Goldpreis 2026: Was Banken und Analysten jetzt erwarten

Goldpreis 2026: Was Banken und Analysten jetzt erwarten picture alliance/dpa / Uli Deck

Der Goldpreis hat im Jahr 2025 um rund 60 % zugelegt. Die Preistreiber: Notenbanken auf der Suche nach Diversifikation für ihre Währungsreserven und Anleger, die sich gegen Inflation, Geopolitik und De-Dollarisierung abzusichern versuchen.

Goldman Sachs Goldprognose: 4.900 USD mit Aufwärtsrisiken

UBS Analyst Dominic Schneider notierte in einem Beitrag kurz vor Weihnachten: "Unserer Ansicht nach dürfte Gold weitere Kursgewinne verzeichnen, unterstützt durch Käufe der Zentralbanken, hohe Haushaltsdefizite, niedrigere US-Realzinsen und anhaltende geopolitische Risiken." Die UBS rechnet für 2026 mit fortgesetzten Goldkäufen durch Zentralbanken im Umfang von 900 Tonnen. Dies entspricht einer leichten Verlangsamung gegenüber dem Jahr 2025, liegt aber deutlich über der jährlichen Rate von rund 450-500 Tonnen im Zeitraum 2010-21. Für Juni 2026 prognostiziert die UBS einen Goldpreis von 4.500 USD.

Goldman Sachs prognostiziert im Basisszenario bis Dezember 2026 einen Anstieg des Goldpreises auf 4.900 USD. Diese Goldpreisprognose unterliegt den Analysten zufolge dabei Aufwärtsrisiken aufgrund einer potenziellen Ausweitung der Diversifizierung auf private Investoren.

J.P. Morgan sieht Goldpreis langfristig bei 6.000 USD

Auch J.P. Morgan bleibt im Lager der Goldbullen. "Die Aussichten für den Metallpreis in den Jahren 2026 und 2027 bleiben positiv. Es wird erwartet, dass die Preise bis zum vierten Quartal 2026 auf fast 5.000 USD pro Unze steigen werden, wobei langfristig sogar 6.000 USD pro Unze möglich sind", heißt es in einem Research-Bericht aus dem Dezember. "Die Nachfrage von Zentralbanken und Investoren nach Gold dürfte weiterhin stark bleiben und im Jahr 2026 durchschnittlich 585 Tonnen pro Quartal betragen."

Natasha Kaneva, Leiterin der globalen Rohstoffstrategie bei JP Morgan, erläutert die Gründe für die Prognose. "Auch wenn die Goldpreisrallye nicht linear verlaufen ist und auch zukünftig nicht linear verlaufen wird, sind wir überzeugt, dass die treibenden Faktoren für diese Preissteigerung noch nicht ausgeschöpft sind." Der langfristige Trend der Diversifizierung der offiziellen Reserven und der Investoren in Gold werde sich fortsetzen.

Morgan Stanley prognostiziert für das vierte Quartal Goldpreise im Bereich von 4.800 USD. Zwar würden Zentralbanken und börsengehandelte Fonds ihre Käufe reduzieren. Erwartete Zinssenkungen und ein schwächerer Dollar würden jedoch die Aufwärtsdynamik aufrechterhalten.

Potenzial für eine Fortsetzung der Goldrallye sehen auch die Analysten von ING. "Wir bleiben optimistisch in unserer Goldpreisprognose, da die positiven makroökonomischen Rahmenbedingungen und die Fundamentaldaten auf weiteres Aufwärtspotenzial im Jahr 2026 hindeuten", schrieb Ewa Manthey Anfang Dezember in einem Kommentar.

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ING: Die wichtigsten Preistreiber für Gold bestehen weiterhin

"Wir gehen davon aus, dass die wichtigsten Preistreiber für Gold – darunter Käufe der Zentralbanken, Zinssenkungen der Fed, ein schwächerer Dollar, Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed und ETF-Käufe – weiterhin bestehen (…)." Potenzial sieht die ING nicht zuletzt bei den Zuflüssen zu Gold ETFs. "Es besteht noch Spielraum für weitere Zukäufe, da der aktuelle Gesamtbetrag noch unter dem Höchststand von 2020 liegt. Weitere Zuflüsse könnten den Goldpreis noch weiter in die Höhe treiben." Den durchschnittlichen Goldpreis 2026 sieht die ING allerdings bei 4.325 USD, was dem aktuellen Kursniveau in etwa entspricht.

Die kanadische Bank BMO Capital Markets rechnet ebenfalls damit, dass sich der Aufwärtstrend bei Gold im Jahr 2026 fortsetzen wird. In ihrem offiziellen Rohstoffausblick für 2026 geht die BMO davon aus, dass Gold im ersten Halbjahr seinen Jahreshöchststand erreichen wird.  Der durchschnittliche Preis im ersten Halbjahr soll bei 4.600 USD liegen, der Durchschnittspreis für das Gesamtjahr bei 4.550 USD.

Sprott sieht "Paradigmenwechsel" bei Banken

Die Bank of America rechnet mit Goldpreisen von bis zu 5.000 USD und sieht den durchschnittlichen Preis 2026 bei 4.400 USD. "Der unorthodoxe politische Rahmen des Weißen Hauses dürfte angesichts der Haushaltsdefizite, der steigenden Verschuldung, der Absicht, das Leistungsbilanzdefizit bzw. die Kapitalzuflüsse zu reduzieren, sowie des Bestrebens, die Zinsen bei einer Inflation von rund 3 % zu senken, weiterhin günstig für Gold sein", heißt es in einem Bericht.

Der auf Rohstoffe spezialisierte Vermögensverwalter Sprott ist naturgemäß optimistisch, wenn es um die Prognose von Gold- und anderen Rohstoffpreisen geht. Im jüngsten Ausblick äußert Sprott Asset Management CEO John Ciampaglia eine interessante Randbemerkung zum Prognoseverhalten der großen Banken. "Es ist erstaunlich, dass einige dieser namhaften Banken (…) Kursziele für Gold haben, die über dem aktuellen Niveau liegen. (…) Für uns ist das fast beispiellos, da die meisten dieser Banken ihre Kursziele bisher stets unter dem aktuellen Spotpreis angesetzt haben. Das ist ein echter Paradigmenwechsel in ihrer Sichtweise und in ihren Anlageempfehlungen für institutionelle Großkunden und vermögende Privatkunden."