Die OPEC und ihre Verbündeten werden wohl für den Rest des Jahres 2018 an ihren Produktionseinschränkungen für die Förderung von Rohöl festhalten. Dies, obwohl einige OPEC Produzenten befürchten, dass hohe Rohölpreise dazu führen könnten, dass Konkurrenten vermehrt Öl fördern.

Die OPEC, Russland und andere nicht OPEC Staaten haben die Ölproduktion seit Januar 2017 deutlich eingeschränkt, um einem Überangebot, welches sich seit 2014 aufgebaut hat, Herr zu werden.

Die freiwilligen Einschränkungen wurden bis Ende 2018 verlängert. Allerdings treffen sich die Beteiligten am 22. Juni dieses Jahres, um neue Verhandlungen über das weitere Vorgehen zu führen.

Einschränkungen zeigten ihre gewünschte Wirkung

Der Deal führte tatsächlich zu höheren Ölpreisen auf teilweise 71 USD pro Barrel. Ebenso hat er aber bewirkt, dass die USA den Markt mit Schieferöl überfluteten. Einige zweifeln daher daran, wie effektiv die Maßnahme tatsächlich ist.

Experten sind sich sicher, dass die Entwicklung des Ölpreises von heute bis Juni entscheidend dafür sein wird, welche Maßnahmen von Seiten der OPEC dann getroffen werden und ob die Einschränkungen aufgehoben werden oder nicht.

Preise zwischen 60 USD und 65 USD könnten dazu führen, dass an den Einschränkungen festgehalten wird.

In der Realität waren die Produktionseinschränkungen sogar noch höher als erwartet. Verantwortlich dafür war vor allem Venezuela, wo die Ölproduktion aufgrund der nationalen Krise quasi kollabierte.

Saudi-Arabien dominiert die Verhandlungen

Eine Änderung der Strategie ist ohne den Top Öl-Exporteur Saudi-Arabien nicht möglich. Das Land scheint aktuell allerdings kein Interesse daran zu haben.

Im Gegenteil: Saudi-Arabien glaubt sogar, dass die OPEC und seine Verbündeten bis 2019 an den Einschränkungen festhalten könnten. Prinz Mohammed bin Salman sagte zur Nachrichtenagentur Reuters das Riyad und Moskau ihre Allianz noch viele Jahre beibehalten wollen.

In den letzten Jahren hat sich Saudi-Arabien zu einem großen Unterstützer von Produktionseinschränkungen entwickelt. Der Staat hat das Ziel, dass der Ölpreis langfristig über 70 USD pro Barrel handelt.

Andere OPEC Länder, vor allem der Iran, sind eher an niedrigeren Preisen interessiert. Der Iran glaubt, dass ein zu hoher Ölpreis alternativen Energiearten zu Gute kommt und somit der Entwicklung von Rohöl schadet.