Der Rohstoffkonzern Barrick Gold (WKN: 870450; ISIN: CA0679011084)sieht sich wegen des Exportverbots für Rohstoffprodukte in Tansania vor großen Umsatzeinbußen. Wie Barrick-Tochter Acacia Mining (WKN: A1CTRD; ISIN: GB00B61D2N63)meldet, sorgt das Exportverbot derzeit dafür, dass dem Konzern täglich eine Million Dollar Umsatz entgeht. In Folge dessen könnte sogar der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr Barricks korrigiert werden müssen. Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, trägt Acacia bis zu zehn Prozent zur Goldproduktion Barricks bei. Das Exportverbot betrifft Goldkonzentrat und ist seit Anfang März in Kraft. Tansania argumentiert, dass Konzerne wie Barrick Rohstoffe künftig innerhalb des Landes verarbeiten sollen, um Arbeitsplätze zu schaffen und das Land an der mit der Veredelung von Rohstoffen verbundenen Wertschöpfung zu beteiligen.

Barrick prüft „alle Optionen“

Obwohl Acacia Mining seitdem versucht, den Streit zu schlichten, konnten beide Parteien keine Einigung erzielen. Zuletzt eskalierte der Konflikt zusätzlich, nachdem Tansanias Präsident John Magufuli dem Rohstoffproduzenten vorgeworfen hatte, dennoch zu versuchen, Gold außer Landes zu schaffen. Zugleich kündigte das Staatsoberhaupt an, den Bergbauminister und den Chef der nationalen Agentur zur Überwachung von Bergbauaktivitäten zu entlassen.

Zwischen Tansania und Barrick-Tochter Acacia Mining gibt es große Diskrepanzen hinsichtlich der Gold-Gehalte im Gestein der zwei vom Unternehmen im Land unterhaltenen Minen. Offizielle Stellen gehen davon aus, dass beide Minen mehr als zehn Mal so viel Gold produzieren, als dies von der Betreibergesellschaft vermeldet wird. Wären die Vorwürfe Tansanias wahr, würden beide Projekte in Tansania zu den größten Gold-Minen der Welt zählen. Seitens Barrick zeigt man sich angesichts der neuerlichen Eskalation zerknirscht und prüft aktuell „alle Optionen“, wie ein Unternehmenssprecher in nordamerikanischen Medien zitiert wird. Barrick strebt derweil eine unabhängige Untersuchung der Gold-Gehalte an.

Exportverbot kostet nicht nur Nerven

Der Streit zwischen Tansania und Barrick-Tochter Acacia Mining dürfte sich angesichts der verfahrenen Situation fortsetzen. Bereits kurz nach Bekanntgabe des Exportverbots wurden Übernahmegespräche zwischen Endeavor Mining und Acacia abgesagt. Sollte sich das Exportverbot auch auf die Umsätze Barricks niederschlagen und die Jahresprognose revidiert werden müssen, hätte der rigorose Umgang Tansanias mit ausländischen Rohstoffkonzernen bereits zum zweiten Mal einen großen Schaden bei Barrick verursacht. Das kanadische Rohstoffunternehmen ist mit einem Anteil von 63,9 Prozent Mehrheitseigner des tansanischen Unternehmens.