Die kanadische Venture Capital (VC) Branchenorganisation VCMA hat gegenüber den Securities Commissions in Alberta und British Columbia erneut weitgehende Forderungen zur Deregulierung und Öffnung von VC-Anlagen für Investoren gefordert. Die staatlichen Autoritäten sollten die Industrie regulieren, nicht Investoren, lautet die zentrale Forderung des Branchenverbandes vor dem Hintergrund der zahlreichen Finanzierungsprobleme von jungen kanadischen Bergwerksgesellschaften. Diese suchen dringend nach Finanziers, finden diese aber kaum in ausreichendem Maße.

Das hängt nach Meinung des Verbandes VCMA auch an einer einengenden Regulierung in Kanada, die das bestehende Problem verstärke. Für die kanadische Bergwerksindustrie und die Arbeitsplätze in der Branche sei das Risikokapital überlebensnotwendig. Die Regulierung erschwert den Unternehmen den Zugang zum Kapital deutlich. In der Kritik steht dabei vor alles das Eingreifen der Behörden in die VC-Branche in „Big Brother“ Manier, so VCMA, mit dem Ziel, Investoren vor Risiken zu schützen.

Dies stößt auf wenig Gegenliebe. Venture Capital sei von vorneherein risikoreicher Natur, es sei ein spekulatives Investment und durchlaufe traditionell Krisen- und Boomphasen, argumentiert die VC-Organisation gegen regulatorische Eingriffe des Staates. Dieser solle Investoren die Freiheit lassen, selbst zu entscheiden, welche Risiken sie eingehen wollen, statt ihnen durch Bestimmungen Steine in den Weg zu legen. So könnten Investoren an den „normalen“ Aktienmärkten ohne behördlichen Einfluss in gewünschtem Maße Positionen einnehmen.

Dies will der Verband auch für VC-Investments erreichen. Gefordert wird unter anderem eine stärkere Markttransparenz und das Verbot bestimmter Handelspraktiken, vor allem im Short-Selling. Weitere Forderungen sind zum Beispiel, dass auch die Öffentlichkeit an Private Placements von Unternehmen teilhaben kann. Zugleich sollen die Behörden helfen, den dominierenden Einfluss der Banken in dem Sektor zu reduzieren.