Die Rohstoffwoche: Chile, BHP, Trafigura, Rio Tinto, Antofagasta, Galan Lithium, Pampa Metals

BHP hat den Bericht zur Produktion im letzten Halbjahr vorgelegt und zieht eine überwiegend positive Bilanz. Gute Nachrichten gab es unter anderem von der Kupfermine Escondida und Western Australien Iron Ore (WAIO).

Auch der Konkurrent Rio Tinto meldete Zahlen: Im vierten Quartal gab es bei den meisten Rohstoffen einen moderaten Produktionszuwachs. Besonders stark fiel das Wachstum bei Titanium aus.

In Chile hat die linksorientierte Regierung um Präsident Gabriel Boric ein 2,5 Mrd. USD schweres Eisenerz- und Kupferprojekt aus Umweltschutzgründen untersagt. Fast zeitglich musste Antofagsta einen deutlichen, wenn auch erwarteten Rückgang der Kupferproduktion vermelden.

Galan Lithium berichtet beim Vorzeigeprojekt Hombre Muerto über einen hohen Sole-Ertrag. Und Pampa Metals startet eine Privatplatzierung zur Finanzierung des Buenavista Bohrprogramms. Die Rohstoffwoche im Überblick.

BHP Halbjahresbericht: Gute Nachrichten von WAIO und Escondida

Der Bergbauriese BHP (WKN: 850524, ISIN: AU000000BHP4, Ticker: BHPLF) hat in dieser Woche den Betriebsbericht für das am 31. Dezember 2022 abgelaufene Halbjahr vorgelegt und sich überwiegend zufrieden gezeigt.

So lieferte Western Australien Iron Ore (WAIO) nicht zuletzt durch starke Lieferketten und unterstützt durch den laufenden Hochlauf bei South Flann eine Rekordproduktion aus. Trotz der Straßenblockaden in Chile stieg die Kupferproduktion in der Mine Escondida.

Für Olympic Dam wurde der Pressemitteilung zufolge eine "rekordverdächtige Materialverarbeitung und eine Rekordgoldproduktion" vermeldet. Wermutstropfen gab es auch: In Queensland wurde die Kohleproduktion abermals durch starke Regenfälle beeinträchtigt. BHP spürt zudem Auswirkungen der Inflation in den globalen Lieferketten.

Trafigura will große Mengen Kupfer aus LME-Lagerhäusern entfernen

Der Rohstoffhändler Trafigura plant offenbar die Entnahme größerer Mengen Kupfer aus Lagerhäusern der London Metal Exchange (LME). Dies berichten verschiedene Medien unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Metall soll demnach jedoch wahrscheinlich in Europa verbleiben. Die LME Kupferbestände liegen mit gut 83.000 t bereits auf einem sehr niedrigen Niveau. Trafigura lehnte eine direkte Stellungnahme ab, kommentierte aber, dass das Unternehmen "in einem Umfeld eingeschränkter Versorgung" die Belieferung der Kunden sicherstellen werde.

Rio Tinto meldet Produktionszahlen für Q IV

Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto (WKN: 852147, ISIN: GB0007188757, Ticker: RTPPF) hat in dieser Woche Produktionszahlen für das vierte Quartal sowie für das Gesamtjahr 2022 veröffentlicht. Der Pressemitteilung zufolge wurde der größte Produktionsanstieg bei Titandioxidschlacke erreicht. Hier wurden 1200 kt und damit 18 % mehr als im Vorjahr produziert. Bezogen auf das Vorjahresquartal stieg die Produktion sogar um 42 %. Einen Anstieg gab es auch bei der Produktion von Kupfer (+6 %) und Eisenerzpellets. und Konzentrat (+6 %). Die Produktion von Aluminium war mit -4 % leicht rückläufig.

Chiles Regierung untersagt 2,5 Mrd. Eisenerz- und Kupferprojekt

Die chilenische Regierung hat ein 2,5 Milliarden USD umfassendes Eisenerzprojekt im Norden des Landes unter Verweis auf Umweltrisiken abgelehnt. Dies gab ein Ausschuss am Mittwoch einstimmig bekannt.

Das chilenische Explorations- und Bergbauunternehmen Andes Iron wollte mit dem Dominga Projekt 12 Millionen t Eisenkonzentrat und 150.000 t Kupferkonzentrat produzieren. Dazu sollten 10.000 Arbeitsplätze für den Bau und 1500 für den Betrieb der Mine geschaffen werden.

Das im Besitz der Familien Delano und Garces befindliche Unternehmen  kündigte Berufung vor Umweltgerichten an. So erfülle das Projekt nicht nur alle Standards, sondern übertreffe diese sogar.

Ricardo Mewes, Leiter des Wirtschaftsverbandes CPC kritisierte die Entscheidung. Der Ausschuss habe den technischen Beweisen den Rücken gekehrt. Die Regierung unter dem linksorientierten Präsident Gabriel Boric gilt als Risiko für die Bergbauindustrie des größten Kupferproduzenten der Welt.

Antofagasta meldet deutlichen Rückgang der Kupferproduktion

Der chilenische Kupfergigant Antofagasta (WKN: 867578, ISIN: GB0000456144, Ticker: ANFGF) hat in dieser Woche über die Produktion im vierten Quartal und im Gesamtjahr berichtet. Die Kupferproduktion 2022 ging demnach deutlich, aber erwartet um 10,4 % auf 646.200 t zurück.

Begründet wurde dies hauptsächlich mit der vorübergehenden Verringerung des Durchsatzes (-12,0 %) bei Los Pelambres infolge einer Dürre sowie der verringerten Verfügbarkeit der Konzentratpipeline im Juni und den erwarteten niedrigeren Gehalten (-18,3 %) bei Centinela Concentrates.

Die Goldproduktion des Gesamtjahres belief sich auf 176.800 oz. – 29,9 % weniger als im Vorjahr. Als Grund führte das Unternehmen die verringerten Gehalte bei Centinela an.

Die Produktion von Molybdän sank im Gesamtjahr auf 9.700 t und damit um rund 7,6 %. Begründet wird dies mit den Problemen bei Los Pelambres. Im kommenden Jahr soll die Produktion von Gold (bis zu 140.000 oz.), Kupfer (bis 710.000 t) und Molybdän (bis 11.500 t) jedoch wieder deutlich steigen.

Galan Lithium bestätigt hohen Sole-Ertrag bei Hombre Muerto West

Der australische Lithium-Developer Galan Lithium Ltd. (ASX: GLN; WKN: A2N4CD; ISIN: AU0000021461) hat über den Abschluss der Solepump-Testkampagne 2022 beim Projekt Hombre Muerto West in der argentinischen Provinz Catamarca informiert.

Wie das Unternehmen mitteilte, konnten starke Ergebnisse der Extraktions- und Produktionsbohrlochchemie aus allen drei langfristigen Solepumptests die endgültige Machbarkeitsstudie unterstützen, die sich nun dem Abschluss nähere.

Um die geophysikalischen Arbeiten an der Oberfläche zu ergänzen wurden weitere Explorationsbohrungen und Probenahmen durchgeführt. Galan Exploration Manager Álvaro Henríquez bezeichnete die Ergebnisse der Tests als "äußerst signifikant", da sie Gewissheit über die Extraktion des Soleflusses, den Lithiumgehalt und die Zementierung der Reserven böten.

In  den Abschnitten Pata Pila und Rana de Sal habe Galan zudem eine hohe Produktionskapazität unter Beweis stellen können. Das Projekt besitze noch Potenzial zur Erweiterung der gesamten Ressource.

Pampa Metals startet 3 Mio. USD Privatplatzierung für Buenavista Bohrprogramm

Das kanadische Explorationsunternehmen Pampa Metals Corp. (CSE: PM, WKN: A2QK6Q, ISIN: CA6976701079) hat über den Abschluss einer Prüfung und Interpretation des vorrangigen Projekts Block 4 informiert und gleichzeitig eine Privatplatzierung angekündigt.

Wie das Unternehmen im Rahmen einer Pressemitteilung bekanntgab, deutet die Kombination mehrerer geologischer, geochemischer und geophysikalischer Anomalien auf dem Konzessionsgebiet Block 4 auf ein potenzielles "Cluster" von Porphyr-Kupfer-Molybdän-Systemen hin. Dies sei typisch für einige große Porphyr-Kupfer-Distrikte in Chile und weltweit.

Buenavista ist ein Teilprojekt von Block 4. Hier sollen nun Testbohrungen stattfinden. Geplant ist ein Diamantbohrprogramm über 2100 m. Mit dem Programm sollen geologische, geochemische und geophysikalische Anomalien getestet werden.

Dazu hat Pampa Metals nun eine Privatplatzierung angekündigt. Anvisiert wird ein Bruttoerlös von bis zu 3 Millionen USD. Dazu werden 20 Millionen Einheiten aus jeweils einer Stammaktie und einer Kaufoption für 0,15 USD pro Einheit angeboten. Die Kaufoption berechtigt den Inhaber zum Kauf einer weiteren Stammaktie zum Preis von 0,21 USD innerhalb von drei Jahren.

Der Teil des Erlöses, der nicht für die Testbohrungen bei Buenavista verwendet wird, soll für Due Diligence und allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.