Aquila-Chef Poli ist alles andere als pessimistisch für Eisenerz

Aquila-Chef Poli ist alles andere als pessimistisch für Eisenerz

Der Stahlindustrie geht es weltweit nicht gerade blendend. Vor allem in Europa kränkelt die Branche, was jüngst unter anderem an Meldungen des MDAX-Wertes Salzgitter zu sehen war. Dazu kommen Wachstumsraten in China, dem weltweit mit großem Abstand wichtigsten Stahlkonsumenten, die nicht die früher einmal erwartete Höhe erreichen.

Die Wirtschaftsschwäche bekommen nicht nur die Stahlproduzenten zu spüren, sondern auch ihre Rohstoffzulieferer. Zwei Dinge werden vor allem benötigt: Zum einen Eisenerz, zum anderen Kohle. Und auch diese Branchen stehen unter Druck. Lange Zeit mussten zum Beispiel die Eisenerzförderer fallende Preise verkraften. Vor allem die Angst vor einem massiven Überangebot des Rohstoffs am Markt belastete die Entwicklung der Preise deutlich.

Für Tony Poli, Konzernchef der australischen Aquila Resources, ist dies zumindest zu einem größeren Teil ein hausgemachtes Problem. Schuld sind für ihn vor allem die großen Rohstoffkonzerne, die die kleineren Konkurrenten aus dem Markt halten wollen. Sein Vorwurf: Der Eindruck, dass am Eisenerzmarkt ein massives Überangebot entstehe, werde vor allem von den Majors der Branche geschürt. Dies lasse sich aber nicht auf neue Projekte in dem Sektor zurückführen, die in Produktion gebracht werden. Mit dem strategischen Vorgehen wollen die "big guys" laut Poli verhindern, dass neue Projekte anderer Unternehmen Finanzierungen von Banken erhalten, die bei schlechten Marktaussichten naturgemäß vorsichtig agieren.

Sind weniger Projekte in Produktion, hält dies allerdings die Angebotsmengen am Markt knapp und die Preise oben. Profitieren können hiervon, so Poli, vor allem die Großkonzerne, die mit ihren Cashflows nicht wie die Juniors auf Bankfinanzierungen angewiesen sind. Sie nehmen höhere Gewinne mit, auf Kosten anderer Gesellschaften.

Aquila Resources selbst arbeitet an Eisenerz- und Kohleprojekten in Australien und Südafrika. Die Gesellschaft war selbst von solchen Finanzierungsschwierigkeiten betroffen, man musste in diesem Jahr ein milliardenschweres Eisenerzprojekt in der australischen Pilbara-Region phasenweise auf Eis legen, an dem man 50 Prozent der Anteile hält. Geplant ist, bei diesem Projekt eine jährliche Förderung von 30 Millionen Tonnen für den Export aufzubauen.

Wie auch beim Pilbara-Projekt sind Transport- und Hafenkapazitäten bei einem anderen Standort von Aquila Resources Schlüsselfaktoren: Die Company befindet sich in Südafrika in Gesprächen mit verschiedenen Stellen, um sich für das Thabazimi-Eisenerzprojekt die benötigten logistischen Kapazitäten zu sichern. Das Vorkommen liegt in der südafrikanischen Provinz Limpopo, von hier sollen die Eisenerze per Bahn zum Hafen in Richards Bay am Indischen Ozean transportiert werden. Noch allerdings besteht die geplante Waterberg-Eisenbahn nicht, Aquila verhandelt mit der staatlichen südafrikanischen Eisenbahngesellschaft Transnet. Spätestens 2019 könnten die benötigten Kapazitäten bereit stehen, hofft das Unternehmen.

Für Thabazimi besteht zudem eine weitere Option: Das Unternehmen könnte die Infrastruktur einer nahe gelegenen Eisenerzmine kaufen, die eventuell im kommenden Jahr geschlossen wird. Dazu gehören könnte auch ein Lieferkontrakt mit ArcelorMittal South Africa, das derzeit von der benachbarten Mine rund 2,5 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr abnimmt. Offenbar laufen hier Gespräche, auch wenn das Unternehmen dies nicht direkt bestätigt.

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