In einer großen Studie blicken die Analysten von Morgan Stanley auf den Kupfermarkt und auf die Chancen der großen Player in der Branche. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei Anglo American (ISIN: GB00B1XZS820), BHP Billiton (ISIN: GB0000566504), Glencore Xstrata (ISIN: JE00B4T3BW64) sowie Rio Tinto (ISIN: GB0007188757).

Positiver Ausblick auf den Kupfermarkt

Für den Kupfermarkt zeigen sich die Analysten insgesamt sehr bullish. Sie gehen von einer positiven Entwicklung am Markt aus und rechnen mit steigenden Preisen. Die jüngsten Sorgen, auch hinsichtlich der Entwicklung in China, sind ihrer Ansicht nach übertrieben. So waren Experten von Morgan Stanley jüngst in China und haben festgestellt, dass sich die Lagerbestände dort um 40 Prozent reduziert haben. Das Metall wird vor Ort jedoch weiter in großen Mengen, z.B. bei den Versorgern, benötigt. Somit ist den Analysten nicht bange, dass die Kupfernachfrage nachhaltig einbrechen wird.

Sie erwarten für 2015 einen durchschnittlichen Kupferpreis von 3,36 Dollar/Pfund. Derzeit werden am Sportmarkt 3,12 Dollar/Pfund bezahlt. Der Aufwärtstrend beim Preis soll sich auch in den folgenden Jahren fortsetzen. Für 2016 liegt die Expertenschätzung bei 3,40 Dollar/Pfund, 2017 soll der Preis auf 3,45 Dollar/Pfund steigen. Die Experten machen deutlich, dass sie damit über dem Konsens liegen. Dieser beträgt 3,17 Dollar (2015) bzw. 3,29 Dollar (2016).

Probleme bei den Greenfield-Projekten

Langfristig rechnen die Analysten mit Preisen um die 3,60 Dollar. Das wäre eine Marke, die Investoren anzieht, um neue Kupferlagerstätten zu eröffnen. Denn gerade bei den Explorationsarbeiten im frühen Stadium sieht es bei den Branchengrößen eher schwach aus. Hier erkennen die Experten viel Schatten aber nicht sonderlich viel Licht. Am ehesten kann sie von den wirtschaftlichen Bedingungen dabei das Projekt La Granja von Rio Tinto überzeugen. Somit könnten die großen Konzerne in die Notwendigkeit kommen, kleinere Juniors aufzukaufen, um an gute Projekte zu gelangen. Dies schürt die Phantasie am Markt.

Anglo American und Glencore überzeugen

Von den großen vier Bergbaukonzernen sind nur zwei wirkliche Lieblinge der Analysten: Anglo American und Glencore. Anglo American ist zwar nicht Spitzenreiter bei den Kosten, arbeitet jedoch in sicheren Gebieten. Glencore hat die zweitniedrigsten Kostenwerte unter den großen Gesellschaften, zudem wird mit einem Wachstum von rund 20 Prozent gerechnet. Außerdem wird bei Glencore rund die Hälfte des operativen Gewinns mit Kupfer verdient. Anglo American kommt auf 33 Prozent, die Werte für BHP und Rio Tinto liegen unter 25 Prozent.

In der Gesamtbewertung erhält einzig BHP von den Analysten das Rating „overweight“. Die anderen erhalten alle das Votum „equal-weight“. In diese Bewertung fließen aber nicht nur die Kupferaktivitäten ein. Das Kursziel von BHP liegt bei 22,00 GBP, das Aufwärtspotenzial beim Kurs beträgt somit rund 18 Prozent. Das Kursziel von Anglo American steht bei 15,30 GBP (5 Prozent Potenzial), Glencore hat ein Kursziel von 3,24 GBP, was fast dem aktuellen Kurs entspricht. Das Kursziel von Rio Tinto wird mit 38,20 GBP errechnet, damit hat der Konzern ein Aufwärtspotenzial von 25 Prozent. Die günstigste Gesamtbewertung hat ebenfalls Rio Tinto. Hier liegt das KGV 2015e bei 7,6. Anglo American steht mit 8,7 ebenfalls noch unter dem Durchschnitt von 9,7. BHP (10,7) und Glencore (11,8) liegen darüber.

Lundin Mining und Kazakhmys halten die rote Laterne

Wenn man in diese Bewertung auch die kleineren Mitbewerber einbezieht, liegt das durchschnittliche KGV 2015e aller Gesellschaften bei 23,7. Nur Sandfire Resources (6,8; ISIN: AU000000SFR8) und Freeport-McMoRan (9,3; ISIN: US35671D8570) kommen in dieser Liste auf ansprechende Bewertungen. Am anderen Ende notieren Lundin Mining (72,3; ISIN: CA5503721063) und Kazakhmys (67,1; ISIN: GB00B0HZPV38).