Wenn es um die Förderung von Öl und Gas in Nordamerika geht, haben viele die Öltürme in Colorado oder Texas vor Augen – vor allem dank einschlägig bekannter TV-Serien. Tatsächlich aber gibt es Regionen, deren Bedeutung für den Weltmarkt reichlich unterschätzt wird. Gerade vor dem Hintergrund der Krim-Krise aber könnte es sich lohnen, nach solchen Regionen in gesicherten Gebieten Ausschau zu halten.

Fündig wird man beispielsweise in Kanada, glaubt Joe Durante von der Rohstoff-Investmentfirma Sprott. Der Experte, der für Sprott Toscana tätig ist, rät, ein Augenmerk auf die Regionen Alberta und British Columbia in Kanada zu werfen. Man sehe bei Investoren einen Trend in diese Regionen zu investieren, heißt es in einem Beitrag von Sprott. Durante sieht hier unter anderem aufgrund neuer Technologien Chancen für Geldanleger. Zudem würden Beiprodukte aus der Öl- und Gasproduktion wie zum Beispiel Kondensate die Rentabilität der Anlagen in Kanada erhöhen.

Dass die Region bisher weitgehend unter dem Radar der Investoren flog, hält er für nicht gerechtfertigt. 2013 wurden hier täglich rund 3,2 Millionen Barrel Öl produziert, womit die Region zu den wichtigsten weltweiten Fördergebieten gehört. Die Zurückhaltung erklärt sich Durante vor allem durch die mangelhafte Infrastruktur für den Öltransport in Kanada. Es mangele an Pipelines und Transportkapazitäten, Öl muss aufwändig mit Zügen transportiert werden. Daraus hätten sich Lagerbestände gebildet, was zu Preisabschlägen geführt habe. Das negative Sentiment für den Sektor habe in den vergangenen Jahren aber neue Chancen für Investitionen gebracht.