Die Gruppe der schweren und leichten seltenen Erden sind aus der technologisierten Welt von heute nicht mehr wegzudenken. Doch schwierig ist es die oft nur in Mikromengen in der Natur vorkommenden Elemente zu brauchbaren Rohstoffen für die Wirtschaft aufzubereiten. Wussten sie dass man im Herstellungsverfahren für 1 Tonne an seltenen Erden bis zu 2.000 Tonnen an hochgiftigen Säuren, Ammoniak, Sulphaten und krebserregenden Toxinen als Abfall produziert? Ein erschreckendes Bild, dessen man sich kaum bewusst ist, aber die Gewinnung dieser wichtigen Rohstoffe für Medizin, Elektronik und vielen weiteren Gebieten ist nun mal ein schmutziges Geschäft.

Umso erfreulicher ist nun ein Ergebnis der Harvard Universität, das in der Zeit von 2009 bis 2015 einen Produktionsweg entwickelt hat, der zukunftsweisend sein kann. Nicht über hochgiftige Substanzen, sondern über Bakterien in Verbindung mit Wasser in unterschiedlichen Härtegraden könnten künftig auf umweltschonende Weise seltene Erden gewonnen werden. Bakterien in unterschiedlichen Filtern lösen durch Ausspülung mit reinem Wasser aus der rohstoffhaltigen Lösung die einzelnen Endprodukte aus und diese können danach separat aufgefangen werden.

Bakterienprozess

Quelle: pubs.acs.org

Das Gute daran ist, dass es nicht auf einzelne seltene Erden reduziert möglich ist, sondern tatsächlich bei allen wirkt. Dieses Verfahren ist somit weit weniger zeitaufwändig –hunderte Separierungsstufen entfallen -, kostensparend und zudem noch absolut „grün“. Bakterien von Meeresalgen machen es möglich.

Dabei ist der Weg über Bakterien nicht neu. Fand er doch bereits seit langer Zeit Verwendung bei der Beseitigung von toxischem Material aus Abwässern.

Diese einschneidende Innovation, die auf Testbasis so hervorragend funktioniert, sollte so rasch als möglich über Feldversuche zur industriellen Nutzung herangeführt werden. Dazu ist jedoch sowohl die Wirtschaft, aber ganz besonders die Politik gefragt, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. China, das auch im Kampf gegen illegalen Abbau der seltenen Erden steckt und sich erneut Umweltverständnis zum Ziel setzte, könnte hier eine Vorreiterrolle kreieren, denn immerhin ist China nach wie vor mit knapp 80% der Weltproduktion an seltenen Erden der einflussreichste Part dieses Marktes. Weitere Länder müssten dann Chinas Beispiel folgen, denn das sich immer verstärkende Umweltbewusstsein lässt keine Alternativen zu. Man kann im Interesse unserer Umwelt nur hoffen dass der Weg zur kommerziellen Nutzung dieses Verfahrens nicht zu lange dauert.

Den kurzen aber interessanten Originalbericht der Harvard Universität in englischer Sprache kann man hier nachlesen.