Aber die Goldminenaktien sind doch dieses Jahr bereits so toll gelaufen, wie können die dann jetzt noch als „billig“ bezeichnet werden. Diese Frage werden jetzt sicher einige Leser auf den Lippen haben. Und doch ist es so wie es in der Überschrift steht, man muss nur die einzelnen Fakten zu einem Gesamtbild addieren. Und 5 Fakten stehen dafür zur Verfügung und erst das Gesamtbild offenbart die tatsächliche Situation.

Gehen wir also der Reihe nach die einzelnen Faktoren durch und betrachten die dazu gehörenden Grafiken.

1.) Commodity Index versus S&P 500

Pic 1 SuP vs commodity index

Quelle: www.palisade-research.com

Ganz eindeutig sieht man hier die stark steigende Diskrepanz der letzten Jahre zwischen den Aktien des amerikanischen Index und dem Index der Rohstoffe. Doch Vorsicht, der Rohstoffindex umfasst neben den Edelmetallen auch die Basismetalle und sonstigen Rohstoffe. Somit ist klar, dass der Aufschwung der Goldminenaktien in Summe keine starke Veränderung bewirkt. Aber merken wir uns die starke Diskrepanz, die in den letzten 25 Jahren nie größer als jetzt war.

2.) Dauer und Größe der Bullen- und Bärenmärkte

Pic 2 Bullenmärkte

Quelle: www.palisade-research.com

Diese Statistik beinhaltet, wie angeführt, nur die TSX-Ventures-Börse in Kanada als Leitbörse für die Minenwerte. Aber für die Aussage reicht sie allemal. Auch hier ist erkennbar, dass ein neuer Bullenmarkt zu Jahresbeginn gestartet ist. Der als stark empfundene Anstieg der Minenwerte ist hier im Vergleich zu früheren Bullen- und Bärenmärkten erst ein kleiner Hüpfer, mehr nicht. Und auch von der Dauer des Bullenmarktes stehen wir erst am Anfang. Und das nach dem längsten je verzeichneten Absturz von 1.200 Tagen. Aus diesem Chart merken wir uns ein mögliches weiteres Potential, das im Vergleich zu früheren Trends zu verzeichnen ist.

3.) Gold bugs Index (HUI) versus Goldpreisratio

Pic 3 HUI vs Goldpreisindex

Quelle: www.palisade-research.com

Die Relation zwischen dem Goldminenindex und dem echten Goldpreis hat, wie aus der Grafik erkennbar ist, durch den Tiefstpreis beim Gold seinen absoluten Tiefststand erreicht und ist seither in einer Aufwärtsbewegung. Wenn der Goldpreis weiter steigt muss nicht unbedingt auch gleichzeitig der HUI steigen, aber er würde ihn in Richtung arithmetisches Mittel führen. Und ist bis dahin noch sehr viel Raum, wodurch sich äußerst gute Kaufgelegenheiten darstellen.

4.) Die Dauer der Bärenmärkte bei Gold

Pic 4 Bärenmärkte

Quelle: www.palisade-research.com

Was lange währt wird endlich gut, oder, was abwärts geht, geht auch wieder aufwärts – so könnte man das Szenario beschreiben. Und tatsächlich ist der bislang längste durchgehende Bärenmarkt eine sehr gute Basis für einen nachfolgenden langfristigen Bullenmarkt. Ein weiterer Grund um auf eine generell bessere Zukunftsausrichtung zu hoffen.

5.) Der S&P 500 in Relation zu den Edelmetallen.

Pic 5 SuP500 vs.Gold-Silöver-Ratio

Quelle: www.palisade-research.com

Diese Grafik ist meiner Meinung nach die insgesamt stärkste. Zeigt sie doch auf wie krass die Diskrepanz auf den Aktienmärkten ist. Auf der einen Seite die aus realistischer Sicht völlig überhitzten Werte des S&P500, auf der anderen Seite der dadurch völlig abgeschlagene Sektor der Edelmetalltitel. Ein Ungleichgewicht, das historisch gesehen, so auch noch nie zu sehen war, zumindest in der modernen Welt seit 1983. Ungleichgewichte haben in der Geschichte immer den Trend sich wieder einmal auszugleichen. Die Konsequenzen liegen auf der Hand. Nur der Abfluss aus den überhitzten Titeln des S&P500 bei gleichzeitigem Kapitalzufluss in die Titel der Edelmetalle schafft die Beseitigung dieses Ungleichgewichtes.

Und wo liegt jetzt die Begründung für günstige Goldminenaktien wirklich?

Die einzelnen Grafiken alleine zeigen das „big picture“ natürlich nicht auf, auch wenn sie wesentliche Bausteine darstellen. Erst wenn man die Argumente addiert erhält man den richtigen Gesamteindruck. Also fassen wir die einzelnen Faktoren der Reihe nach in einer Addition zusammen: Viel Kapital steckt in den überhitzten Werten des S&P500. Dagegen sind im Verhältnis die Rohstoffwerte insgesamt abgeschlagen wie noch nie zuvor. STARKES AUFHOLPOTENTIAL

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beginnender Bullenmarkt nach historisch langem Bärenmarkt: VIEL LUFT NACH OBEN bei einem erwartet langen Bullenmarkt

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Goldminenaktien sind in Relation zum Goldpreis stark unterbewertet: STARKES AUFWÄRTSPOTENTIAL für Kurse bei sich bessernden Verdiensten durch steigenden Goldpreis.

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längste Abwärtsperiode bei Goldminenaktien lässt auf langen Anstieg hoffen: LANGER BULLENMARKT bedeutet steigende Kurse der Aktien

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speziell der Gold- und Silberaktienmarkt ist in Relation zum S&P500 so schwach bewertet wie seit 30 Jahren nicht: ENORMES KORREKTURPOTENTIAL bei sich drehenden Verhältnissen.

Dadurch, dass wir nun die Lage aus verschiedenen Blickwinkeln und Messwerten beleuchtet haben, erkennen wir die Gesamtsituation und damit die Erkenntnis, dass Goldminenaktien tatsächlich auf historisch günstigem Level liegen. Die Summe der Aussagen der Faktoren 1 bis 5 lässt kein anderes Urteil zu. Natürlich muss sich dieser aufgezeigte Trend erst bewahrheiten und die Diskrepanzen durch Marktveränderungen korrigieren. Und es kann immer noch eine steinerne Statue vom Sockel fallen und die Weltordnung verändern. Doch aus heutiger Sicht haben wir trotz der bisher guten Aufwärtsbewegung im heurigen Jahr eine historische Chance auf künftig hochrentierliche Gewinne bei Goldminenaktien und auch bei Silberminenaktien.