Erwartet wird es schon länger. Nun scheint es möglicherweise Realität zu werden. Die OPEC und andere Öl produzierende Länder werden eventuell diesen Donnerstag beschließen, das Erdölangebot für weitere neun Monate zu kürzen.

Saudi Arabien gab bekannt, dass fast alle Mitglieder an Bord wären, um die Kürzungen durchzusetzen. Ziel ist es, die Vorräte wieder auf ein fünf Jahres Durchschnitt zu senken. Saudi Arabiens Energieminister äußerte sich während einer Konferenz letzten Samstag: „Wir glauben, dass eine Fortführung der Erdölproduktion auf tiefem Niveau, mehr als ausreichend sein wird, um unser Ziel zu erreichen.“

Vor allem Irak und der Iran äußerten sich bereits positiv, den Schritt ebenfalls mitzutragen.

Bereits letztes Jahr hatten die OPEC, Russland und einige andere Länder sich darauf geeinigt, die Ölproduktion um 1,8 Mio. Fass pro Tag ab 1. Januar 2017

zu kürzen. Dieser Schritt erwies sich anfänglich als erfolgreich und die Erdölpreise sind kurzfristig angestiegen. Allerdings haben überproportional hohe Vorräte in Kombination mit einer verstärkten Produktion vor allem aus den USA, den Ölpreis wieder unter Druck gesetzt.

Aktuell liegt der Preis für Erdöl bei 53 USD pro Fass. Ein Wert unter 50 USD pro Fass gilt allgemein als problematisch.

Ölvorräte sind vor allem in Asien und in den USA überdurchschnittlich hoch. Experten schätzen diese Ende März auf etwa 3 Mrd. Fass, was 300 Mio. Fass über dem fünf Jahres Durchschnitt liegt. Im April könnten die Vorräte sogar nochmal gestiegen sein.

Saudis Energieminister glaubt allerdings, dass die Kürzungen in Kombination mit einer hohen Energienachfrage während des Sommers helfen sollten, den Erdölmarkt wieder zu stabilisieren.

OPEC nahe Experten glauben, dass ein allzu großer Einschnitt in das Erdölangebot zwar als unwahrscheinlich gilt, dennoch bestehe die Möglichkeit, dass die Ölproduktion auf mehr als 1,8 Mio. Fass pro Tag zu reduziert wird.