Junior Explorer und kleine Bergbauunternehmen stehen derzeit nicht unbedingt auf dem Radarschirm von Investoren. Zu groß ist ihre Sorge, dass ihre Investments nicht lukrativ sind, zu groß ist die Angst vor einer Pleite. Dabei hat sich der Markt schon stark bereinigt, viele Gesellschaften mussten ihren Platz räumen. Experten raten dazu, sich dieses Segment wieder verstärkt anzuschauen, es gibt dort eine Reihe von lukrativen Perlen.

Dass die Stimmung bei diesen Small Caps wieder langsam besser wird, ist überall zu spüren. Auf der wichtigen PDAC Messe in Toronto war am Monatsanfang leichter Optimismus zu erkennen. Auch die Börsenindizes gehen für solche Gesellschaften wieder nach oben. Ein gutes Beispiel dafür findet sich in Australien, wo der „Small Resources Index“ im Jahresverlauf um rund 4 Prozent zugelegt hat. Zum Vergleich: Noch im Dezember 2013 hat der Index etwa 8 Prozent verloren. Wahrscheinlich trägt auch der steigende Goldpreis seinen Teil dazu bei, dass sich die Stimmung aufhellt, doch allein damit kann man dies nicht begründen.

Paul Adams von DJ Carmichael aus Australien empfiehlt Anlegern, nach kleinen Bergbaugesellschaften zu suchen, die es nicht übertreiben und bei ihrer Tätigkeit bescheiden bleiben. Die Investitionen sollten nicht zu hoch sein, man sollte das Wohl der Aktionäre nicht aus den Augen verlieren. So manche Unternehmensführung übertreibt es mit den Explorationsarbeiten und denkt dabei nicht mehr an den „shareholder value“, ein klassischer strategischer Fehler vor allem von Anfängern.

So sollten Unternehmensvorstände von erfahrenen Managern angeführt werden. Häufig sind Ex-Manager von großen Konzernen in diesen Spitzenpositionen, was aber nicht immer ein gutes Zeichen sein muss. Diese haben früher große Budgets verwaltet, jetzt müssen sie jeden Dollar umdrehen. Dabei muss man als Anleger genau hinsehen, wie sie sich bewähren. Bei der Investitionsgröße sind für Adams 200 bis 250 Millionen Dollar eine ideale Summe. Bei größeren Gesellschaften reicht die Spanne bis auf 700 Millionen Dollar.

Wichtig ist für Adams bei der Entscheidungsfindung zudem, wo die Projekte liegen. Einige Gebiete in Südamerika erweisen sich derzeit als besonders bergbaufreundlich. Dazu zählt aus seiner Sicht vor allem Chile. Dort gibt es jedoch oft ein Problem mit der Infrastruktur. Es kann einen Wassermangel geben, in entfernten Gebieten ist auch der Strom ein limitierender Faktor. Darauf sollten Investoren achten. Interessant sind aus seiner Sicht derzeit zudem die USA. Nevada liegt dabei in seiner Gunst ganz vorne, gefolgt von Arizona, Teilen von Utah und Wyoming.

Auch die Zeit bis zur Förderung ist bei Adams ein wichtiger Aspekt. Vier bis fünf Jahre sollten nicht überschritten werden. Die Produktionskosten sollten zudem niedrig sein, so dass alle Preiszyklen, von hohen Rohstoffpreisen bis hin zu niedrigen Preisen, überstanden werden können.

Ein spezielles Augenmerk hat Adams auf die Seltenen Erden. Bei den leichten Erden sind die Preise derzeit am Boden, interessant sind vielmehr die schweren Seltenen Erden. Hier müssen Investoren darauf achten, wie der Mix bei der Förderung ist. Müssen zu viele der leichten Erden gefördert werden, um auch genügend schwere Erden zu produzieren, ist die Produktion möglicherweise nicht lohnend. Je höher der Anteil der schweren Seltenen Erden ist, desto spannender ist hingegen das Projekt.

Ein genauer Blick auf die Small Caps der Bergbaubranche lohnt sich also, dort kann man so manchen Rohdiamanten finden – wenn man die ungeschriebenen Regeln des Sektors befolgt.

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