Seit mehr als fünfzehn Jahren spricht die Diamantenbranche über ein drohendes Angebotsdefizit von Juwelen. Allerdings ist dies bis heute nicht eingetreten. Die Nachfrage blieb konstant unter den Erwartungen und die Minenunternehmen förderten stets eine ausreichende Menge an Diamanten.

Für die Diamantenindustrie war dies jahrelang unbefriedigend. Aber die Situation scheint sich langsam zu ändern. Das Überangebot an Diamanten könnte sich in den nächsten Jahren reduzieren.
Diese Woche wurden zwei voneinander unabhängige Analysen zu diesem Thema veröffentlicht. Beide sprechen von einem sich verändernden Markt.

In den nächsten Jahren sollte das Diamantenangebot deutlich sinken. Die Experten rechnen ab dem Jahr 2021 mit einem Defizit.

Das Diamanten Geschäft erlebt aktuell ein Art Mini Krise. Die Aktien von Unternehmen, die mit Diamanten assoziiert werden, sind stark gesunken.
Hauptgrund hierfür waren stark fallende Preise und daher sehr günstige Diamantenpreise aufgrund eines hohen Angebots. Gleichzeitig war die Nachfrage nach Diamanten sehr gering. Die schwache indische Währung war ebenfalls negativ. In Indien werden fast alle Diamanten der Welt gehandelt oder zu Schmuck verarbeitet.

Höhere Diamantenpreise ab 2021
Die Investmentbank Berenberg glaubt, dass Minenunternehmen allerdings noch eine Weile auf eine Preiserholung von Diamanten warten müssen. Die Analysten erwarten, dass die Preise für Rohdiamanten für die nächsten zwei Jahre stabil bleiben sollten. 2021 sollten diese dann leicht um 1% ansteigen.

Auch Panmure Gordon glaubt, dass ein kurzfristiger Anstieg der Diamantenpreise sehr unwahrscheinlich ist.
Das weltweite Diamanten-Angebot erreichte 2006 seinen Höhepunkt. Damals wurden 176 Millionen Karat Diamanten gefördert. Experten gehen davon aus, dass dieses Niveau nie mehr erreicht wird.

Während der Finanzkrise war das Angebot dann massiv gefallen. Seitdem ist die Diamantenförderung konstant gestiegen; vor allem weil neue Projekte auf den Markt kamen.

Experten erwarten, dass heute nur sehr wenige neue Minen auf den Markt drängen werden. Gleichzeitig sollten viele alte Diamanten-Minen in den nächsten zehn Jahren schließen.
Kieron Hodgson von Panmure ist der Überzeugung, dass ab 2021 ein Diamanten-Defizit von 15 Millionen Karat existieren sollte. Dies entspricht in etwa 10% des weltweiten Angebots.

Die Preise für Rohdiamanten sollten sich laut Richard Hatch von Berenberg 2021 und 2022 deutlich verbessern.