Batteriemetall: USA vor Wiederaufnahme der Manganproduktion

Batteriemetall: USA vor Wiederaufnahme der Manganproduktion South32 / Hermosa Projekt in Arizona

In den USA könnte nach 50 Jahren Abstinenz bald wieder Mangan produziert werden. In Arizona gibt es große Vorkommen, die nun beschleunigt erschlossen werden sollen. Dazu wurde nun erstmals ein noch unter der Regierung Obama erlassenes Gesetz auf ein Minenprojekt angewandt.

Das Mangan- und Zinkprojekt Hermosa befindet sich in einem historischen Bergbaugebiet in den Patagonia Mountains im Süden des US-Bundesstaats Arizona. Eigentümer ist das australische Bergbauunternehmen South32 (WKN: A14QLH, ISIN: AU000000S320), das 2015 durch eine Abspaltung von BHP (WKN: 850524, ISIN: AU000000BHP4) entstand.

South32 sieht in Hermosa das einzige derzeit in einem fortgeschrittenen Stadium befindliche Minenprojekt, das zwei Rohstoffe produzieren kann, die durch die US-Regierung den sogenannten kritischen Mineralien zugerechnet werden: Mangan und Zink.

Beschleunigte Umsetzung durch FAST-41

Hermosa ist zudem das erste Minenprojekt, das dem FAST-41-Prozess zugeordnet wird. Das "Fixing America’s Surface Transportation"-Gesetz wurde noch unter der Regierung Barack Obama (im Dezember 2015) erlassen. Mit dem Gesetz sollen Projekte durch eine verbesserte Koordination zahlreicher Behörden schneller vorangetrieben werden.

South32 CEO Graham Kerr sieht in der Einbeziehung von Hermosa in das Regelwerk einen "wichtigen Meilenstein, der das Potenzial des Projekts zur Stärkung der inländischen Versorgung mit kritischen Mineralien in den USA" anerkenne. Bau und Minenerschließung in den beiden Lagerstätten Taylor und Clark könnten nun beginnen.

Noch in diesem Jahr will South32 die Machbarkeitsstudie für die Zink-Blei-Silber-Lagerstätte Taylor abschließen. Für die Clark-Lagerstätte laufen derzeit Studienarbeiten. Diese bestätigen dem Unternehmen zufolge das Potenzial für die Produktion von Mangan in Batteriequalität.

USA stellten Produktion in 1970er Jahren ein

Mangan wird überwiegend in der Stahlindustrie eingesetzt, kommt jedoch auch in Batterien und Stromspeichern zum Einsatz. Die Nachfrage aus dem Batteriesektor wird sich Analysen von Bloomberg zufolge bis zum Jahr 2030 verneunfachen.

In den USA wurde die Gewinnung von Mangan in den 1970er Jahren eingestellt. Bis dahin fand die Produktion in Minen in Virgina statt. Derzeit importiert das Land 100 % des Rohstoffs. Die Wiederaufnahme der Produktion ist nicht zuletzt im Hinblick auf die erwünschte verringerte Abhängigkeit von China zu verstehen.

Hermosa – für das South32 auf seiner Homepage noch keine detaillierten Produktionsziele angibt – ist nicht die einzige große Lagerstätte in Arizona. Eine der größten Manganreserven der USA befindet sich nördlich von Alamo Lake in Mohave County. Das Vorkommen wird auf 150 Mio. t Manganerz mit einem Gehalt von 3,9 % geschätzt.

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Zwei Drittel der Manganproduktion kommt aus drei Ländern

Mangan wird laut Daten des US Geological Survey bislang vorwiegend in Australien, Gabun und Südamerika produziert. Mehr als zwei Drittel der weltweiten Minenproduktion von 20 Millionen t (2022) entfällt auf diese Drittländer. Südafrika lag dabei mit 7,2 Millionen t vor Gabun mit 4,6 Millionen t und Australien mit 3,3 Millionen t.

In diesen Ländern finden sich auch große Reserven. Von insgesamt 1,7 Milliarden t liegen 270 Millionen t in Australien, 640 Millionen t in Südafrika und 61 Millionen t in Gabun. Große Vorkommen gibt es zudem in China (280 Millionen t), Brasilien (270 Millionen t) und der Ukraine (140 Millionen t).

Die Chancen auf eine heimische Versorgung mit Mangan stehen für Nordamerika gut, da es auch in Kanada große Vorkommen gibt. Zu den wichtigsten Projekten gehört Battery Hill von Manganese X Energy (WKN: A3CY96, ISIN: CA5626783008) in der Provinz New Brunswick. Dort befindet sich den Angaben des Unternehmens zufolge eine der größten Manganlagerstätten Nordamerikas. Das Vorkommen wird auf 194 Mio. t geschätzt. Es ist allerdings noch nicht weit genug erschlossen, um es zu den Reserven zu zählen. Solche weist der US Geological Survey für kanadisches Mangan bislang nicht einmal aus.

Da Kanada ein Freihandelsabkommen mit den USA unterhält, können US-Unternehmen durch den Bezug von dort geförderten Rohstoffen in den Genuss der Steuervorteile gelangen, die durch den Inflation Reduction Act ausgelobt wurden.