Licht am Ende des Tunnels für europäische Ölkonzerne! Wie die jüngsten Zahlen zeigen, haben sich die Kostensenkungen bezahlt gemacht und zu einem starken Gewinnwachstum für Unternehmen wie Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M), Total (WKN: 850727) und Statoil (WKN: 675213) geführt. Entgegen der Erwartungen vieler Analysten wird es den Unternehmen in diesem Jahr leicht fallen, Dividenden auszuschütten und zugleich Verbindlichkeiten abzubauen. Hauptursache sind gestiegene Cashflows aus operativer Tätigkeit. Oder in aller Kürze: Das Öl sprudelt und lässt sich inzwischen wieder lukrativ an den Mann bringen. Allen voran Shell überzeugte zuletzt und beeindruckte den Markt mit einem dreifach höheren Quartalsgewinn als noch im Vorjahr.

Ölpreis: Keine Angst vor der 50-Dollar-Marke

Analysten sehen in den Zahlen ein sehr positives Zeichen für die Branche und betonen, dass die Ölkonzerne im Bereich von Ölpreisen bei 50 Dollar je Barrel ein neues Profitabilitätsniveau erreicht hätten. Die Industrie hat sich auf die niedrigen Ölpreise eingestellt und hat es in den vergangenen Jahren geschafft, zu günstigen Konditionen zu produzieren. Gefragt nach den Erwartungen an den Ölpreis zeichnen die Ölkonzerne ein unterschiedliches Bild: Während man bei Statoil mit steigenden Notierungen rechnet, bleiben andere Vertreter der europäischen Ölbranche vorsichtig und erwarten einen volatilen Marktverlauf. Alle Unternehmen haben eines gemeinsam: Der Fokus auf geringen Kosten soll beibehalten werden. Wie aus der Branche verlautet, kommt es auch weiter darauf an, günstig zu produzieren und auch neue Ressourcen zu Bedingungen zuzukaufen, die eine Produktion auf dem aktuellen Preisniveau zulassen.

Doch in die Branche ist auch Optimismus zurückgekehrt. Wie Statements von Total vermuten lassen, fühlen sich die Multis im aktuellen Marktumfeld nicht unwohl: Total-CEO Patrick Pouyanne verweist darauf, dass sein Unternehmen die Flexibilität habe, um vom aktuellen Umfeld zu profitieren und deutet Zukäufe zu attraktiven Bedingungen an. Dieses Statement dürfte einige kleinere Ölunternehmen aufhorchen lassen. Über Jahre ist die Übernahmeaktivität im Sektor zum Erliegen gekommen. Viele kleine Gesellschaften suchten teilweise händeringend nach Investoren. Vor allem Unternehmen, die eine Förderung zu geringen Konditionen versprechen, könnten daher interessant sein.

Interesse an kleinen Unternehmen dürfte steigen

Ein Unternehmen, das bereits früh an ein Comeback von Öl geglaubt hat, ist Azonto Petroleum (WKN: A1XAZ7). Die Gesellschaft verfügt über Projekte in Kanada, sowie Liegenschaften in der Westsahara und auf den Komoren und hat sich dem Ziel verschrieben, weitere attraktive Öl-Assets zu erwerben. Während viele Multis während der vergangenen Jahre vorsichtig agierten, haben kleinere Gesellschaften wie Azonto Petroleum die Chance genutzt und aktiv zugekauft. Zwar sind Investments in kleinere Ölprojekte immer auch risikobehaftet, doch kann es sich lohnen, bei aussichtsreichen Projekten frühzeitig einen Fuß in die Tür zu stellen. Angesichts des neuen Optimismus bei großen Ölgesellschaften dürften in den kommenden Monaten auch kleinere Unternehmen aus dem Ölsektor wieder in den Fokus rücken.

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