Die Zahlen sind rekordhoch und sie sprechen eine klare Sprache. Einer Umfrage der Bank of America Merrill Lynch unter US-Fondsmanagern zufolge meinen rund zwei Drittel der Befragten, dass die US-Unternehmen zu wenig investieren. Enorm viele der Manager sind zudem damit unzufrieden, dass die Konzerne Geld horten statt zu investieren. Interessant an den Daten ist außerdem, dass immer mehr Fondsmanager wollen, dass die Gelder wieder in Investitionen fließen, während zugleich immer weniger Fondsmanager fordern, dass die Liquidität an Aktionäre ausgekehrt wird – zum Beispiel über Dividenden oder auch Aktienrückkäufe.

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Quelle: mining.com / U.S. Global Investors

Die Daten signalisieren vor allem zwei Dinge: Zum einen steigende Risikobereitschaft bei den Kapitalgebern. Wollte man in den Unsicherheiten der vergangenen Jahre zunächst vor allem Verbesserungen bei den Bilanzen der Konzerne sehen und anschließend am liebsten Cash aufs Konto, so scheint man sich nun verstärkt wieder mit den Chancen von Investitionen auseinander zu setzen – und damit eine klar geringere Vorsicht an den Tag zu legen als bisweilen in den vergangenen Jahren.

Zum anderen signalisieren die Forderungen der Fondsmanager an die US-Konzerne, dass zukünftig die Nachfrage nach Investitions- und als Folge daraus auch nach Konsumgütern wieder anziehen kann. Die steigende Nachfrage allerdings trifft auf Produktionskapazitäten in der Wirtschaft der USA, die längst nicht mehr so schwach ausgelastet sind wie in den Jahren, die durch die US-Finanzmarktkrise und ihre Folgen geprägt waren. Mittlerweile scheinen die Folgen langsam überwunden zu sein, die Auslastung hat sich normalisiert, liegt aber noch unter früheren Rekordwerten.

Durchaus möglich scheint es dennoch, dass die US-amerikanische Wirtschaft vor einer neuen Investitionswelle steht, unter anderem um Kapazitäten aufzubauen. Dass die Notenbank Fed ihre stark expansive Politik nun erneut um 10 Milliarden Dollar pro Monat zurück fährt und sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden zeigt. Unter anderem haben die Ausgaben für Konsum und Investitionen an Schwung gewonnen – das unterstreicht das beschriebene Szenario.

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Quelle: mining.com / U.S. Global Investors

Wohl kaum ein Zufall ist es, dass vor diesem Hintergrund auch das Sentiment für Bergwerkstitel langsam zu drehen beginnt. Darauf weist Rohstoffexperte Frank Holmes von U.S. Global Investors hin. Ein Blick auf den kanadischen S&P/TSX Venture Composite Index zeigt dies. Der Index hat zuletzt Gewinne verzeichnet und notiert erstmals seit 2011 wieder über der 200-Tage-Linie. Andere charttechnische Faktoren sind ebenfalls positiv zu werten. Holmes macht auf ein „Golden Cross“ aufmerksam, das gemeinhin als langfristig positives charttechnisches Trendsignal gilt

Für die Rohstoffwerte sind das alles übrigens richtig gute Nachrichten. Zum einen wächst in einem wirtschaftlichen Aufschwung die Nachfrage nach Rohstoffen klar, sodass zyklische Titel wie eben Bergbauaktien zu den Favoriten gehören. Zum anderen scheinen Investoren genau dies langsam zu realisieren, wie der steigende Wert des S&P/TSX Venture Composite Index zeigt: Der kanadische Aktienindex besteht zu einem großen Teil aus Rohstoffaktien.

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Quelle: mining.com / U.S. Global Investors