Bei der Suche nach Rohstoffen gibt es so einige regionale Lieblinge. Australien steht in der Gunst der Unternehmen ganz weit oben, Kanada, die USA und Mexiko kommen auch gut an. Auf dem afrikanischen Kontinent erstreckt sich der Horizont vieler Gesellschaften auf ein Land: Südafrika. Dabei ist der Kontinent sehr viel reicher und vielfältiger, auch in anderen Gebieten gibt es sehr lohnenswerte Entdeckungen zu machen. Man muss sich nur trauen.

So hält Andy Jackson, Chefgeologe bei Sprott, den Westen Afrikas für eine sehr spannende, aber oft noch vernachlässigte Region. Australier und Kanadier haben bereits ein Auge auf das Gebiet geworfen, vor allem US-Amerikaner scheuen jedoch ein Engagement in diesem Teil des Kontinents. Dabei sind es nicht die derzeit aufgrund der Ebola-Epidemie im Blickpunkt stehenden Länder, die Jackson für interessant hält. Er hat zwei andere Regionen ausgemacht, die einen zweiten Blick lohnen: Das Kinieba Inlier Gebiet, das sich im östlichen Senegal sowie im westlichen Mali befindet sowie den South Hounde Gürtel in Burkina Faso, dem früheren Obervolta.

In Westafrika gab es in den vergangenen zehn Jahren wahrscheinlich mehr interessante Rohstofffunde als in irgendeiner anderen Region in der Welt. Viele Gebiete haben die richtige geologische Grundlage für Goldentdeckungen, zudem ist die Region in großen Bereichen politisch stabil. Jackson hält die Birimian Gesteinsformation, deren Namen auf den Birim-Fluss zurückgeht, für besonders interessant. Diese zieht sich von Ghana über die Elfenbeinküste und Guinea bis hin nach Mali. Auch der Grünsteingürtel in Burkina Faso weißt geologische Eigenheiten auf, die auf große Goldvorräte schließen lassen. Dieses Gebiet ist noch sehr unerschlossen, da eine stärkere Erdschicht über dem Gestein liegt. Dadurch wird die Erforschung erschwert.

Burkina Faso, der Westen von Mali und der Osten des Senegals sind für afrikanische Verhältnisse sichere Areale. Anders sieht es im Norden von Mali aus, dort machen Touareg und islamische Gruppen die Gegend unsicher. Doch Jackson hält die von ihm ausgesuchten Gebiete für nahezu problemfrei. Die Infrastruktur ist einigermaßen gut, die Politiker sind gewillt, den Bergbau zu fördern. Schließlich stellen Steuereinnahmen aus dem Bergbaubetrieb eine Haupteinnahmequelle des Staates dar.

Auch an Arbeitskräften gibt es keinen Mangel, man kann einerseits auf lokale Kräfte zurückgreifen, dadurch wird das positive Gefühl der Bevölkerung verstärkt. Andererseits gibt es vor allem im benachbarten Ghana viele gute Fachkräfte, die man zu günstigeren Preisen als Experten aus Europa oder Amerika beschäftigen kann.

Vor Ort treffen Explorationsunternehmen oft auf lokale Goldsucher. Man lässt sie, obwohl illegal, in der ersten Phase der Arbeiten gewähren. Meist gibt es in der Folge auch keine Probleme, die Goldsucher ziehen weiter, wenn die Minenarbeiten fortgeschritten sind.

Ein Problem könnte sich für westliche Konzerne dennoch ergeben. Man muss sich auf die afrikanischen Gegebenheiten einstellen, manches läuft in „afrikanischer Zeit“ ab, hier ist bisweilen Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt, so Jackson. Wenn man sich dieser Mentalitätsunterschiede bewusst ist, kann man im Westen Afrikas sehr erfolgreich arbeiten. Die Zukunft wird somit sicherlich noch viele interessante Funde aus dieser Region ans Licht bringen.

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