In einer aktuellen Studie analysieren die Experten von BMO Capital Markets die Rohstoffbranche. Mehr als 100 Unternehmen werden dabei unter die Lupe genommen. Eine gewisse Saisonalität ist dabei in den meisten Fällen zu beobachten. Der alte Börsenspruch „sell in May and go away“ ist bei den meisten Rohstofftaktien jedoch nicht korrekt.

Für die Basismetalle erkennen die Analysten eine fast schon traditionelle Abfolge bei der Kursentwicklung. Am Jahresanfang sind die Kurse meist auf Höchststand, bis Mai oder Juni fallen sie auf das Jahrestief zurück, dann erholen sie sich über den Sommer, um im Spätherbst wieder etwas nachzugeben. Diese Kursentwicklung lässt sich fast in gleicher Weise bei der Nachfrage beobachten. Auch hier gibt es im Frühsommer den Tiefpunkt, ein zweiter kleiner Abstieg kommt im November.

Blei als klarer Kurssieger

Wenn man diese einfache Formel berücksichtigt, kann man beim Rückblick auf die letzten bis zu 20 Jahre interessante Erfolge erzielen. Die Experten haben in ihrer Modellberechnung verschiedene Rohstoffe (Kupfer, Aluminium, Nickel, Zink und Blei) immer im Juni gekauft und im September wieder verkauft. Über die vergangenen fünf Jahr gibt es beim Kupfer mit dieser Methodik ein Plus von 45 Prozent, gleiches gilt für Zink. Alu und Nickel schaffen es auf jeweils 24 Prozent, beim Blei liegt das kumulierte Plus über den Gesamtzeitraum bei 67 Prozent.

Vor allem Blei überzeugt auch beim langfristigen Vergleich. Über 10 Jahre liegt die Verbesserung bei 142 Prozent, über 20 Jahre schafft der Rohstoff sogar 186 Prozent. Kein anderes Basismetall kommt auch nur annähernd an diese Werte heran. Kupfer erreicht über 20 Jahre ein Plus von 42 Prozent, beim Alu liegt das Plus bei 25 Prozent, Nickel legt nur um 11 Prozent zu, während es beim Zinn um 64 Prozent nach oben geht.

Die Kupfer-Lieblinge der Analysten:KGHM,Lundin Mining,Capstone Mining und Imperial Metals

Die Analysten haben in ihrer Studie auch verschiedene Unternehmen hervorgehoben, die eine positive Entwicklung vor sich haben sollten. So erhalten die Aktien von KGHM (ISIN: PLKGHM000017) das Rating „outperform“. Das Kursziel liegt bei 140,00 Polnischen Zloty. Gegenüber den Mitbewerbern ist der Kupferproduzent günstig bewertet. So steht das KGV 2014e bei 10,6, die Bewertung für 2015 kommt auf 8,6. Die Peer Group hat Werte von 17,3 bzw. 14,0. KGHM kann in Polen eine stabile Förderung vorweisen, die noch eine Laufzeit von 35 Jahren hat. Zudem wird es ein künftiges Wachstum aufgrund der internationalen Aktivitäten geben. So ist KGHM in Chile und im kanadischen Sudbury aktiv, was für klare Wachstumsphantasien sorgt. Gestützt wird das Papier zudem von einer erwarteten Dividendenrendite (2014) von 4,6 Prozent. Die Peer Group weist eine Rendite von 2,3 Prozent auf.

Auch Lundin Mining (ISIN: CA5503721063) erhält von den Analysten das Rating „outperform“. Hier steht das Kursziel bei 6,00 CAD. Die Experten heben die sehr gute Kapitalisierung des Kupferförderers hervor. Die Wachstumsstrategie beinhaltet kaum Risiken, außerdem agiert das Management äußerst diszipliniert. Zum Jahresende kann es sogar zu einer Neubewertung kommen, dann sollen guten Nachrichten von der Eagle-Mine anstehen, auf der Kupfer und Nickel abgebaut werden. Für das laufende Jahr erwarten die Analysten einen Gewinn je Aktie von 0,26 CAD, im kommenden Jahr soll das Plus bei 0,45 CAD (alt: 0,38 CAD) liegen. Somit hat Lundin ein KGV 2014e von 18,7, das KGV 2015e steht bei 10,9. Die Bewertung von KGHM ist demnach etwas besser.

Lobende Worte finden die BMO-Experten auch für Capstone Mining (ISIN: CA14068G1046). Hier rechnet man mit einer stärkeren Visibilität bei den Gewinnen. Die jüngste erworbene Kupfermine Pinto Valley soll den Cashflow positiv beeinflussen. Das Rating liegt erneut bei „overweight“, das Kursziel wird mit 3,50 CAD angegeben. Ein KGV 2014e von 9,5 bzw. 2015e von 11,5 macht das Papier zusätzlich interessant.

Das vierte Unternehmen auf der Liste der Experten, das ausdrücklich erwähnt wird, ist Imperial Metals (ISIN: CA4528921022). Das Rating liegt wie bei den zuvor vorgestellten Aktien bei „overweight“, das Kursziel kommt auf 21,00 CAD. Damit hat die Aktie ein Aufwärtspotenzial von fast 50 Prozent. Dies drückt sich auch in der Bewertung aus, das KGV 2015e steht bei 5,0. Zum Vergleich: Die Peer Group hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis 2015e von 14,0. Für 2014 rechnen die Analysten bei Imperial Metals mit einem Gewinn je Aktie von 0,58 CAD (alt: 0,52 CAD). Im kommenden Jahr wird der Gewinn aufgrund der Mine von Red Chris einen Sprung auf 3,09 CAD (alt: 2,55 CAD) je Aktie machen. Eine Dividende soll es zunächst noch nicht geben.

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