Die Rohstoffwoche: Glencore, Rio Tinto, BHP, Albemarle, BMW, First Quantum Minerals, Sibanye Stillwater, Anglo American

Die Rohstoffwoche: Glencore, Rio Tinto, BHP, Albemarle, BMW, First Quantum Minerals, Sibanye Stillwater, Anglo American picture alliance / CFOTO

Diese Woche stand ganz im Zeichen von Geschäftszahlen. Mit Glencore, BHP und Rio Tinto meldete das "Who Is Who" der Rohstoffmärkte Daten zur Geschäftsentwicklung. Die niedrigeren Rohstoffpreise hinterlassen ihre Spuren. Glencore musste einen EBITDA-Rückgang um rund 50 % vermelden, Rio Tinto um 9 %. Rio verkündete in dieser Woche zudem das Go des Vorstands für das Eisenerzprojekt Simandou. Das EBITDA von BHP konnte dagegen leicht zulegen, wenngleich unterm Strich 86 % weniger Gewinn zu Buche standen. First Quantum meldete ebenfalls Zahlen, die angesichts des Desasters in Panama erwartet schlecht ausfielen. Ein Vorauszahlungsdeal mit dem größten Anteilseigner Jiangxi Copper könnte nun die Liquiditätssituation entspannen. Sibanye Stillwater leidet unter sinkenden Rohstoffpreisen und warnt vor einem Gewinnrückgang um 91 %. Die Rohstoffwoche im Überblick.

Glencore vermeldet Gewinnrückgang um 50 %

Glencore (WKN: A1JAGV, ISIN: JE00B4T3BW64)  stellte am Mittwoch in Baar die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr vor.  Der Umsatz ging von 255,98 Milliarden USD im Vorjahr auf 217,83 Milliarden USD zurück. Das bereinigte EBITDA sank von 34,06 Milliarden USD im Vorjahr um rund 50 % auf 17,10 Milliarden USD im Jahr 2023. Der Löwenanteil des Gewinns stammt aus dem Energiebereich. Entsprechend haben sich niedrigere durchschnittliche Energiepreise auch besonders stark im Ergebnis niedergeschlagen, da die Preise für Kohle und Flüssigerdgas die sehr hohen Niveaus des Vorjahres nicht halten konnten. Diese Entwicklung ist auch ursächlich für den Rückgang des Handelsgewinns von 6,795 Milliarden USD auf 3,9 Milliarden USD. Der Gewinn im Geschäft mit Kupfer sank von 5,73 Milliarden USD auf 3,95 Milliarden USD. Glencore wies einen Nettogewinn von 4,28 Milliarden USD aus – 50 % weniger als im Vorjahr. Dazu trugen auch Wertminderungen aufgrund niedrigerer Kobaltpreisannahmen und Korrekturen bei Zinkanlagen bei.

Rio Tinto mit Gewinnrückgang und Simandou-Go

Rio Tinto (WKN: 855018, ISIN: AU000000RIO1)  informierte am Mittwoch über die Ergebnisse des Jahres 2023. Der Umsatz sank um 3 % gegenüber dem Vorjahr auf 54,041 Milliarden USD. Das EBITA ging um 9 % auf 23,892 Milliarden USD zurück. Der Gewinn nach Steuern sank um 19 % auf 10,058 Milliarden USD, der Gewinn pro Aktie um 12 % auf 7,25 USD. Die Dividende wird um 12 % auf 4,35 USD gekürzt. Rio Tinto CEO Jakob Stausholm betonte, dass die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens weiterhin disziplinierte Investitionen zuließen.

Der Vorstand hat derweil grünes Licht für das Eisenerzprojekt Simandou in Westafrika gegeben. Dies teilte Stausholm am Mittwoch gegenüber Medien mit. So soll bereits im Jahr 2025 mit der Eisenerzproduktion begonnen werden. Im Januar hatte das Unternehmen angekündigt, nach fast 30 Jahren Verzögerungen in diesem Jahr mit Infrastrukturarbeiten zu starten. Die neue Mine soll einen erheblichen Teil zur globalen Eisenerzproduktion beitragen.

BHP: Gewinn sinkt um 86 %

BHP (WKN: 850524, ISIN: AU000000BHP4) legte am Dienstag Zahlen für das zweite Halbjahr 2023, das dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres entspricht. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 6 % auf 27.232 Mrd. USD zu. Gleichzeitig sankt allerdings der Gewinn um 86 % auf 927 Mio. USD. Ursächlich waren Wertminderungen im westaustralischen Nickelgeschäft und steigende Belastungen im Zusammenhang mit dem Samarco-Unglück. Der operative Gewinn sank um 56 % auf 4,8 Mrd. USD, das EBITDA legte dagegen um 5 % auf 13,9 Mrd. USD zu. CEO Mike Henry konstatierte, Nickel West, West Musgrave und Samarco hätten "eine ansonsten solide operative Leistung und insgesamt gesunde Rohstoffpreise zunichte" gemacht.

Albemarle schließt Kooperationsvereinbarung mit BMW ab

Der weltweit größte Lithiumhersteller Albemarle (WKN: 890167, ISIN: US0126531013) verkündete am Dienstag eine mehrjährige Kooperation mit der BMW Group. Die Vereinbarung tritt 2025 in Kraft und ist laut Albemarle "eine der größten Vereinbarungen des Unternehmens weltweit und von erheblichem Umfang und Wert". Der Deal sieht neben der Lieferung von Lithiumhydroxid auch eine Kooperation "bei der Technologie für sicherere und energiedichtere Lithium-Ionen-Batterien" vor.

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First Quantum schließt 500 Mio. USD schwere Abnahmevereinbarung mit Jiangxi Copper ab

First Quantum Minerals (WKN: 904604, ISIN: CA3359341052) hat in dieser Woche Zahlen vorgelegt, die angesichts der Krise in Panama erwartungsgemäß schlecht ausfielen. So erlitt das Unternehmen im vierten Quartal einen Verlust von 1,45 Milliarden USD bzw. 2,09 USD pro Aktie (Vorjahr: +0,17 USD pro Aktie). Allerdings kommen die Kanadier beim Verkauf von Assets zur Schuldentilgung offenbar voran.

Das Unternehmen vermeldete einen 500 Mio. USD schweren Deal mit dem größten Anteilseigner Jiangxi Copper. Vereinbart wurde demnach eine dreijährige Vorauszahlung in dieser Höhe als Gegenleistung für die Lieferung von 50.000 Tonnen Kupferanoden pro Jahr aus dem Kansanshi-Betrieb von First Quantum. Die Lieferung soll zu Marktpreisen bezahlt werden.

Auch an anderen Baustellen geht es vorwärts. So sei der Verkaufsprozess für die Mine Las Cruces in Spanien weit fortgeschritten. Zudem bestehe die Möglichkeit einer Minderheitsbeteiligung strategischer Investoren an dem Geschäft in Sambia.

Sibanye Stillwater muss wegen sinkender Metallpreise 2,5 Mrd. USD abschreiben

Sibanye Stillwater (WKN: A2PWVQ, ISIN: ZAE000259701)  informierte am Mittwoch über erhebliche Wertminderungen aufgrund der gesunkenen Platin-, Palladium- und Nickelpreise im Gesamtumfang von 2,5 Milliarden USD.

Der südafrikanische Konzern warnte deshalb vor einem deutlichen Gewinnrückgang um 91 %. So wird der Gewinn pro Aktie für 2023 voraussichtlich im Bereich von 0,6-0,66 Rand liegen – nach 6,52 Rand im Jahr zuvor. Die Ergebnisse für das zweite Halbjahr sowie für das Gesamtjahr 2023 werden am 5. März vorgelegt.

CEO Neal Froneman sprach von einem "herausfordernder im Jahr". Er betonte jedoch, dass alle südafrikanischen Betriebe und der australische Betrieb vor Ende des vierten Quartals profitabel gewesen seien. Das Unternehmen habe "bereits proaktive Schritte unternommen, um die verlustbringende Produktion in unrentablen Betrieben anzugehen".

Anglo American meldet Gewinneinbruch um 94 %

Anglo American (WKN: A0MUKL, ISIN: GB00B1XZS820) reihte sich am Donnerstag ein und meldete Zahlen für 2023. Der Nettogewinn des Unternehmens sank im Vergleich zum Vorjahr um 94 % auf 283 Millionen USD. Ursächlich waren vor allem Abschreibungen im Diamanten- und Nickelgeschäft sowie die niedrigen Preise für Platin und Diamanten.

Das EBITDA sank von 14,495 Milliarden US-Dollar auf 9,96 Milliarden US-Dollar, wobei Kupfer und Eisenerz mit 3,23 Milliarden US-Dollar bzw. 4,01 Milliarden US-Dollar den größten Beitrag leisteten. Der Umsatz sank von 35,12 Milliarden USD auf 30,65 Milliarden USD, die Nettoverschuldung stieg von 6,92 Milliarden USD auf 10,615 Milliarden USD.

In Dezember hatte Anglo American ein Kostensenkungsprogramm für 2024 angekündigt. CEO Duncan Wanblad betonte, dass "bei Bedarf weitere Maßnahmen" möglich seien, um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.