Die Rohstoffwoche: Albemarle, Rio Tinto, The Metals Company, Deep South Resources, Trafigura, NevGold

Die Rohstoffwoche: Albemarle, Rio Tinto, The Metals Company, Deep South Resources, Trafigura, NevGold picture alliance / ZB / Arno Burgi / dpa

Albemarle hat im zweiten Quartal gut verdient – und auch die Prognosen für das Gesamtjahr noch einmal spürbar angehoben. Rio Tinto hat in Chile Kupfer-Explorationsprojekte von PanAmerican Silver gekauft und will diese nun im Rahmen eines Joint Ventures mit Codelco untersuchen.

The Metals Company indes hat einen Antrag auf eine Lizenz für den Tiefseebergbau bereits für Juli 2024 angekündigt – schon 2025 sollen die ersten Knollen vom Meeresgrund geholt werden. Deep South Resources hat derweil weitere, neue, alte Bohrergebnisse von Haib Copper veröffentlicht – und sieht sich in seiner Interpretation des Projekts bestätigt.

Trafigura muss mit weiteren Kosten in der DR Kongo rechnen: der größten Kupfer- und Kobaltminen des Landes verzögert sich. Und NevGold berichtet über die vollzogene Auslagerung des Ptarmigan-Projekts in eine Tochtergesellschaft, die auch gleich mit einem Optionspaket ausgestattet wird. Die Rohstoffwoche im Überblick.

Starke Nachfrage nach Lithium: Albemarle erhöht Prognose

Albemarle (WKN: 890167, ISIN: US0126531013, Ticker: ALB) hat am Mittwoch Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Der Umsatz stieg um 60 % auf 2,4 Mrd. USD, dass bereinigte EBITDA legte um 69 % auf 1,0 Mrd. USD zu.

Angehoben wurde auch der Ausblick. So soll der Umsatz im Gesamtjahr 2023 in einer Spanne von 10,4-11,5 Mrd. USD liegen. Anfang Mai waren noch 9,8-11,5 Mrd. USD prognostiziert worden. Das EBITDA wird demnach im Bereich von 3,8-4,4 Mrd. USD (Prognose Mai: 3,3-4,0 Mrd. USD) liegen, die bereinigte EBITDA Marge bei 37-38 % (34-35 %). Der Gewinn pro Aktie wird im Bereich von 25-29,50 USD erwartet (zuvor 20,75 USD-25,75 USD).

Rio Tinto kauft Anteile an Agua de la Falda und startet Kupfer JV mit Codelco

Rio Tinto (WKN: 855018, ISIN: AU000000RIO1, Ticker: RTNTF) informierte am Dienstag über den Kauf der Anteile von PanAmerican Silver an Agua de la Falda S.A. Agua de la Falda besitzt Explorationskonzessionen in der Atacama-Region Chiles. Außerdem wird Rio Tinto ein Joint Venture mit Codelco gründen, um die Assets zu explodieren und bei Eignung zu entwickeln.

Für den 57,74-%-igen Anteil von PanAmerican Silver an Agua de la Falda zahlt Rio Tinto 45 Mio. USD. Zusätzlich wurden Lizenzgebühren vereinbart. Die restlichen 42,26 % an Agua de la Falda hält Codelco. Der Rohstoffriese erwirbt außerdem 100 % der nahegelegenen Meridian Liegenschaft für 550.000 USD zuzüglich Lizenzgebühren.

The Metals Company (TMC) will 2025 mit Tiefseebergbau starten

The Metals Company (WKN: A3C20W, ISIN: CA87261Y1060, Ticker: TMC) will schon 2025 mit dem Tiefseebergbau loslegen. Wie das Unternehmen am Dienstag auf seiner Homepage mitteilte, plant die TMC-Tochtergesellschaft Nauru Ocean Resources Inc. (NORI), im Juli 2024 einen Antrag bei der ISA einzureichen. Die Einreichung erfolgt damit nach der geplanten Sitzung der Meeresbodenbehörde. Unter Berücksichtigung eines einjährigen Genehmigungsprozesses rechnet das Unternehmen damit, im vierten Quartal 2025 in Produktion gehen zu können.

Schon bevor es losgeht, wurde zudem eine Ausweitung der Kapazität angekündigt. Nach Tests im Jahr 2022, bei denen über 3.000 t Knollen vom Meeresboden an die Oberfläche gehoben wurden, planen die NORI und der Offshore-Partner und Anteilseigner Allseas eine Ausweitung der Produktionskapazität des Project Zero Offshore Systems von 1,3 Mio. auf 3,0 Mio. Nasstonnen pro Jahr (beide Werte verstehen sich als Schätzung).

Newsletter & Spezialreport

Uran erlebt aktuell ein grandioses Comeback. Der Spotpreis ist in den letzten 3 Jahren um über +200% angestiegen. Erfahren Sie in unserem neuen Spezialreport die wichtigsten Hintergründe und wie Sie als Anleger vom Uran-Boom profitieren können. Melden Sie sich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie gratis als Dankeschön den Miningscout Spezialreport Uran.

Deep South Resources legt neue Bohrergebnisse für Haib Copper vor

Der kanadische Kupferexplorer Deep-South Resources Inc. (TSX-V: DSM; Frankfurt: DSD; WKN: A2DGWF; ISIN CA24378W1032) hat am Donnerstag über weitere Bohrergebnisse beim Haib Copper Projekt in Namibia informiert.

Es handelt sich um die vierte Reihe von Ergebnissen aus dem im Juni 2021 lizenzbedingt unterbrochenen Bohrprogramms. Für 13 Bohrlöcher wurden demnach vollständige, für ein weiteres Bohrloch teilweise Ergebnisse übermittelt. Über die Ergebnisse ersten sechs Bohrlöcher hatte das Unternehmen bereits informiert. Nun folgten die Ergebnisse der verbleibenden sieben Bohrlöcher.

Diese Löcher erstrecken sich über etwa 1.360,92 Meter und decken alle 4 Zielgebiete ab. Das Ziel der Bohrungen bestand darin, die zuvor identifizierten höhergradigen Teile des Haib-Kupferprojekts besser abzugrenzen und die Gehalte zwischen den Zonen zu testen. Die wichtigsten Ergebnisse:

HM110,62 % CuEq über 10 Meter, einschließlich 4 Meter mit 0,97 % CuEq.
HM110,46 % CuEq auf 26,36 Metern, einschließlich 4 Meter mit 0,76 % CuEq.
HM120,76 % CuEq über 20 Meter, einschließlich 4 Meter mit 2,57 % CuEq.
HM140,35 % CuEq über 30 Meter ab der Oberfläche und 0,48 % CuEq über 26 Meter.
HM220,63 % CuEq auf 50 Metern, einschließlich 0,80 % CuEq auf 16 Metern.
HM260,37 % CuEq über 16 Meter ab 26 Metern unter der Oberfläche.

Deep South CEO Pierre Léveillé zeigte sich "begeistert" von den Ergebnissen und verwies abermals darauf, dass der Explorer nach kupferhaltigen Zonen sucht, die mit nahezu vertikalen Strukturen verbunden sind und die bei früheren vertikalen Bohrungen möglicherweise verfehlt wurden. Durch geneigte Bohrungen sollen diese Strukturen besser identifiziert werden. Die Ergebnisse stützen demnach die aktuelle Interpretation.

Trafigura muss bei Kupfer-Kobalt-Projekt in DR Kongo nachschießen

Dem Rohstoffhändler Trafigura drohen bei einem 600 Millionen USD schweren Kupfer-Kobalt-Projekt in der DR Kongo offenbar höhere Kosten. Das durch den langjährigen Partner Chemaf SA entwickelte Projekt ist wegen ausufernder Kosten und der schwachen Kobalt Preisentwicklung in Schieflage.

Medienberichten zufolge ist das im vergangenen Jahr gewährte Darlehen in Höhe von 600 Millionen USD – an dem auch mehrere Banken beteiligt sind – bereits aufgebraucht. Offensichtlich besteht zusätzlicher Bedarf Umfang von 200-300 Mio. USD, für den Trafigura nach Investoren sucht.

Das Unternehmen plant den Bau einer der größten Kupfer- und Kobaltminen im Kongo. Zum Projekt gehören auch Verarbeitungsanlagen in Mutoshi und Lubumbashi. Die Arbeiten sind einem Schemasprecher zufolge zu mehr als 70 % abgeschlossen. Ursprünglich sollte die Produktion im dritten Quartal 2023 beginnen. Aktuell rechnet Trafigura nicht mehr mit der Fertigstellung in diesem Jahr.

NevGold schließt Auslagerung von Ptarmigan ab

Der Edelmetallexplorer NevGold Corp. (TSX-V: NAU, WKN:A3CTE1, ISIN: CA6415361071) hat am Dienstag die im Mai angekündigte Auslagerung des Multimetallprojekts Ptarmigan in die Tochtergesellschaft SubCo vollzogen. Die Liegenschaft wird an SubCo übertragen, das dafür 25 Mio. eigene Aktien an NevGold aushändigt.

Zusätzlich wurde eine Optionsvereinbarung mit Eagle Plain Resources Ltd getroffen. Über diese Vereinbarung kann SubCo ein Portfolio mit Explorationsprojekten in British Columbia erwerben, darunter zwei Gold-Silber-Projekte und drei Lithiumprojekte.

Um die Option ausüben zu können, muss SubCo bis Ende des Jahres 500.000 USD und bis Ende 2024 weitere 500.000 USD in die Projekte investieren und insgesamt 10 Mio. eigene Aktien an Eagle Plain aushändigen. NevGold plant, SubCo durch Ausgliederung, Fusion oder Verkauf auf eine spätere Börsentransaktion vorzubereiten.