In die Auseinandersetzung zwischen Rio Tinto (WKN: AU000000RIO1) und der Regierung der Mongolei um das milliardenschwere Projekt Oyu Tolgoi kommt Bewegung. Die Konstruktion der wichtigen zweiten Ausbaustufe des Kupfer-Goldvorkommens stockt. Wichtig ist diese deshalb, weil sich in den fokussierten Teilen der Großteil der Rohstoffe befindet, die über die zweite Ausbaustufe zugänglich gemacht werden können.

Doch die beiden Projektpartner streiten sich seit geraumer Zeit um wichtige Absprachen. Bergwerksriese Rio Tinto hält mit 66 Prozent der Anteile die Mehrheit an Oyu Tolgoi, 34 Prozent liegen beim Staat Mongolei. Die beiden Partner haben aus der verfahrenen Situation allerdings Konsequenzen gezogen, Personal wurde ausgewechselt. Nun geht es wieder voran und in jüngsten Gesprächen scheinen Fortschritte erzielt worden zu sein. Dies geht aus Berichten lokaler Medien in dem asiatischen Land hervor.

Einigung noch in diesem Monat?

Genaueres weiß man noch nicht, Angaben eines Regierungsvertreters gegenüber mongolischen Medien zufolge soll eine Einigung aber noch im Laufe des Januars anstehen. Der Disput zwischen dem Staat und dem anglo-australischen Bergwerkskonzern drehte sich unter anderem um Streitigkeiten bezüglich der Wasservorkommen in der Region, ebenso wie um Machbarkeitsstudien und Royalties, die zu zahlen sind. Mittlerweile soll ein Großteil der strittigen Aspekte ausgeräumt worden sein, offen sind den Äußerungen des Regierungsvertreters allerdings noch verschiedene Punkte – die Verhandlungen dauern an.

Oyu Tolgoi hat für Mongolei Charakter eines Wegweisers

Für die Mongolei ist das Gold- und Kupferprojekt Oyu Tolgoi von enormer Bedeutung. Der Rohstoffabbau auf den Arealen soll fast ein Drittel zur Wirtschaftsleistung des Landes beitragen. Die Verzögerungen haben bisher 2.000 Arbeitsplätze gekostet – schmerzhaft für ein Land mit gerade einmal rund 3,2 Millionen Einwohnern. Hinzu kommt ein Vertrauensverlust bei internationalen Investoren durch den Streit mit Rio Tinto. Das könnte langfristig ebenso schmerzhafte Folgen haben, wenn sich das verloren gegangene Vertrauen nicht zurück gewinnen lässt. Die Mongolei ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde, benötigt aber hohe Investitionen aus dem Ausland, um die Vorkommen zu explorieren und schließlich auch fördern zu können.Oyu Tolgoi ist hierbei ein Schlüsselprojekt mit wegweisendem Charakter, das zudem über enormes Wachstumspotenzial verfügt. Im laufenden Jahr sollen hier bis zu 175.000 Tonnen Kupfer und bis zu 750.000 Unzen Gold gefördert werden. Mit dem milliardenschweren Ausbau der Mine, der noch Jahre in Anspruch nehmen und erst nach 2020 beendet werden wird, werden die Produktionszahlen weiter steigen. Mit China liegt ein Abnehmer für die Rohstoffe in der Nachbarschaft.