In dieser Woche findet im Messezentrum von Kapstadt die Indaba der Bergbaubranche statt. Dieses Zusammentreffen von Verantwortlichen der Bergbaugesellschaften, Politikern, Investoren, Wissenschaftlern und Journalisten ist wahrscheinlich die wichtigste Messe der Branche in Afrika. Wer nach einer Erklärung sucht, was Indaba bedeutet, braucht sich nicht an Abkürzungen zu versuchen. Das Wort ist kein Kürzel, es ist der Sprache der Zulu entliehen. Dort wird damit ein wichtiges Zusammentreffen beschrieben, wörtlich übersetzt bedeutet Indaba ganz einfach „Geschäft“.

Von diesem Geschäftstreffen in Kapstadt werden keine wichtigen Entscheidungen erwartet. Vielmehr geht es darum zu testen, wie die Stimmung in der Branche ist. Es geht um einen Austausch zwischen den Entscheidungsträgern und ums Kennenlernen von neuen Initiativen und Ideen.

Ein wichtiger Aspekt des Treffens werden die legislativen Aspekte sein. In der Bergbauindustrie gibt es eine gewisse Unsicherheit. Eine Reihe afrikanischer Staaten will die Gesetzgebung verschärfen bzw. denkt über verschiedene Varianten der Nationalisierung von Bergbauprojekten nach. Besonders groß ist die Unsicherheit derzeit hinsichtlich des Verhaltens von Südafrika. Hier überlegt man, einige Rohstoffe als strategische Ressourcen zu kennzeichnen und entsprechend zu schützen. Das ist eine höfliche Umschreibung dafür, dass man gewisse Rohstoffe gerne in staatlicher Hand sehen möchte. Ähnliche Überlegungen gibt es auch in Ghana, der Elfenbeinküste und Zimbabwe. Letztlich geht es dabei immer darum, die Einnahmen des Staates zu erhöhen.

In einem weiteren Schritt wollen viele Länder den Export der unbearbeiteten Rohstoffe limitieren. Man möchte vielmehr, dass diese Rohstoffe zunächst im eigenen Land weiterverarbeitet werden. Man will von der Wertschöpfungskette profitieren und wertvollere Zwischen- oder Endprodukte ausführen. Ob dies immer sinnvoll ist, mag angezweifelt werden. Häufig fehlt das technologische Wissen dafür, häufig sind aber auch einfach die Infrastruktur oder die Energiewirtschaft nicht genügend dafür ausgestattet. Es nützt wenig, eine Weiterverarbeitungsanlage in der Provinz aufzubauen, wenn der Transport der Güter nicht gesichert ist und nicht genügend Strom für den Betrieb vorhanden ist. Hier müssen viele Staaten zunächst ihre Hausaufgaben machen.

Der für die afrikanische Region starke Dollar sowie der noch stärkere Euro werden die Diskussionen in Kapstadt ebenfalls bestimmen. Davon können viele Gesellschaften sogar profitieren, da man in schwachen afrikanischen Währungen die Löhne zahlt, in starken ausländischen Währungen jedoch die Rechnungen für die Rohstoffe beglichen bekommt.

Das Thema Löhne kann noch in einem anderen Zusammenhang auftauchen: bei der sozialen Verantwortung der Konzerne und der Nachhaltigkeit ihrer Arbeit. Hier geht es zugleich um Umweltaspekte und um die Entwicklung des ländlichen Raums. Bis auf das Gebiet rund um Johannesburg findet der Abbau von Rohstoffen meist in den provinziellen Regionen der Länder statt. Die dortige Landbevölkerung soll vom Abbau profitieren, was manchen Konzernen nicht immer klar ist.

Auf der Konferenz wird es wichtig sein, die Unsicherheiten rund um den Bergbau zu besprechen. Regierungen aber auch Gewerkschaften müssen sich als starke und zuverlässige Partner der Unternehmen zeigen. Ein Gegeneinander von Konzernen und diesen starken Eckpfeilern der Gesellschaft wäre für die gesamte Branche kontraproduktiv und könnte letztlich sogar Arbeitsplätze vernichten sowie die Profitabilität der Bergbaukonzerne einschränken.