Bewegung in der Goldförderungs-Branche: Durch die Übernahme von Geschäftsanteilen werden die kanadische Barrick Gold Corporation  – das größte Goldbergbauunternehmen der Welt – und sein Mitbewerber Randgold Resources fusionieren. Der Deal kommt zu einem Zeitpunkt zustande, da die Barrick-Aktien durch die Produktions-Voraussage abgestraft wurden.

Die Barrick Gold Corporation hat im Rahmen eines All-Share-Deals Geschäftsanteile des Mitbewerbers Randgold Resources Limited übernommen. Dieser Minenbetreiber, mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey, produziert ungefähr 1,3 Millionen Unzen Gold im Jahr. Die Fusion ist Teil einer Strategie, mit der das Portfolio neu organisiert werden soll. Der Wirtschaftsinformationsdienst Bloomberg veröffentlichte nun neue Informationen über die aktuellen Entwicklungen.

Kursverluste und Produktionsrückgang

 Durch die Fusion mit Randgold kann Barrick seine Produktion steigern, nachdem der stagnierende Output sich in der letzten Zeit im Aktienkurs des Unternehmens niedergeschlagen hatte. Barrick-Aktien sind seit ihrem letzten Höchststand im Februar vergangenen Jahres etwa um die Hälfte ihres Wertes gefallen, wobei der Kursrückgang der Bergbau-Aktien selbst den allgemeinen Preisrutsch beim Barrengold übertraf. Die Goldproduktion von Barrick sank 2017 auf 5,3 Millionen Unzen – im Vergleich dazu waren es vor zehn Jahren noch über 8 Millionen Unzen. Nachdem die Unternehmensverschuldung 2013 bei 15,8 Milliarden USD lag, hatte Barrick alle Vermögenswerte, die nicht unmittelbar zum Kerngeschäft gehörten, direkt oder an Partner verkauft, um die Bilanz zu verbessern.

Ärger in Afrika

Auch Randgold verzeichnete in diesem Jahr Rückgänge. Ursächlich dafür waren beim Minenbetreiber von der Insel verschiedene Schwierigkeiten in den Förderländern. Randgold betreibt verschiedene Gruben in Afrika. Komplikationen in der Elfenbeinküste, Steuerstreitigkeiten in Mali und das im Raum stehende verschärfte Bergbaugesetz der Demokratischen Republik Kongo sind Faktoren für die Verluste. Bei Barrick wiederum liegt die Mehrheitsbeteiligung an der Acacia Mining Plc. in der Schwebe: Tansania hatte im vergangenen Jahr ein Exportverbot für konzentrierte Mineralien verhängt und der in London gelisteten Firma eine Steuerrechnung über 190 Milliarden US-Dollar gestellt.

Positionierung mit vereinten Kräften

Der Vorstandsvorsitzende von Barrick Gold, John Thornton, betonte, dass die Zusammenlegung von Barrick und Randgold nun einen neuen Top-Kandidaten für die Wertschöpfung in der Goldminenindustrie etabliere. Unter den Mitbewerbern habe das neue, kombinierte Unternehmen die niedrigste Cash-Kosten-Position unter allen Konkurrenten. Es werde die größte Ansammlung für Goldwerte der ersten Kapitallage geschaffen. Thornton erläuterte bereits im vergangenen Monat, dass Barrick beabsichtige, weitere qualitativ hochwertige Mienen anzugliedern und Stück für Stück niedrigere oder nicht strategische Kaliber abzubauen. Die Strategie sieht vor, sich auf höherwertige Vermögenswerte zu konzentrieren.

Das Ziel des Deals

 Randgold und Barrick teilen einige strategische Gemeinsamkeiten. Beide konzentrieren sich auf ihre Produktionskosten und sind bestrebt, ihr Portfolio so zu organisieren, dass ein freier Cashflow entsteht, selbst wenn der Goldpreis auf 1.000 USD je Unze sinken sollte. (Der Goldwert lag Ende vergangener Woche bei 1.200,04 USD/ Unze.) Die internen Hürden für Investitionen sind allerdings hoch: Bei Barrick muss eine interne Rendite von 15%, bei Randgold von 20% erzielt werden.

Gliederung der Führungsetage

Thornton und Mark Bristow, der Vorstandsvorsitzende von Randgold, haben große Pläne für das neue Unternehmen. Thornton, ehemaliger Manager der Goldman Sachs Gruppe, plädiert etwa für den Import von Silicon-Valley-Technologie, um die Herangehensweisen der Bergbauindustrie zu reformieren. Bristow seinerseits hat häufig Kritik an Mitbewerbern geübt. In der erweiterten Firma wird Thornton seinen Posten beibehalten, während Bristow Präsident und Geschäftsführer wird. Der bisherige Finanzvorstand von Randgold, Graham Shuttleworth, wird diese Position bei der neuen Forma weiterhin besetzen. Führungskräfte von Barrick und Randgold sind beim jährlichen Denver Gold Forum in Colorado Springs anwesend.

Anteile und Dividende

Die Transaktionswerte von Randgold liegen im All-Share-Deal bei etwa 6 Milliarden USD. Gut zwei Drittel des neuen Unternehmens werden an die Barrick-Aktionäre übergehen, während die Randgold-Investoren das verbleibende Drittel behalten. In Zahlen: Nach vollzogener Fusion besitzen Barrick-Aktionäre 66,6 Prozent und Randgold-Investoren 33,4 Prozent der Aktien. Jeder Randgold-Investor erhält 6,1280 neue Barrick-Aktien im Tausch für jede Randgold-Aktie. Dieses Umtauschverhältnis basiert auf volumengewichteten Durchschnittspreisen der Barrick-Aktien an der NYSE und der Randgold Aktienzertifikate an der NASDAQ während der zwanzig Handelstage bis zum 21. September 2018. Die Aktionäre von Randgold haben Anspruch auf eine Dividende von 2,00 USD pro Aktie für das Geschäftsjahr 2018. Barrick-Aktionäre erhalten aufs Jahr 2018 umgerechnete Dividenden von bis zu 0,14 USD pro Aktie.

Reaktionen von Anlegern und Mitbewerbern

 Stephen Walker, ein Analyst der Royal Bank of Canada, vermutete im Vorfeld der Bekanntgabe des Abkommens, eine Kombination von Barrick und Randgold würden die Barrick-Aktionären nicht gutheißen, denn das könnte zu geopolitischen Risiken in Afrika führen. Solchen Vorbehalte könnte die US-amerikanische Newmont Mining Corp. – den vom Marktwert her größten Goldminenbetreiber – ermuntern, Barrick Angebote zu unterbreiten. Von Newmont gibt es hierzu noch keine Stellungnahme. Allerdings: Nach Bekanntgabe der Deals legten die Aktienwerte von Randgold an der Londoner Börse um 3,8% zu und lagen bei 5,108 Pence.

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