Es ist schon beeindruckend welche Performance Kupfer in den letzten Tagen vollzogen hat. Der nachfolgende Chart zeigt diese explosionsartige Entwicklung sehr deutlich.

Kupferchart

Quelle: Finanzen.at

Es ist zwar noch zu früh um dies sachlich zu begründen, denn generell hat sich das Angebot-Nachfrage-Verhältnis weltweit nicht wirklich verändert. Einzelne Analystenmeinungen sprechen von einem „Trump-Effekt“, ohne diesen jedoch näher zu beschreiben. Kann die Wahl Donald Trumps wirklich als Begründung für eine derart explosionsartige Preisentwicklung herangezogen werden? Auf Sicht gesehen wohl kaum, denn es ist noch kein Programm des kommenden Präsidenten veröffentlicht worden, die diese These untermauern könnte. Oder ist es nicht vielleicht doch das Ergebnis spekulativer Käufe? Noch weiß man es nicht, aber die nächsten Tage und Wochen werden uns vielleicht eine Antwort liefern.

Generell tendiere ich zum übergeordneten Trend, der bedeutet, dass Kupfer auch in den kommenden Jahren durch mehr Angebote als Nachfrage eher zu nachlassenden Kursen um die vorausgesagten rund USD 2,10 bis USD 2,50 je Pfund einschwenken sollte. Für die Kupfer verarbeitenden Betriebe wäre es schade, denn mit den höheren Kursen könnten endlich wieder bessere Bilanzergebnisse erzielt werden. Doch am Horizont lauern die bekannten Produktionsausweitungen von Peru, die erneut am Markt eine Kupferschwemme auslösen sollte. Jüngsten Berichten nach wird sich auch der Iran wesentlich auf der Angebotsseite wiederfinden. Nach Beendigung des Embargos setzt der Staat jetzt sehr auf die Einnahmen aus seinen reichen Rohstoffvorkommen. Die 3 staatlichen Minen Sarcheshmeh, Sungun und Miduk besitzen Kupferreserven von mehr als 3,4 Mrd. Tonnen an niedriggradigem Erz, beabsichtigen aber ihre Produktionen bis 2020 kräftig um bis zu 500.000 Jahrestonnen auszuweiten.

Kupferproduktion 2016

Quelle: BMI und UBS

Auch wenn die weltweite Produktion langsam dabei ist durch Produktionsrücknahmen der Nachfrage gerecht zu werden, so erscheinen die kommenden Maßnahmen von Peru und jetzt auch noch Iran nicht dazu angetan, den Kupferpreis nachhaltig zu stützen. Klar läuft im Iran noch nicht alles reibungslos. Veraltete Technik, mangelnde Infrastruktur sind nur Beispiele, die zeigen könnten, dass vielleicht die Pläne der Produktionsausweitung doch als etwas sehr engagiert zu sehen sind. Aber als drohende Überschussmengen darf man sie dennoch nicht außer Acht lassen. Und die wären kontraproduktiv für die Bemühungen um ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.

Wie es nun kurz- und mittelfristig mit dem Kupferpreis weitergehen könnte ist durch die aktuelle Kursexplosion schwer vorauszusagen. Dass Volatilität im Wert herrscht und auch bleiben sollte, ist wahrscheinlich. Ob aber dieser Anstieg nur ein Strohfeuer sein wird, das, wie Gold und Währungen, wieder in ruhigeres und tieferes Gewässer zurückfallen wird, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen. Aus heutiger Sicht sind für diesen rasanten Anstieg keine fundamentalen Begründungen erkennbar, wodurch ich annehmen muss, dass Kupfer in den nächsten Wochen wieder auf das bisherige Niveau von rd. USD 2,10 korrigieren sollte.

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