Während der 173. OPEC Konferenz letzte Woche haben sich die Mitglieder darauf geneinigt, die Ölproduktion um weitere 9 Monate – von Januar 2018 bis Dezember 2018 – einzuschränken. Allerdings forderten die Minister, die Entscheidung nochmals im Juni 2018 neu zu verhandeln falls sich die makroökomischen Bedingungen ändern sollten.

Damit dürften alle beteiligten Parteien nun zufrieden gestellt sein. Vor allem Khalid al Falih – Saudi-Arabiens Ölminister – sprach sich für die allgemeine Verlängerung aus. Russlands Ölminister Alexander Nowak forderte die Option für Wiederverhandlungen im Juni 2018.

Der Ölpreis hat auf die Entscheidungen kaum reagiert, fielen diese doch in etwa wie erwartet aus. Der aktuelle Preis für eine Tonne Brentöl bewegt sich seit geraumer Zeit um ein Niveau von um die 63 USD.

Weiter Erwähnenswertes von der Konferenz ist folgendes:

Khalid al Falih sagte, obwohl die Allokation der Produktion sind nicht verändern sollte, erwarte er eine Verringerung der Ölförderung der OPEC Staaten in den nächsten Monaten. Einige OPEC Staaten würden einen natürlichen Rückgang ihrer Ölfelder erleben und somit unter ihrer erlaubten Allokation fördern. Zusätzlich hätten Libyen und Nigeria sich darauf geeinigt, ihre Produktion auf dem gleichen Niveau wie 2017 zu halten. Dies würde letztendlich zu Produktionskürzungen führen, welche in 3-4 Monaten zum Tragen kommen sollten.

Vor dem OPEC Meeting sprach er darüber, in welche Richtung sich der Ölmarkt entwickeln sollte. Besonderen Fokus legte er dabei auf die Entwicklung des Ölschiefer Marktes. Hier erwartet Al Falih eine hohe Nachfrage aus Entwicklungsländern. Diese würde das Wachstum der Schieferölproduktion vollständig absorbieren. Schieferöl könne die Nachfrage allein nicht befriedigen.

Es scheint man hat, obwohl OPEC die Schieferöl-Industrie besonders im Auge behält, doch akzeptiert, dass es schier unmöglich ist vorauszusehen, wie diese Industrie auf kurzfristige Fluktuationen des Ölpreises reagieren wird. Stattdessen fokussieren sich die OPEC Mitglieder lieber auf ein längerfristiges Nachfrageszenario. Al Falih zumindest glaubt stark daran, dass der Investitionsrückgang in Öl zu Versorgungsengpässen in der Zukunft führen sollte. Projekte die sich nur auf den kurzfristigen Zyklus konzentrieren werden das langfristige Nachfrageszenario nicht befriedigen können.

Der saudische Ölminister hat sich geweigert, einen optimalen Ölpreis zu nennen, aber der Minister aus dem Irak glaubt, dass 65 USD pro Tonne zu hoch sind. Irans Ölminister hält einen Ölpreis von 60 USD pro Barrel für akzeptabel.