EU verliert wichtigsten Aluminiumlieferanten durch Stillstand in Mosambik

EU verliert wichtigsten Aluminiumlieferanten durch Stillstand in Mosambik picture alliance / Zoonar / Steven Heap

Die Aluminiumhütte Mozal in Mosambik wird ab März 2026 stillgelegt. Das Unternehmen South32 AU000000S320 A14QLH bestätigte, dass der Standort mangels Stromversorgung auf unbestimmte Zeit in den sogenannten "Care and Maintenance"-Modus versetzt wird. Hintergrund ist ein gescheiterter Stromdeal mit dem staatlich kontrollierten Energieversorger Hidroelectrica de Cahora Bassa (HCB). Auch Gespräche mit Eskom aus Südafrika brachten keine Lösung.

Mozal gilt als der größte Aluminiumexporteur nach Europa. Laut Handelsdaten verschiffte die Hütte bis Oktober 2025 rund 430.000 Tonnen Primäraluminium in die EU – knapp 20 % der Gesamtimporte. Die EU steht damit vor einer massiven Lücke in ihrer Versorgungskette.

Europa verliert zwei seiner wichtigsten Aluminiumquellen

Nicht nur Mozal fällt weg. Auch das isländische Werk von Century Aluminum musste wegen technischer Probleme zwei Drittel seiner Kapazität vom Netz nehmen. Damit entfallen binnen weniger Monate die zwei größten Aluminiumquellen Europas außerhalb der eigenen Produktion.

Nach Einschätzung der niederländischen ING Bank steigt das globale Angebotsdefizit für 2026 durch Mozal um rund 400.000 Tonnen auf 600.000 Tonnen. Die EU, mit einem Jahresbedarf von etwa 9 Mio. Tonnen, muss sich rasch nach Alternativen umsehen.

"Europa wird vor allem verstärkt aus Kanada und dem Nahen Osten importieren", sagte ING-Analystin Ewa Manthey laut Reuters. Auch Ross Strachan vom Analysehaus CRU sieht den Golfraum im Vorteil: "Dort locken die gestiegenen EU-Preise zusätzliche Lieferungen an."

Stromkonflikt trifft auf geopolitisch sensibles Marktumfeld

Die Stromprobleme in Mosambik wurzeln in strukturellen Engpässen und Wetterextremen. Laut South32 verschärfte eine anhaltende Dürre die Versorgungslage zusätzlich. Die Gespräche über einen neuen Liefervertrag scheiterten letztlich an unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Dabei kommt der Stillstand zu einem heiklen Zeitpunkt: Die EU führt ab Januar 2026 eine CO₂-Grenzabgabe für Aluminiumimporte ein. Gleichzeitig wird der Zugang zu russischem Aluminium begrenzt – ab Februar auf 50.000 Tonnen pro Jahr. Die Folge: Die physischen Aluminiumpreise steigen deutlich.

Der Aufschlag auf den Basispreis an der London Metal Exchange (LME) – die sogenannte Duty Paid Premium – erreichte Anfang Dezember ein Zehnmonatshoch von 340 USD pro Tonne (Stand: 05.12.2025).

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Unternehmen rechnen mit steigenden Kosten für Primäraluminium

Für South32 bedeutet der Schritt zunächst hohe Einmalkosten. Das Unternehmen rechnet mit rund 60 Mio. USD für Abwicklung und Personalmaßnahmen. Die laufenden Stillstandskosten werden mit 5 Mio. USD pro Jahr veranschlagt.

Für europäische Unternehmen dürfte es deutlich teurer werden. Die Neuausrichtung der Lieferketten, höhere Transportkosten und CO₂-Abgaben treffen auf eine ohnehin angespannte Rohstofflage. Wer kein langfristiges Lieferabkommen besitzt, muss mit höheren Einkaufspreisen rechnen.

Wie lange der Stillstand bei Mozal andauert, ist offen. South32 betonte, dass man weiterhin gesprächsbereit sei – konkrete Fortschritte gibt es bislang aber nicht.