Der Bergbau Gigant Rio Tinto kündigte diese Woche an, in den nächsten fünf Jahren Kosten in Höhe von fünf Milliarden USD einzusparen und somit die Profitabilität des Unternehmens weiter zu stärken. Trotz des jüngsten Anstiegs der Rohstoffpreise, bei denen insbesondere Eisenerz, Kohle und Kupfer besonders stark profitieren konnten, steht die Steigerung der Profitabilität vor dem Ausbau der Kapazitäten.

CEO Jean-Sébastien Jacques berichtete den Analysten auf einer Konferenz in Sydney, dass die Steigerung der Produktivität der bestehenden Minen den größten Beitrag zu Steigerung der Profitabilität leisten wird. Die Verbesserung der Produktivität soll zu der bereits eingangs erwähnten Einsparung von fünf Milliarden USD über die nächsten fünf Jahre führen. Selbst wenn man diese jährlichen Einsparungen von ca. einer Milliarde in das Verhältnis zu der Bewertung der von Rio Tinto betrieben Minen von ca. 50 Milliarden USD setzt, so ist zu erkennen, dass dies nur mit entsprechend hohen Anstrengungen zu erreichen sein wird.

Zusätzlich kündigte Jacques an, die Investitionen in Exploration und neue Minen zu reduzieren und anstelle der zunächst geplanten vier Milliarden USD in 2016 nur 3,5 Milliarden investieren zu wollen. Die bislang vorhergesehen Investitionsbudgets für 2017 (5 Mrd USD) und 2018 (5,5 Mrd USD) sollen zunächst unverändert bleiben, jedoch im Rahmen der Marktentwicklung einer weiteren Prüfung unterzogen werden.

Das aktuelle Jahr stellt somit wahrscheinlich einen neuen Tiefpunkt bei den Aufwendungen für Neuprojekte dar, auch wenn die geplanten Budgets für 2017 und 2018 noch weit unter denen des Rekordjahres 2012 liegen, in denen Rio Tinto ganze 17 Milliarden USD für Neuprojekte ausgegeben hat.

Jacques, der Anfang dieses Jahres die operative Geschäftsführung bei Rio Tinto übernommen hat, steht für eine radikale Wende in der Geschäftspolitik. Nach einem jahrelangen „Wachstum um jeden Preis“ heißt es nun „Value over Volume“, d.h. einen Fokus auf die renditestarken Projekte. Er kündigte an, auch weiterhin Projekte zu veräußern, welche nicht eine hinreichende Größe hätte oder nicht zum Kerngeschäft von Rio Tinto gehören würden, während die Investitionen verstärkt auf die profitabelsten und werthaltigsten Minen konzentriert werden sollen.

Er kündigte ferner an, jedes Projekt zu veräußert oder zu schließen, welches sich wirtschaftlich nicht rechnet. Erst am Mittwoch hatte Rio Tinto angekündigt, sich von seinem Aluminiumbereich in Großbritannien zu trennen und diesen für 410 Millionen USD zu veräußern. Somit hat Rio Tinto sich in diesem Jahr bereits von Projekten im Wert von 1,3 Milliarden USD und seit 2013 in Höhe von 5,3 Milliarden USD getrennt, nachdem man sich von dem damaligen CEO Tom Albanese getrennt hatte und Abschreibungen auf die eigenen Projekte in Rekordhöhe von 14 Milliarden USD vornehmen musste.

Rio Tinto bekräftigte den Ausblick für sein Eisenerzgeschäft für 2017 und hob die Prognose leicht von 330 Millionen Tonnen auf 340 Millionen an. Die Dividende für 2016 soll unverändert 1,10 USD pro Aktie betragen.