Fondsmanager sieht bei kanadischen Ölwerten langfristige Chancen

Fondsmanager sieht bei kanadischen Ölwerten langfristige Chancen

In den USA könnte ein fast vier Jahrzehnte altes Verbot gekippt werden: Seit 1975 ist es den US-Ölförderern untersagt, den Rohstoff zu exportieren. Das machte Sinn, denn das rohstoffhungrige Land konnte über Jahrzehnte seinen Verbrauch nicht selbst decken. Man war von Importen abhängig, insbesondere aus Saudi-Arabien, aber auch aus anderen Staaten. Ein Thema, das angesichts der politischen Auswirkungen immer wieder auf der Agenda in Wahlkämpfen um das Weiße Haus landete.

Damit ist es vorbei – zumindest zunächst. In den USA boomt die Ölförderung und viele Experten machen hierin einen wichtigen Faktor für die Erholung der US-Wirtschaft aus. Öl und Gas sind billig, die Produktion wächst explosiv. Die Förderung "überschwemmt" den Markt sogar so stark, dass die US-Amerikaner nicht mehr so recht wissen, was sie mit den Mengen anstellen sollen. Eine mögliche Lockerung des Exportverbotes wäre ein Weg, dem Luxusproblem in den USA Herr zu werden.

Es ist ein Problem, was größer werden könnte. 2015 sollen die USA mehr als 9 Millionen Barrel Öl pro Tag aus dem Boden pumpen, glauben die Experten der U.S. Energy Information Administration. Zum Vergleich: 2011 waren es gerade einmal rund 5,7 Millionen Barrel, 2012 etwa 6,5 Millionen und 2013 sollen es rund 7,7 Millionen Barrel gewesen sein. Die USA hätten damit auf der Überholspur die bisher weltweit größten Ölförderländer hinter sich gelassen.

Doch die Zweifel am US-Ölboom verstummen nicht. Das Zauberwort, das die Produktion so stark steigen lässt, ist Fracking. Die hierzulande enorm umstrittene Fördermethode, bei der Öl und Gas unter Einsatz von Chemikalien durch das Aufbrechen von Gesteinsschichten gelöst werden, bringt gleich mehrere Probleme mit sich: Zum einen die möglichen negativen Umwelteinflüsse, insbesondere auf das Trinkwasser, zum anderen ist die Förderung der Rohstoffe aus unkonventionellen Quellen nicht gerade die günstigste Fördermethode.

Experten wie zum Beispiel Eric Nuttall, Fondsmanager des Sprott Energy Fund, warnen daher davor, die Wachstumsphantasie für die US-Ölproduktion zu übertreiben. Bleibt der Ölpreis niedrig oder fällt er sogar weiter, setzen sich die Marktmechanismen in Gang. Der niedrige Preis dünnt dann das Angebot aus, das Förderwachstum fällt dann in sich zusammen. Dass sich die USA über viele Jahre hinweg aufgrund des Frackings selbst versorgen können, bezeichnet Nuttall vor diesem Hintergrund als "komplettes Märchen".

Leidtragende des US-Förderbooms sind einige OPEC-Staaten, vor allem in Afrika, aber auch der nördliche Nachbar der USA: Kanada. Fondsmanager Nuttall sieht bei kanadischen Öl- und Gaswerten derzeit Unterbewertungen aufgrund der Lage in den USA. Verschwindet aber die Fördereuphorie rund um den kanadischen Nachbarn, könnte sich das schlechte Sentiment für kanadische Branchenwerte wieder zum Besseren wenden.

Hinzu kommt, dass sich in Kanada ein anderes Problem lösen könnte: Die Kapazitäten der Pipelines reichen längst nicht aus, sodass die Förderer auf den teureren Bahntransport angewiesen sind. Dieser boomte im vergangenen Jahr, stellt angesichts der Kosten aber einen Wettbewerbsnachteil dar. Nuttall geht davon aus, dass sich das Problem mit dem Bau von mindestens einer von zwei derzeit geplanten Pipelines deutlich verringern würde.

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