Rohstoffe: Engpass durch Zeitlücke von Exploration bis Abbau?

Rohstoffe: Engpass durch Zeitlücke von Exploration bis Abbau?

Auf der PDAC 2014 im kanadischen Toronto ging es in den vergangenen Tagen nicht nur um kommende Trends und neue Entdeckungen. Es ging auch um Statistiken und um den richtigen Zeitpunkt. Richard Schodde von MinEx Consulting aus Melbourne (Australien) hat dazu einige beeindruckende Zahlen vorgelegt.

Der Experte hat mehr als 3.500 Rohstoffentdeckungen von 1950 bis heute untersucht. Dabei geht die Bandbreite von Gold über Uran bis hin zu Basismetallen. Längst nicht alle dieser Funde sind auch in Produktion gegangen. Nur aus 45 Prozent der Entdeckungen sind wirklich Minen geworden. Das hat wahrscheinlich auch so mancher Experte nicht gedacht und hätte höhere Werte genannt. Allerdings muss man festhalten, dass viele der aktuellen Entdeckungen noch zu jung sind, um schon in Produktion zu sein. Berücksichtigt man diesen Faktor, kann der Wert auf 55 Prozent bis 60 Prozent ansteigen. Wenn man die Statistik anders bewertet, kommen ebenfalls erstaunliche Daten heraus. Rund 57 Prozent der gefundenen Rohstoffe sind bisher aus dem Boden herausgeholt worden.

Es gibt viele Gründe, warum ein Fund nicht gleichbedeutend mit dem Bau einer Mine ist. Die Kosten können zu hoch sein, das Lager kann zu klein sein, die Umstände im Land können zu widrig sein, die Entdeckung könnte in der falschen Zeit erfolgt sein, die Preise für Rohstoffe sind zu niedrig etc.

Von der Entdeckung bis zur Förderung vergehen immer viele Jahre. Daher fürchten Experten derzeit auch, dass es in Zukunft bei manchen Rohstoffen zu einer Knappheit kommen wird. Aufgrund der derzeitigen Situation am Markt vernachlässigen viele Konzerne ihre Explorationsarbeiten. Das kann sich später negativ auswirken, da man nicht von heute auf morgen vom Explorations- in den Förderstatus übergehen kann.

Das braucht im Schnitt über alle Rohstoffe hinweg, so hat Schnodde errechnet, 12,4 Jahre. Gold wird relativ zügig gefördert, hier liegt die Zeit zwischen Entdeckung und Produktionsstart bei 10 Jahren, für Kupfer weist die Statistik einen Wert von 17 Jahren aus. Vieles hängt davon ab, ob die Förderung in stabilen und bergbaufreundlichen Ländern erfolgt oder nicht. So liegen zwischen Entdeckung und Förderung in Ländern wie Australien, Kanada, USA und Chile bei Gold nur 7,1 Jahre. Die Kupferförderung braucht in diesen Regionen nur 13 Jahre. Entsprechend länger sind die Zeiten in weniger entwickelten Gebieten, wie die durchschnittlichen Zahlen unter Beweis stellen.

Wichtig ist bei der Zeitfrage auch, wann die Lagerstätte entdeckt wurde. Ist der Wirtschaftskreislauf schon weit fortgeschritten, kann es eine lange Pause zwischen Exploration und Förderung geben. Gut sieht man dies beim Uran in den 70iger Jahren. Neue Funde aus den späten 70igern sind erst Jahrzehnte später wirklich abgebaut worden. Der falsche Preis zur falschen Zeit hat einen früheren Abbau nicht lukrativ erscheinen lassen. Ähnliches kann man beim Kupfer in den 50iger und 60iger Jahren sehen. Da Goldprojekte schneller realisiert werden, spielen diese Faktoren dort keine so große Rolle, hat Schodde herausgefunden. Somit ist der richtige Zeitpunkt ein wichtiger Aspekt, um den Wert der Entdeckung zu maximieren.

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