David Cates ist als Präsident und CEO von Denison Mines (WKN: A0LFYS) sowie CEO der Beteiligungsgesellschaft Uranium Participation ein Fachmann für alle Fragen rund um das gelbe Gestein. Angesichts des niedrigen Weltmarktpreises für Uran hat sich Cates kürzlich gegenüber nordamerikanischen Medien in einem Interview geäußert. Demnach blickt der Uran-Experte dem derzeitigen Weltmarktpreis entspannt entgegen. Zwar sei das aktuelle Niveau sehr niedrig, doch hätte der dramatische Anstieg der Preise zu Anfang des Jahres gezeigt, dass der Markt für Uran sehr eng sei. Im Januar und Februar sorgten Produktionskürzungen von Kazatomprom für Nervosität am Markt. Zwar habe der Uranpreis inzwischen wieder nachgegeben, doch spreche dies aus Sicht von Cates dafür, dass bereits kleine Veränderungen am Uranmarkt dafür sorgen können, dass der Preis stark steigt oder fällt.

Auf dem aktuellen Niveau von 20 Dollar je Pfund sieht Cates kaum eine Mine, die langfristig profitabel arbeiten könne. Zwar würden sich Energieversorger noch zurückhalten, Uran zu erwerben, doch erwartet der Uran-Experte bis 2020 eine erhöhte Nachfrage. „Entscheidend ist, dass Brennstoffe hergestellt werden müssen. Der Bedarf für 2020 kann keinesfalls erst 2020 erworben werden“, so Cates. Bis 2020 und darüber hinaus erwartet der Denison-CEO eine erhöhte Nachfrage seitens Versorgungsunternehmen. Wann dies jedoch sein wird, möchte Cates nicht prognostizieren. „Fakt ist aber, dass je länger die Urankäufer warten, desto eher tritt ein Angebotsdefizit ein. Produzenten benötigen Zeit, um sich auf eine gestiegene Nachfrage auch einzustellen“, so Cates.

Uran-Investoren sieht der Denison-CEO in einem Dilemma. Zwischen dem Milliarden-Unternehmen Cameco (WKN: 882017) und einigen kleineren US-Gesellschaften sieht Cates kaum Investment-Opportunitäten. Sein eigenes Unternehmen Denison Mines will Cates als mittelgroßen Produzenten mit einer schlanken Kostenstruktur positionieren, um im Falle eines neuen Uran-Booms davon profitieren zu können. Um dies zu erreichen, plant Denison sein Wheeler-River-Projekt zum richtigen Zeitpunkt in Produktion zu bringen. Da der Bau einer Mine im Athabasca-Becken bis zu zehn Jahren dauere, komme es darauf an, zu richtigen Zeit die Weichen zu stellen, um beim nächsten Superzyklus am Uran-Markt auch dabei zu sein. Aktuell würden Uranminen kein Geld verdienen. Doch der nächste Boom kommt bestimmt – die Nachfrage von Versorger-Seite soll in den kommenden Jahren deutlich steigen.