Der Kupferpreis befindet sich aktuell auf dem tiefsten Niveau seit Oktober letzten Jahres. Am Comex handelte er für 6.507 USD pro Tonne; mehr als 11% oder 770 USD pro Tonne tiefer als noch vor 3 Wochen. Damals erreichte der Kupferpreis einen Vier-Jahreshöchstwert. Verantwortlich für den Rückgang sind der starke US-Dollar und Ängste bezüglich den Auswirkungen des Handelskriegs zwischen den USA und China. China konsumiert in etwa die Hälfte des weltweiten Kupferangebots.

Die geringere Nachfrage ist gleichzeitig gekoppelt mit einem hohen Kupferangebot . Letzte Woche veröffentlichte die International Copper Study Group ICSG, dass die Kupferproduktion um 7,1% während des ersten Quartals 2018 angestiegen ist.

Grund dafür sei hauptsächlich eine deutliche Produktionssteigerung der weltgrößten Kupfermine Escondida. Streiks hatten dort monatelang das Volumen reduziert.

Viele Experten haben erwartet, dass auch dieses Jahr Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Chile und Peru für höhere Kupferpreise sorgen sollten. Aber bis jetzt sind die Gespräche sehr konstruktiv verlaufen und man konnte sich schon zu einem frühen Zeitpunkt einigen.

Allerdings endete der Streik in der Escondida Mine ohne neue Verträge und die Deadlines wurden verschoben.

Die Beratungsfirma CRU gab bekannt, dass dieses Jahr 16 Verträge auslaufen würden. Escondida produziert jährlich mehr als 1,2 Mio. Tonnen Kupfer. Etwa die Hälfte der Kupferproduktionroduktion wären von den Verhandlungen betroffen.

Zehn der sechszehn Verträge sind in Chile, fünf in Peru und einer in den USA. Die meisten der neu zu verhandelnden Verträge betreffen das Staatsunternehmen Codelco (Andina, El Teniente, Caletones, Salvador, Ministro Hales und Gaby).

Codelco ist verantwortlich für ungefähr 15% der weltweiten Kupferproduktion und fördert jährlich mehr als 3 Mio. Tonnen.

Der Analyst Diego Carrasco ist der Überzeugung, dass es eine hohe Korrelation zwischen Streiks und Kupferpreis gibt. Er glaubt, dass es im Bezug auf Vertragsabschlüsse noch viele Unsicherheiten gibt.

Erstens wurden die chilenischen Arbeitnehmergesetze kürzlich geändert und die Konsequenzen sind nicht völlig ersichtlich. Zweitens ist der Kupferpreis immer noch höher als bei früheren Verhandlungen. Dies könnte dazu führen, dass die Unternehmen schneller als gewohnt den Forderungen der Arbeitnehmer zustimmen.

Höhere Kupferpreise sind gleichzeitig ein Ansporn für Gewerkschaften, aggressive Forderungen zu stellen. Die Gewerkschaft der Escondida Mine verlangt eine Einmalbonus-Zahlung, was ungefähr einer vier prozentigen Dividende für BHP Aktionäre entspräche.

Für jeden einzelnen Arbeiter würde dies einer Auszahlung in Höhe von 40.000 USD entsprechen. Noch nie wurde soviel ausgeschüttet. Zusätzlich fordert die Gewerkschaft Gehaltserhöhungen von 5%; mehr als doppelt so hoch wie die aktuelle Inflationsrate.

BHP die einen Anteil von 57,5% an der Mine besitzt, hat in den letzten Jahren mehr als 8 Mrd. USD  in die Escondida Mine investiert.

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