Einigung im US-Kongress im Haushaltsstreit

Die Meldung zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldmarktpolitik seitens der FED, bei der das Programm zum Anleihenkauf um 10Mrd. USD pro Monat zurückgefahren werden soll, hat den Goldpreis diese Woche auf Talfahrt geschickt. Trotz weiterhin niedrigerer Zinsen scheinen die Inflationssorgen in den Hintergrund getreten zu sein. Man freut sich, dass die US-Konjunktur wieder anzieht. Vor diesem Hintergrund ist eine weitere wichtige Meldung fast etwas in den Hintergrund getreten, die aus meiner Sicht aber mindestens genauso wichtig ist.

Nachdem der Haushaltsstreit im Oktober zu Verwaltungskollaps geführt hatte, öffentliche Einrichtungen und Nationalparks geschlossen wurden und Staatsbedienstete in den Zwangsurlaub geschickt wurden, haben sich die Demokraten und Republikaner auf einen Haushalt für die Jahre 2014 und 2015 geeinigt. Mit einer Zustimmung von 64 zu 36 im Senat stimmten sowohl Repräsentantenhaus als auch Senat für den Haushaltsentwurf. Dies weckt große Hoffnung, dass die jahrelangen Grabenkämpfe endlich vorüber sind und auch auf Seiten der Republikaner die Vernunft über die Blockadehaltung der ultra-konservativen "Tea-Party" Bewegung gesiegt hat.

Regierungssprecher Jay Charney äußerte sich positiv, dass eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Demokraten und Republikanern möglich sein und dass die Einsicht gewonnen hätte, "Kompromiss ist besser als Krise". Auch wenn die Anhebung der Schuldengrenze zum Februar gesondert verhandelt werden muss, so scheint mit Annahme des Haushaltsentwurfes die Blockadehaltung des Senats gebrochen zu sein. Der Kompromiss sieht zwar weiterhin Kürzungen vor, beispielsweise bei den Pensionen von Beamten, fordert jedoch keinen "radikalen Kahlschlag nach Rasenmähermethode", wie in früheren Verhandlungsrunden. Unter der Regierung Obama hat sich das Haushaltsdefizit (im Vergleich zur vorherigen Bush-Regierung) halbiert, trotzdem häuft die USA jedes Jahr neue Schulden in Höhe von derzeit 680 Mio USD/Jahr an. Von einen Schuldenkonsolidierung oder gar einem Schuldenabbau ist die größte Volkswirtschaft der Welt weiterhin weit entfernt. Aus volkswirtschaftlicher Sicht macht es durchaus Sinn, hier keinen zu stringenten Sparkurs zu fahren und die wirtschaftliche Erholung durch entsprechende Ausgabenkürzungen zu gefährden.

Mit der Einigung im Haushaltsstreit und der Tatsache, dass die Notenbank weiterhin billiges Geld in großer Menge zur Verfügung stellt, sind die Weichen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in den USA gestellt. Unter den Gewinnern am Aktienmarkt waren daher auch besonders konjunktursensible Werte bzw. Frühzykliker wie der Baumaschinenhersteller Caterpillar. Zu den Frühzyklikern gehören in der Regel auch die Aktien der Bergbau-Konzerne. Bislang konnte hier nach der letzten großen Korrektur noch kein größerer Aufschwung vermeldet werden, auch wenn sich die Preise für Industriemetalle wie Aluminium, Eisenerz oder Kupfer zuletzt wieder stabilisiert haben.

Gerade die Aktien von kleinen und mittleren Rohstoff-Produzente notieren oftmals in der Nähe von ihrem Mehrjahrestief, obwohl sich die Aussichten deutlich gebessert haben und zahlreiche Unternehmen über mehrere Quartale nachweisen konnten, dass sich bei den aktuellen Rohstoffpreisen Gewinn erwirtschaften.

Vor diesem Hintergrund erwarte ich für 2014 wieder ein (deutlich) besseres Jahr für die Rohstofftitel und wünsche frohe Festtage.

Ihr Manuel Giesen

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