Vor rund 2 Jahren haben wir bereits berichtet, dass weniger Neuentdeckungen und sinkende Goldgehalte in Zukunft ein Problem darstellen könnten. In letzter Zeit kamen dann noch der rückläufige Goldpreis und die zögerlich bekannt gegebenen tatsächlichen Produktionskosten als weitere Problempunkte hinzu. Doch wie ernst es tatsächlich um die Zukunft der Goldbranche steht, hat nun Glen Jones, Direktor des Finanzinformationsunternehmens SNL, zuständig für die Datenbank der Bergbaubetriebe, in einem Vortrag zusammengefasst, den er anlässlich der Ressourcenkonferenz dieses Jahr in Vancouver hielt.

In diesem spricht er klar aus, dass er ab 2016 weltweit stark rückläufige Produktionsmengen erwartet und begründet seine Meinung folgendermaßen:

„Die gegenwärtigen Situationen sind ein Alarmsignal für eine Verknappung in Zukunft. Was sich heute am Markt abspielt werden wir in den nächsten Jahren zu spüren bekommen.

2013 wurden rund 84,2 Mio. Unzen Gold produziert. 55% oder rund 46,3 Mio. Unzen davon von den Großen der Branche. Diese Mengen können auch noch bis 2016 erwartet werden, da viele Projekte im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium bis dahin noch in Produktion gehen werden. Doch danach wird der Markt auf eine rückläufige Gesamtproduktion starren dürfen. Nur neue Entdeckungen können langfristig die Reserven auffüllen. Sogenannte „brownfield“ Erforschungen, also Erkundungen im Umfeld alter Minen, haben nicht das nötige Potential dafür das aufzufangen, was gegenwärtig produziert wird und von der Reservekategorie verbraucht wird.

Seit 2012 ist ein auch Dahinschmelzen der jährlichen Explorationsbudgets zu verzeichnen. Betrugen diese im Jahr 2012 noch USD 21,5 Mrd., so schrumpften sie in 2013 um 29% auf USD 15,2 Mrd. und nochmals gewaltig im Jahr 2014 auf nur mehr USD 11,4 Mrd. Dieser Rückgang war wesentlich dramatischer in seiner Entwicklung als die Steigerungen in den guten Jahren zwischen 2009 und 2011. Gleichzeitig war zu beobachten, dass die Budgets für die „grassroot“-Erforschungen, woraus gewöhnlich neue und gute Entdeckungen entstehen, rückläufig waren. Letztes Jahr wurden nur mehr 32% aller Explorationsbudgets für völlig neue Erforschungsareale ausgegeben. Das Jahr davor waren es noch 42%. Die Differenz entstand dadurch, da viele Unternehmen glaubten dass eine „brownfield“-Erforschung weniger riskant wäre. Wenn exploriert wurde, dann hautsächlich in sicheren Regionen wie Canada, Australien, den vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko. Die Erforschungen von Arealen in politisch nicht so stabilen Ländern wurden dagegen stark zurückgenommen.

Seit dem 3. Quartal 2014 ist eine leichte Zunahme an Investitionen für die Erforschung von Erzkörpern zu verzeichnen, jedoch leider nicht um neue Gebiete zu entdecken, sondern um die bestehenden Ressourcen im Bereich der bestehenden Minen auszuweiten.

Rechnet man das Potential aller weit entwickelten Projekte, die sich in der Wirtschaftlichkeitsphase befinden, zusammen, so könnten rd. 22,4 Mio. Unzen jährlich davon produziert werden. Wenn sie auch alle in Produktion kommen sollten. Zählt man nun von den oben angeführten 22,4 Mio. Unzen diejenigen weg, die in politisch riskanten Regionen liegen, so sinkt die mögliche Gesamtproduktion um 17% auf rd. 18,7 Mio. Unzen jährlich. Fallen auch diejenigen Projekte weg, die auf Grund sehr niedriger Erzgrade möglicherweise auch nicht in Produktion gehen können, so verringert sich das verbleibende jährliche Produktionspotential nochmals um rd. 60%, wodurch nur mehr 9 Mio. Unzen übrig bleiben.

In den letzten 3 Jahren wurden weltweit in etwa 1,2 Mrd. Unzen produziert. In der gleichen Zeit wurden, unter Annahme eines normalen Produktionsablaufes, nur 50% der produzierten Unzen durch neue Vorkommen gedeckt. Bis heute konnten nur 34% davon in die höchste Kategorie Reserven übergeführt werden. Und da viele davon entweder in politisch instabilen Regionen liegen oder nur sehr geringe Grade aufweisen, so wird der wahrscheinliche Ausstoß noch wesentlich geringer ausfallen. Hält dieser Trend an, so wir die Branche unweigerlich in Probleme geraten. Betrachtet man die Top-5 Goldproduzenten, so zeigt sich, dass geringer werdende Grade mit dem fallenden Goldpreis einhergingen, anderseits aber die Produktionskosten gestiegen sind. Man verlegte sich auf den Abbau höhergradiger Bereiche und nahm dafür ein Abwerten des verbleibenden Restwertes in Kauf, da dadurch unwirtschaftlich gewordene Reserven nicht mehr gefördert wurden. Alles zusammen hat dennoch dazu geführt dass die Gewinnmarge auf rd. 16% bei diesen Unternehmen im Jahr 2013 geschmolzen ist. Für 2014, wo zwar noch keine Werte bekannt gegeben wurden, ist aber zu erwarten dass die Gewinnmarge nochmals bedeutend geringer ausfallen wird.

Es ist anzunehmen, dass, wenn es nicht in nächster Zeit zu bedeutenden Neufunden kommt, die Reserven kontinuierlich im Laufe der nächsten 18 Jahre abgebaut und verschwunden sein werden. Dazu kommt noch das Problem, dass sich die Zeit, die man benötigt um eine Mine von der Entdeckung eines Erzkörpers in Produktion zu bringen, dramatisch verlängert hat. In den Jahren 1994 bis ca. 2003 dauerte es ungefähr 10 Jahre bis eine Mine in Produktion ging. In dieser Zeit gingen 48 Betriebe in Produktion. Im folgenden Jahrzehnt waren es zwar 126 Minen, die in Produktion gingen, aber deren Entwicklung dauerte rd. 17 Jahre. In Zukunft kann es gut möglich sein, dass man 20 Jahre kalkulieren muss.“

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