Zum Wochenanfang beherrschen Peru und der Tschad die Schlagzeilen bei Glencore Xstrata (ISIN: JE00B4T3BW64). In Peru trennt sich der schweizerisch-britische Rohstoffkonzern vom Kupferprojekt Las Bambas. Käufer ist für rund 5,85 Milliarden Dollar in bar ein chinesisches Konsortium. Der Verkauf der Kupferlagerstätte war zuvor von den chinesischen Kartellbehörden verlangt worden, um das Zusammengehen von Glencore und Xstrata zu genehmigen. Auf Las Bambas liegen 450 Millionen Tonnen an nachgewiesenen Erzreserven, weitere 500 Millionen Tonnen fallen in die Kategorie der wahrscheinlichen Reserven.

Der Kaufpreis für das Projekt kommt am Markt gut an. Die Experten von Independent Research hatten nur mit 5,3 Milliarden Dollar gerechnet. Bei der Credit Suisse nennt man den Verkaufspreis angemessen. Die Schweizer Experten verweisen darauf, dass Glencore Xstrata mit dem frischen Geld einerseits seine Schulden abbauen kann, andererseits sollen Aktionäre an dem Erfolg partizipieren, in dem eine gewisse Summe ausgeschüttet wird. Zudem eröffnen sich für den Rohstoffkonzern durch den Verkauf neue finanzielle Spielräume, um Akquisitionen zu tätigen.

Glencore Xtrata mit neuem Engagement in Afrika

Nur wenige Stunden nach der peruanischen Meldung gibt es auch etwas überraschend eine entsprechende Nachricht aus Afrika. Hier steigt Glencore Xstrata bei Caracal Energy of Chad (ISIN: CA1407561077) ein. Insgesamt 1,35 Milliarden Dollar will man für den afrikanischen Öl- und Gaskonzern bezahlen. Je Aktie werden 550 Gbp geboten, das ist ein Aufschlag von rund 60 Prozent zum letzten Kurs in London. Wenn man den Preis umrechnet, zahlt Glencore etwa 16 Dollar je Barrel Öl von Caracal, damit liegt man im Vergleich zu Mitbewerbern im unteren Bereich. Der Einstieg von Glencore bei Caracal bedeutet gleichzeitig, dass die milliardenschwere Fusion der Afrikaner mit TransGlobe Energy (ISIN: CA8936621066) aus Kanada platzt.

Schon seit 2012 sind Glencore und Caracal miteinander verbunden, damals haben die Schweizer sich an Ölfeldern der Afrikaner beteiligt. Jetzt will man die Positionierung im Öl- und Gasbereich offenbar deutlich ausbauen. Zuvor war Glencore bei den Energierohstoffen eher auf Kohle spezialisiert. Für diese strategische Ergänzung bieten sich bei Caracal sehr gute Möglichkeiten. Experten gehen davon aus, dass im Tschad noch viele, bisher unentdeckte Lagerstätten zu finden sind.

Hohe Investitionen in die Ölsparte

In den kommenden beiden Jahren soll die Ölsparte bei Glencore besondere Bedeutung genießen. Der Konzern will bis zu 650 Millionen Dollar in den Bereich investieren. Das ist auffällig, da man derzeit in vielen anderen Sparten die Investitionen aufgrund der Entwicklung der Rohstoffpreise zurückfährt.

Analysten loben das Engagement von Glencore Xstrata bei Caracal. Die Experten der Credit Suisse bestätigen in der Folge ihre Kaufempfehlung für den Titel. Sie sprechen von einer strategischen Positionierung auf dem afrikanischen Ölsektor. Bei Independent Research kommt der Kauf ebenfalls gut an. Hier wird die Halteempfehlung bestätigt, das Kursziel sinkt jedoch von 380,00 Gbp auf 360,00 Gbp. Auch die Gewinnschätzung für 2014 wird von 0,39 Dollar auf 0,38 Dollar reduziert. Die Prognose für 2015 fällt auf 0,46 Dollar (bisher: 0,47 Dollar). Das leichte Minus wird mit den zurückgehenden Preisen für Kohle und Kupfer begründet.