Bekannterweise liebt der US Präsident Donald Trump das Twittern. Letzten Freitag hat er sich zu der Entwicklung des Ölpreises geäußert. Er sagte, dass die OPEC den Ölpreis künstlich hochhalten würde und dass dies nicht zu akzeptieren wäre. Die Reaktionen auf diese Twitter Nachricht blieben nicht aus.

Viele OPEC Mitglieder wiesen den US Präsidenten zurecht. Dem Ölpreis selbst konnte Trump und sein Tweet allerdings wenig antun. Er blieb auf hohem Niveau und handelt heute zu einem Preis pro Barrel Brent von 73,8 USD pro Barrel, 40% höher als noch vor einem Jahr. Auch die heutige Nachricht, dass sich die Ölproduktion in den USA erhöht hat, hatte keinen wirklich negativen Einfluss auf die Entwicklung des Ölpreises.

Das Energie-Service Unternehmen Baker Hughes hat veröffentlicht, dass sich aktuell 820 US Bohrstellen in Betrieb befinden, fünf mehr als bei der letzten Zählung und die höchste Zahl seit März 2015. Nur Russland produziert mit fast 11 Mio. Barrel pro Tag aktuell mehr als die Vereinigten Staaten von Amerika.

Das Umfeld beim Ölpreis bleibt positiv

Die bullischen Stories rund um den Ölpreis bleiben intakt. Vor allem die sehr hohe Ölnachfrage in Asien sollte den Ölpreis auf hohem Niveau verharren lassen. Der Ölpreis wird zusätzlich unterstützt, weil die OPEC weiterhin das Angebot künstlich reduzieren.

Zusätzlicher Preisdruck nach oben entsteht zudem durch US Sanktionen gegen Ölunternehmen in Venezuela. Russland und den Iran. Die US Investment Bank J.P. Morgan rät Investoren weiterhin auf steigende Ölpreise zu setzen.

Sanktionen gegen den Iran ungewiss

Die USA muss bis zum 12. Mai entscheiden, ob sie den Nuklearpakt mit dem Iran verlassen und neue Sanktionen gegen Teheran auferlegen werden. Dies würde auch die Ölindustrie betreffen und dazu führen, dass sich das Angebot weiter verknappen wird.

Der US Handelskrieg gegen Russland und möglicherweise den Iran hat bereits zu einem deutlichen Druck auf die beiden Währungen Rubel und Rial geführt. Dies hat zur Folge, dass Kosten für jegliches importierte Gut teurer für die Bevölkerung aber auch die Unternehmen wird. Aber es hat auch zur Folge, dass Russlands und Irans Ölverkäufe mehr wert sind, da all ihre Produktionskosten in lokaler Währung bezahlt werden und das Öl letztendlich in US Dollar verkauft wird.