Zink gehört in Australien zwar nicht zu den Top-Ten-Metallen aus derzeitiger ökonomischer Sicht, hält aber den weltweit größten Ressourcenanteil und wird daher von den heimischen Experten als eines der hoffnungsvollsten Metalle der nächsten Jahre bezeichnet. Und dies nicht ganz ohne Grund.

Das weltweit tätige Unternehmensberatungs- und Forschungsinstitut Wood Mackenzie veröffentlichte Anfang 2014 interessante Zahlen zu den weltweiten Lagerbeständen.

Die Galmoy-, die Lisheen-, die Mae Sod-, die Perseverance-, die Trout Lake- und die Brunswick-Mine haben 2013 ihre Produktionen beendet und so die weltweite Jahresproduktion um rund 501.000 Tonnen sinken lassen. 2014 wird sich diese Schließungsreihe fortsetzen und die Jahresweltproduktion um ca. 700.000 Tonnen verringern. Und auch für die Jahre 2015 bis 2017 sieht es ähnlich aus. 2014 bis 2017 erwartet man insgesamt rd. 1,6 Mio. Tonnen Zink weniger. Ganz deutlich wird die Meinung der Experten für die Zukunft von Zink wenn man die weltweiten Lagerbestände zu den Produktionen in Relation setzt. Für 2014 erwartet man einen Lagerabgang von rd. 517.000 Tonnen. Womit der Lagerbestand auf 481.000 Tonnen sinken würde. Setzt man dies nun entgegen der um rd. 1,05 Mio. Tonnen erwarteten sinkenden Produktionskapazität, so erscheint klar, dass dieser Bedarf nicht mehr aus den Lagerbeständen gedeckt werden kann.

Klarerweise hängt viel von der weiteren Entwicklung der chinesischen Wirtschaft ab, ist sie doch mit rd. 44% des Gesamtmarktes aktuell der größte Abnehmer.

Kommt es zu den erwarteten Engpässen bei der Versorgung, so rückt dies natürlich auch wieder Zinkproduzenten in den Fokus. Darüber sind sich australische Experten einig und raten jetzt bereits, sich inländische Unternehmen genauer anzusehen.

Australiens Zinkmarkt im Weltmarktvergleich

Mit 65 Mio. Tonnen gemessener Ressource nach JORC (2012) nimmt Australien mit einem Weltmarktanteil von 24% den ersten Platz ein.

Australiens Zinkmarkt regional

Innerhalb Australiens ist die Provinz Queensland mit 54% oder 35 Mio. Tonnen an Ressourcen Spitzenreiter, gefolgt von den „Nothern Territories“ mit 19 Mio. Tonnen, bzw. 30% nationalem Anteil. Die restlichen 16% teilen sich West-Australien, Süd-Australien und Tasmanien.

Leider bietet die australische Regierung keine Veröffentlichung von Plänen, auf denen, ähnlich wie bei Nickel, die Standorte der Ressourcen erkennbar wären.

Aber dennoch betrug der australische Exportanteil 2012 von Zink AUD 2,178 Mrd. Dies bei einem Durchschnittsverkaufspreis von AUD 1.970,- je Tonne.

Produktion vs. Entwicklung

1,54 Mio. Tonnen Gesamtproduktion wurden im Jahr 2012 gemessen, was einer leichten Steigerung von 2% gegenüber dem Vorjahr entsprach. Dagegen verblieben mit AUD 83 Mio. die Investitionen in die Entwicklung der Ressourcen auf gleichem Niveau wie 2011.

36% davon entfielen auf Investitionen in der Provinz New South Wales, wo die Gebiete Cobar und Broken Hills zu den Topadressen zählen.

Australiens größten Zink-Player und aussichtsreichsten Entwicklungsgesellschaften

Zinkproduzenten

Die Century Mine zählt zu den 3 größten Zinkminen der Welt, gehört seit 2009 mit Rosebery und Golden Grove zur Minerals and Metals Group ( HKex: MMG), einer chinesischen Gesellschaft die an der Börse Hong Kong notiert, und produzierte 2012 515.000 Tonnen Zinkkonzentrat alleine auf Century.

Mount Isa ist seit 1931 ein Abbaugebiet in Produktion, das 2003 von Xstrata Australia übernommen wurde. Die Georg Fisher Untergrundmine und die Black Star und Handlebar Hill Tagebauminen produzierten in der Berichtsperiode mit 390.000 Tonnen Zinkkonzentrat die zweitgrößte Menge Australiens.

BHP Billiton (ASX:BHP) ist mit seiner Cannigton Mine, ebenfalls in Queensland, mit einem Jahresausstoß von 50.400 Tonnen der dritte aktive Major dieses Bundeslandes.

Diese drei Unternehmen dominieren mit ihren Minen den australischen Zinkexport mit rd. 60%.

Daneben werden, ebenfalls zu MMG gehörend, jährlich rd. 37.400 Tonnen Zinkkonzentrat auf der Golden Grove Mine in West-Australien gefördert.

Die Independence Group NL (ASX: IGO) besitzt, neben vielen anderen Operationen in Western Australien, mit Jaguar, Teutonic Bore und Bentley 3 produzierende Standorte in West-Australien, die neben Silber und Blei mit rd. 25.350 Tonnen Zink ebenfalls namhaft zur Gesamtproduktion des Landes beitragen.

In der Provinz Tasmanien zählt die, ebenfalls zur MMG gehörende Rosebery Produktion mit einem Jahresausstoß von 70.400 Tonnen zu den größten Unternehmen.

In New South Wales stellt Broken Hill, die Produktionsstätte von Perilya Ltd. (ASX:PEM) mit 76.900 Tonnen Zink die Führung der Provinz dar.

Entwicklungsgesellschaften

Die größten Volumen in der Entwicklung werden von den großen Playern wie MMG, BHP Billiton, Independence Group und Xstrata berichtet, jedoch auch kleinere Unternehmen sind nicht minder erfolgreich.

Aurelia Metals (ASX:AMI), vormals YTC Resources, bearbeitet mit den Projekten Hera und Nymagee nahe Cobar in New South Wales zwei Standorte , die mit 10,5 Mio. Tonnen Gestein gute Grade bei Zink, Blei und Silber aufweisen. Aktuell ist das Unternehmen mit dem Aufbau der Produktionsstätte befasst.

Venturex Resources Ltd. (ASX:VXR) hat mehrere Zink- Bleiliegenschaften in der Pilbara Region ( West-Australien) zusammengefasst, die für Kupfer- und Zinkvorkommen bekannt ist. Mit Whim Creek, Mons Cupri, Salt Creek, Evelyn, Kangaroo Caves und Sulphur Sprongs besitzen sie eine Ressource von 26,37 Mio. Tonnen, die neben 3,4% Zink auch 1,2% Kupfer, 18,9g/Tonne Silber als wesentliche Metalle beherbergt. Der Aufbau einer Produktionsstätte, die jährlich rd. 30.000 Tonnen Zink, 16.400 Tonnen Kupfer und 250.000 Unzen Silber erbringen soll, ist lt. Letztem Jahresbericht der nächste Meilenstein des Unternehmens.

Rox Resources (ASX:RXL) und die kanadische Teck Resources (TSX:TCK) bearbeiten auf Joint-Venture Basis das Myrtle Deposit in den „Northern Territories“. Hochgradige Zink- und Bleivorkommen mit 4,09% Zink wurden in einem 43,6 Mio. Tonnen großen Erzkörper nachgewiesen.

Im Juli 2013 hat TriAusMin Ltd. (ASX:TRO) von der Regierung grünes Licht für die Weiterentwicklung seines Woodlawn-Projektes erhalten. Die Woodlawn Mine, nordöstlich von Canberra, hat bereits von 1978 bis 1998 produziert. TriausMin beabsichtigt diese ehemalige Produktionsstätte 2015/2016 wieder in Produktion zu bringen. Mit 11,65 Mio Tonnen Material und 2,29% Zink, 1,35% Blei, 32 g/to Silber nebst 0,5% Kupfer scheint das Unternehmen gut aufgestellt. Vor allem die Untergrundgrade geben Anlass zur Hoffnung. Mit 10,1 Mio. Tonnen bei 10,15% Zink, 4,03% Blei 1,78% Kupfer scheinen sie sehr gut vorbereitet für die nächsten Vorhaben.

Kidman Resources (ASX:KDR) entwickelt das Home of Bullion-Projekt, 25 km östlich Barrow Creek, in den „Northern Territories“. Home of Bullion ist eine ehemalige Produktionsstätte von Kupfer und war von den 30er-Jahren bis in die 70er aktiv. Bislang wurden 2,5 Mio. Tonnen mit 1,8% Kupfer, 2% Zink, 35 g/Tonne Silber und 1,2% Blei festgestellt. Die Lagerstätten escheinen jedoch noch in alle Richtungen offen, wodurch die Chance auf eine große Ressource besteht.