Der Bergbau in Deutschland meldet sich zurück

Der Bergbau in Deutschland meldet sich zurück

Deutschland hat im Bergbau eine lange Tradition. Allerdings wird nach dem Niedergang vor allem der Steinkohleförderung das Land nicht mehr als Abbaunation wahrgenommen, während heimische Bergbautechnik am Markt führend ist. Doch der Eindruck, der Abbau von Rohstoffen in Deutschland sterbe aus, trügt. Hier wird in der öffentlichen Wahrnehmung einiges übersehen, was weit zum Beispiel über den Braunkohle-Tagebau, den Kali- und Salzbergbau der DAX-notierten K+S (ISIN: DE000KSAG888) und die restlichen Aktivitäten auf den alten Steinkohlezechen hinaus geht. Der heimische Bergbau meldet sich in diversen Nischen zurück.

Es sind vor allem zwei Regionen, die bei dieser kleinen Renaissance Schlagzeilen machen. Zum einen Süddeutschland: Hier berichtet Rhein Petroleum zuletzt, dass man Anfang des kommenden Jahres nahe des Ortes Riedstadt eine Testförderung für Erdöl starten will. An der Gesellschaft ist unter anderem die Deutsche Rohstoff AG (ISIN: DE000A0XYG76) aus Heidelberg beteiligt. Im Visier hat man eine geologische Formation namens "Pechelbronner Schichten", aus der früher bereits Erdöl gefördert wurde. Die derzeit bereits bestehende Erdölförderung in Deutschland, die sich bislang auf Norddeutschland konzentriert, ist aber überschaubar, deckt nur Bruchteile des heimischen Bedarfs. Das wird sich auch mit den neuen Aktivitäten in Süddeutschland nicht ändern.

Zum anderen geht der Blick in eine Gegend, die den Rohstoffabbau sogar im Namen trägt: Das Erzgebirge. Die Region an der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien verdankt große Teile ihrer industriellen Entwicklung dem Bergbau. Abgebaut wurden im Laufe der Jahrhunderte verschiedenste Rohstoffe: Silber, Uran, Zinn und Kupfer zum Beispiel. Heutzutage hat der Bergbau in der Region aber kaum noch Bedeutung.

Doch das ändert sich, denn im Erzgebirge werden verschiedenste Bergbauprojekte verfolgt. Gerade erst hat nahe Oberwiesenthal nach dreijähriger Bauzeit ein neues Bergwerk seinen Betrieb aufgenommen. Die Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatwerke wollen hier die Spate fördern, die ihr den Namen geben. Die ersten Probeförderungen waren ergiebiger als angenommen, heißt es von Seiten des Unternehmens gegenüber der Presse.

Dies ist nur ein Beispiel für Projekte, die verfolgt werden, die sich aber sonst noch in wesentlich früheren Stadien befinden. An einigen der Entwicklungen waren und sind auch börsennotierte Unternehmen beteiligt, so zum Beispiel Solarworld (ISIN: DE0005108401). Der frühere TecDAX-notierte Wert machte 2011 Schlagzeilen: Da hatten die Bonner, die sich derzeit in einer für Aktionäre schmerzhaften Sanierungsphase befinden, eine Genehmigung zur Suche nach Lithiumvorkommen von den Behörden erhalten.

Das Problem für die Gesellschaften sind die niedrigen Erzgehalte in der Region. Ein Abbau ist vor diesem Hintergrund meist nur bei einem hohen Rohstoffpreisniveau wirtschaftlich lohnend. Doch trotz der jüngsten Preisbaisse an den Börsen wird fleißig erkundet. Laut Angaben des zuständigen Oberbergamts gegenüber "Deutsche Welle" sind derzeit 18 Lizenzen zur Erkundung von Rohstoffvorkommen erteilt, ebenso drei Abbaubewilligungen . Experten rechnen damit, dass die kleine Renaissance des Bergbaus in Deutschland zukünftig zumindest einen bedeutenden Teil der heimischen Nachfrage nach Rohstoffen wie zum Beispiel einigen Seltenen Erden decken kann – entsprechende Marktpreise, die einen Abbau lohnend machen, voraus gesetzt.

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