Wie eine Umfrage unter Führungskräften der Rohstoffindustrie zeigt, sind die beiden kanadischen Provinzen Saskatchewan und Manitoba die beliebtesten Abbauregionen der Welt. Kanada verdrängt damit West-Australien auf der Liste der innerhalb der Industrie gefragtesten Regionen auf Platz drei. Die Ergebnisse gehen auf eine Studie des Fraser Instituts mit dem Titel Annual Survey of Mining Companies zurück, die jährlich die neuesten Trends innerhalb der Rohstoff-Industrie beleuchtet. Auf den weiteren Plätzen folgen der US-Bundesstaat Nevanda, Finnland, die kanadische Provinz Quebec, Arizona, Schweden, Irland und die Region Queensland in Australien.

Südamerika enttäuscht – Afrika bestätigt Positiv-Trend

Für Saskatchewan als attraktivste Abbauregion der Welt spricht nach Ansicht von Experten der große Reichtum an Rohstoffreserven in Kombination mit einem attraktiven Steuermodell, einer effizienten Bürokratie, insbesondere im Bereich von Abbaugenehmigungen sowie klaren Regeln hinsichtlich der Umweltbestimmungen. Ganz anders sehe es für British Columbia (Platz 27) und Ontario (Platz 18) aus. Beide kanadischen Regionen fielen in der diesjährigen Untersuchung klar gegenüber den letzten Platzierungen ab. Experten machen die vergleichsweise schwierigen Bedingungen für Minenbetreiber für die schlechteren Platzierungen verantwortlich. Neben Saskatchewan und Manitoba zeigt sich auch Quebec als Aufsteiger: Die Region erreichte nach Platz 8 im vergangenen Jahr Platz 6 der attraktivsten Abbauregionen der Welt.

Während Kanada in der Gunst der Rohstoff-Investoren seine ohnehin schon gute Position weiter steigern kann, zeigt die Studie keine guten Ergebnisse für südamerikanische Abbauregionen: Sowohl Chile als auch Argentinien schnitten schlechter ab als beim letzten Mal. Galt Chile noch vor Jahren als neuer Liebling der Minen-Industrie, sorgen strengere Umweltauflagen und die zunehmende Unberechenbarkeit der Behörden bei Genehmigungsverfahren für ein schlechteres Ergebnis. Nach einem elften Platz 2015 schafft es Chile lediglich auf Platz 39 – das ist sogar schlechter als Peru, das den 28. Rang erreicht.

Kanada auch bei Explorationslizenzen Spitze

Während Südamerika als Verlierer der Untersuchung gelten kann, befindet sich Afrika auch weiterhin auf einem guten Weg. Insbesondere Elfenbeinküste (Platz 17), Botswana (Platz 19) und Ghana (Platz 22) setzen den positiven Trend der vergangenen Jahre fort. Damit hängt Afrika als Rohstoff-Region sowohl Ozeanien, Asien, Lateinamerika, die Karibik als auch Argentinien ab.

Neben der Attraktivität von Abbauregionen untersuchte das Fraser Institut auch die Dauer von Genehmigungsverfahren für die Rohstoff-Exploration. Auch dabei zeigten sich kanadische Provinzen im internationalen Vergleich Spitze. Dennoch sehen die Autoren der Studie auch Verbesserungspotenzial. Insbesondere in British Columbia dauerten Genehmigungsverfahren deutlich länger als in anderen Provinzen Kanadas.