Investoren jubeln kräftig, wenn die Bohrergebnisse eines Minenunternehmens hochwertig sind. Aber wann darf man überhaupt von guten Proben sprechen? Wann lohnt sich ein Investment? Die Antwort variiert von Rohstoff zu Rohstoff.

Der Grad der Mineralisierung ist relativ zur Tiefe und Größe der Bohrungen zu interpretieren. Dabei sind 2 Fragen essentiell. Ist die Zone weniger als 300 Meter tief? Ist der Bohrabschnitt mehr als 100 Meter breit? Werden beide Fragen mit einem „Ja“ beantwortet, dann ist die Schwelle der Hochwertigkeit deutlich geringer.

Im Schnitt kann im Tagebau kann Erz für 10 USD pro Tonne gefördert werden. Falls also der Wert des förderbaren Erzes höher als 20 USD pro Tonne ist, dann kann gewinnbringend produziert werden.

Wichtigste Regel für ein erfolgreiches Investment: Ist der Metallwert doppelt so hoch wie die Förderkosten dann ist der Fund profitabel. Allerdings ist zusätzlich darauf zu achten, ob das Metall im Tage- oder Untertagebau gefördert wird. Untertagebaukosten sind weit höher.

Welche Faustregeln gelten für spezifische Rohstoffe?

Tagebau

Kupfer: Alles dicker als 100 Meter und 1 prozentiger Kupferäquivalenz kann als hochgradig bezeichnet werden. Ein Beispiel: Serengeti Resources veröffentlichte 119,6 Meter Dicke an 0,9% Kupferäquivalenz in einer Tiefe von 180 bis 300 Meter. Nach dieser Meldung verfünffachte sich der Aktienpreis.

Nickel: Alles dicker als 100 Meter mit mehr als 2% Nickelanteil ist hochgradig. Beispiel: Noront Resources berichtete über Flachbohrergebnisse zwischen 80 und 150 Meter Tiefe (Schnitt: 71 Meter) mit einem Nickelanteil von 1,8%. Die Aktie stieg von 0,80 USD auf 4,0 USD.

Gold: Funde von mehr als 2 Gramm pro Tonne können als hochgradig bezeichnet werden. 100 Meter an Dicke ist ebenso ein positives Merkmal. Ein Beispiel: Aurelian Resources fand die unglaubliche Menge von 12.8 Gramm pro Tonne in einer Mine in Equador. Die Aktie stieg von 2 USD auf USD 22. Allerdings gleicht dies einem Lottogewinn und kommt nur alle 10 Jahre vor.

Uran: Der Uranpreis war in den letzten 10 Jahren äußerst volatil, bedingt vor allem durch Restriktion aufgrund von politische Entscheidungen. Hier gilt die Faustregel; alles über 2,2 Pfund pro Tonne kann als hochgradig bezeichnet werden.

Diamanten: 1 Karat pro Tonne ist hochgradig. Allerdings ist hier die Geometrie zusätzlich entscheident. Es ist darauf zu achten, dass die Proben eher aus einem Rohr als aus einem Deich kommen. In frühen Bohrstadien wird eher die Diamanten-Anzahl pro Kilogramm angegeben. Unsere Faustregel hier: 1 Diamant pro Testkilogramm ist ökonomisch.

Ein Beispiel: Diamonds North Resources berichtete über Funde von 7 Diamanten pro Kilogramm. Die Aktie stieg um mehr als 100%.

Untertagebau

Bei Untertagebau und kleinen Minen (Dicke zwischen 2 Meter und 100 Meter ) sind die Förderkosten weit höher. Hier gilt die Faustregel zwischen 25 und 50 USD pro Tonne. Ab 100 USD Metallwert pro Tonne wird ein Investment also erst interessant. Alles über 500 USD pro Tonne kann als hochwertig bezeichnet werden.

Zink: 4,5% Zinkanteil ist profitabel. 10% Zinkanteil ist hochgradig.

Kupfer: 10% Kupferanteil ist hochgradig. Da Zink oft mit anderen Basismetallen gefördert wird, kann im generellen schon 5% Kupferanteil als hochgradig bei mindestens 2 Meter Dicke angesehen werden.

Gold:Ungefähr 30 Gramm pro Tonne ist hochgradig, aber bereits 5 Gramm pro Tonne kann als wirtschaftlich tragbar gelten.

Uran: 1% Urananteil pro Tonne ist hochgradig.

Diamanten: 1 Karat pro Tonne ist notwendig, um profitabel zu fördern.

Platin und Palladium: Ab 6 Gramm an Platin und Palladium pro Tonne über 2 Meter Dicke wird es interessant.