 USD: 140 % Gewinn binnen zwölf Monaten.

Silberpreis notiert nach Korrektur über wichtigem Unterstützungslevel

Wie es weitergeht, ist aufgrund der Kursentwicklung in den vergangenen Wochen höchst unsicher. Seit Mitte November war der Silberpreis von ca. 50 USD auf zeitweise 82 USD gestiegen. Vor allem rund um die Feiertage war eine bemerkenswerte Rallye mit anschließender Korrektur zu beobachten. Es ist aber noch unklar, ob es sich um eine Korrektur oder das Ende der Rallye handelt. Für Letzteres spräche ein Kursrückgang unter das signifikante Unterstützungsniveau im Bereich von 70 USD. Hier kreuzen sich Trendlinien und eine wichtige horizontale Unterstützung.

Die UBS sieht den Silberpreis Mitte 2026 bei 55 USD, hatte diese Prognose allerdings bereits im November bekräftigt. Für das Edelmetall sprechen demnach sinkende Nominal- und Realzinsen, globale Schuldensorgen, die Abwertung des US-Dollars und die Erwartung einer Erholung des globalen Wirtschaftswachstums. Interessant sind die Aussagen der Bank zum Gold-Silber-Verhältnis: Als Zielwert wird hier 70 genannt. Am 01. Januar lag der Wert bei 60, Silber war damit also oberhalb des Zielwertes bewertet.

Morgan Stanley erwähnte Silber im Rahmen einer Prognose für verschiedene Edelmetalle Mitte Dezember. Sowohl die Prognose als auch die Erläuterungen dazu sind interessant: Silber dürfte demnach gegenüber Gold zurückbleiben, wobei das Defizit im Jahr 2025 seinen Höhepunkt erreichen dürfte, während die Zahl der Solaranlagen im Jahr 2026 sinken dürfte.

Höhepunkt des Silberdefizits überschritten?

Viele Silber-Bullen begründen die höheren Preise mit einer wachsenden industriellen Nachfrage nach Silber. Dieser Trend ist signifikant, könnte seinen Höhepunkt aber bereits hinter sich gelassen haben. Tatsächlich ist die photovoltaikbedingte Silbernachfrage von 88,9 Mio. Unzen im Jahr 2021 auf 197,6 Mio. Unzen im Jahr 2024 gestiegen.

Bereits für 2025 erwartet das Silver Institute jedoch bereits einen leichten Rückgang auf 195,7 Mio. Unzen. Dabei prognostiziert BloombergNEF für 2025 nochmal einen deutlichen Zuwachs beim Zubau der Solarkapazität auf 665 GW nach 592 GW im Vorjahr. Dass es dennoch zu einem Rückgang der Silbernachfrage aus diesem Bereich kam, dürfte auf die Substitution zurückzuführen sein. Für 2026 wird sogar ein Rückgang der neu zugebauten Kapazität auf 649 GW erwartet.

J.P. Morgan gab sich Anfang Dezember optimistisch im Hinblick auf den Silberpreis 2026. "Für Silber wird ein Anstieg auf etwa 58 US-Dollar pro Unze bis zum vierten Quartal prognostiziert, mit einem Jahresdurchschnitt von 56 US-Dollar pro Unze", heißt es in einem Bericht. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau wäre der Eintritt dieser Prognose jedoch mit einem starken Kursrückgang verbunden.

Mit unserem kostenlosen Newsletter bleiben Sie stets zu interessanten Rohstoffthemen und Minenfirmen auf dem neuesten Stand. Verpassen Sie keine Marktkommentare und Hintergrundberichte zu spannenden Metallen mehr.

Mit dem Absenden bestätigen Sie, dass Sie unseren Disclaimer / AGB, unsere Datenschutzerklärung und Informationsvertragsbedingungen gelesen haben und akzeptieren.
Sie haben es fast geschafft!

Öffnen Sie Ihr Email Programm (eventuell den Spam Ordner prüfen) und klicken Sie in der Email mit dem Betreff: "Miningscout: Bitte Anmeldung bestätigen" auf den Bestätigungslink.

Fügen Sie info@miningscout.de als Kontakt in Ihrem Email-Programm hinzu, damit unser Newsletter nicht aus Versehen als Spam markiert wird.

Sprott: Weltweit signifikante institutionelle Zuflüsse in Silber

Auch andere Silberpreisprognosen laufen der Feiertagsrallye hinterher. Die ING etwa prognostiziert für das erste Quartal 2026 einen durchschnittlichen Silberpreis von 58 USD.

Sprott Asset Management CEO John Ciampaglia nennt kein konkretes Kursziel, sieht aber grundsätzlich weiteres Potenzial für den Silbermarkt. "Wir haben im Sprott Physical Silver Trust rund eine Milliarde Dollar eingeworben, was ein gutes Zeichen dafür ist, dass Investoren aufmerksam sind. (…) Weltweit beobachten wir signifikante institutionelle Zuflüsse in Silber. Auch in Ländern wie Indien ist eine rege Nachfrage nach Silber zu verzeichnen, da Gold dort sehr teuer geworden ist und Silber zunehmend als Ersatz dient. (…) Es scheint, als ob der Preis nach einer langen Phase auf sehr niedrigem Niveau gerade erst richtig in Schwung kommt."