Noch ist unklar, was da genau im vergangenen Jahr am Goldmarkt passiert ist. Eins aber steht fest: Die Preisentwicklung und die Nachfrageentwicklung passen überhaupt nicht zusammen. Eine enorm hohe Nachfrage nach physischem Gold wird verzeichnet, zugleich hat der Finanzmarkt vor allem in der ersten Jahreshälfte Gold geradezu in Massen aus dem Tresor geschmissen. Eine völlig unverständliche Reaktion, denn ohne die massiven Abflüsse aus Gold-ETFs wäre der Markt angesichts der enormen Nachfrage von einem sehr hohen Angebotsdefizit geprägt gewesen.

Ein solches Marktungleichgewicht hätte eigentlich enorme Goldpreissteigerungen zur Folge haben müssen, doch das Gegenteil war der Fall. Deutliche Kursverluste der Feinunze sind zu sehen, die Ende des ersten Halbjahres 2013 und noch ein zweites Mal Ende 2013 ihre Tiefs um 1.180/1.182 Dollar markiert hat.

Eine Antwort darauf, was passiert sein könnte, geben die jüngsten Geschehnisse rund um das Goldpreisfixing in London. Hier versucht die Deutsche Bank, dringend ihren Platz in der Fixingrunde loszuwerden – wahrscheinlich mit Erfolg, wie jüngst berichtet wurde. Interessanter ist aber, was die Manager bewogen hat, bei der elitären Runde am Londoner Finanzmarkt auszusteigen. Kurz zuvor hatte die Finanzaufsichtsbehörde BAFin sich wegen einem Manipulationsverdacht Unterlagen von der Deutschen Bank besorgt. Das Statement, was folgte, war eindeutig: An den Metallmärkten, sprich vor allem Gold und Silber, sowie an den Währungsbörsen sind die Manipulationen größer als beim LIBOR-Skandal, der die Londoner „City“ bereits erschüttert und für milliardenschwere Strafen gesorgt hat.

Interessanterweise, so zeigen die Experten von Sprott Asset Management, fallen die Goldpreistiefs des vergangenen Jahres fast exakt an die Zeitpunkte, an denen für Händler Bonizahlungen festgelegt werden – zum Halbjahr und zum Jahresende nämlich. Es ist kein Beweis, aber ein weiteres Indiz dafür, dass manipuliert wurde. Zusammen mit den eindeutigen BAFin-Äußerungen rundet sich das Bild ab.

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Quelle: Sprott Asset Management

Die Anzeichen, dass der Goldpreis massiv in die Tiefe manipuliert wurde, mehren sich. Dies würde zum einen erklären, warum diese völlig entgegengesetzten Bewegungen von Nachfrage und Goldpreis im vergangenen Jahr entstanden sind. Zum anderen bedeutet dies aber auch, dass der aktuelle Feinunzenpreis bar jeder Realität ist: Was zuvor nach unten manipuliert wurde, muss viel zu billig sein.

Das Bild passt in die Bewegung des Goldpreises aus den vergangenen Wochen. Seit Jahresende 2013 hat der Goldpreis von 1.182 Dollar auf bis zu 1.345 Dollar zugelegt. Die charttechnische Wende nach oben ist auf übergeordneter Basis zwar noch nicht komplett, aber das Sentiment für den Goldpreis ist deutlich besser. Hier bietet sich eine enorme Chance, wenn sich der Trendwechsel bestätigt.

Das gilt übrigens nicht nur für den Goldpreis, wie Sprott Asset Management zeigt. Die Experten haben kalkuliert, wie sich ein möglicher Anstieg des Feinunzenpreises auf 2.000 Dollar auf den Cashflow verschiedener Goldförderer auswirken könnte und was das für die Aktien bedeutet. Die Zahlen beeindrucken: Für Barrick Gold (ISIN: CA0679011084) zum Beispiel ergibt Sprotts Rechnung einen Kurssprung von aktuellen rund 21 Dollar auf rund 55 Dollar, der Aktienkurs Perseus Mining (ISIN: AU000000PRU3) könnte sich rund verfünffachen. Selbst wenn nur Teile dieser Entwicklungen eintreten, wären das für Goldaktien nette Gewinnpotenziale, die Sprotts Edelmetallexperten da andeuten.